Johnny Depp (46) spricht im JOY Porträt über
Zukunftsträume, das Leben auf seiner einsamen Insel - und warum er
nach Heath Ledgers Tod dessen Rolle übernahm. Seit Kurzem wird der
"Twilight"-Star Robert Pattinson als der neue Johnny Depp gehandelt.
Was sagt er dazu? "Das ist üblich in der Branche. Man bekommt einen
Stempel aufgedrückt und wird zum Produkt. Als ich meinen Durchbruch
feierte, galt ich als der neue James Dean. Das größte Kompliment
bekam ich aber, als man mich mit Marlon Brando verglich. Er ist mein
Vorbild - und war mein bester Freund."
Als Nächstes ist er in dem
Fantasy-Abenteuer "Das Kabinett des Dr. Parnassus" (Kinostart:
7.1.2010) zu sehen. Was hat ihn dazu bewogen, nach dem tragischen Tod
von Heath Ledger in diesem Film mitzuspielen? "Seit ich mit Terry
Gilliam, dem Regisseur des Films, "Fear and Loathing in Las Vegas"
gedreht habe, bin ich ein großer Fan von ihm. Wenn Terry um Hilfe
bittet, bin ich sofort zur Stelle."
Als Heath Ledger starb, stand
"Das Kabinett des Dr. Parnassus" auf der Kippe. Dann sprang er, Jude
Law und Colin Farrell ein und übernahmen zu dritt seinen Part. Wie
wurde das umgesetzt? "Der Film ist ein modernes Märchen und dreht
sich um den Wanderzirkus des Dr. Parnassus, der durch einen Deal mit
dem Teufel ewige Jugend erlangt. Dafür bietet er Mephisto seine
Tochter, sobald sie 16 Jahre alt ist. Als ihr Geburtstag bevorsteht,
bereut Parnassus den Deal und bekommt im Kampf gegen den Teufel Hilfe
von dem charmanten Gigolo Tony, den Heath Ledger spielt. Als Heath
während der Dreharbeiten starb, wurde das Skript umgeschrieben. Jetzt
durchläuft Tony Transformationen: Immer wenn er durch einen magischen
Zauberspiegel geht, ändert er sein Äußeres. So kommen Jude, Colin und
ich ins Spiel. Es ist unser letzter Tribut an Heath."
Wie reagieren
seine Kinder darauf, dass er für seine Filmparts ständig Dialekt,
Kleidung und Aussehen verändern? "Eins steht fest: Die beiden sind
nie gelangweilt (lacht ). Ich führe ihnen immer meine verschiedenen
Rollen vor und sie lieben es. Meine Kinder scheinen das ganz
selbstverständlich zu nehmen. Ich hoffe aber trotzdem nicht, dass
Lily-Rose und Jack auch mal Schauspieler werden wollen - davor habe
ich die größte Angst!"
Was möchten er seinen Kindern und der Welt mal
hinterlassen? "Ich bin nur ein Schauspieler und kein Held. Es käme
mir gar nicht in den Sinn, dass ich der Welt etwas hinterlassen
könnte. Mir ist nur eine Sache wichtig: Ich möchte, dass meine Kinder
stolz auf mich sein können!"
Er zieht sich offenbar gerne zurück.
Besitzt er deshalb seine eigene Insel auf den Bahamas? "Nach dem Hype
um die "Fluch der Karibik"-Filme konnten meine Freundin Vanessa und
ich dort mit den Kindern unser ganz normales Leben weiterführen. Mir
wurde der gigantische Presserummel einfach zu viel. Ich weiß nicht,
wie Angelina und Brad das schaffen. Die Insel ist purer Luxus, weil
wir völlig alleine dort sind - unsere perfekte Zufluchtsstätte."
Wie
verbringt er dort seine Zeit? "Mit Nichtstun. Die Kinder sammeln
Muscheln und bauen Sandburgen." Er gilt immer noch als Sexsymbol. Was
macht für ihn Sexappeal aus? "Oh je, keine Ahnung! Geputzte Zähne
vielleicht (lacht )? Ich bin mittlerweile 46 - da kann ich doch gar
kein Sexsymbol mehr sein. Ich sehe mich jetzt schon eher als
Ruheständler mit einem Bierbauch auf meiner Veranda in Südfrankreich
sitzen (lacht )."
Das ausführliche Porträt mit Johnny Depp erscheint in der neuen
JOY (ET: 12.10.2009)
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