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DVD-Besprechung - Torchwood - Staffel 1

Story:
Die geheime Organisation "Torchwood" operiert jenseits des Gesetzes, steht über der Polizei und agiert außerhalb der Vereinten Nationen. Sie soll mysteriöse Mordfälle und unerklärliche Phänomene untersuchen, und die Menschheit vor einer Bedrohung durch Aliens beschützen. Ein besonderer Brennpunkt für die Aktivitäten ist die walisische Hauptstadt Cardiff, weil unter der Stadt ein Riss im Raum-Zeit-Gefüge verläuft, durch den immer wieder Aliens auf die Erde gelangen. Deshalb werden hier auch besonders viele paranormale Phänomene festgestellt.

Meinung zum Film:
Gwen Cooper (Eve Myles) ist eine ganz normale, unscheinbare Streifenpolizistin in Cardiff, Wales. Sie hat einen Freund, nette Kollegen - und so verläuft ihr Leben eigentlich ganz unspektakulär ... bis sie eines Tages an einen Tatort kommt, an dem die Spurensicherung gerade dabei ist, ein Mordopfer zu untersuchen. Doch plötzlich rücken sämtliche Einheiten ab und als Gwen verwirrt fragt, was denn los sei, bekommt sie nur die Antwort, "Torchwood" würde jetzt übernehmen. Wer oder was genau "Torchwood" eigentlich ist, weiß niemand so genau, aber sie stehen offensichtlich über der Polizei und können so viel herumschnüffeln wie sie wollen. Heimlich beobachtet Gwen die "Torchwood"-Mitarbeiter und sieht Erstaunliches: Mithilfe eines seltsamen Handschuhs, der von einer Ritterrüstung zu stammen scheint, erwecken sie den Toten für zwei Minuten wieder zum Leben und befragen ihn! Doch das ist noch längst nicht alles: Als Gwen immer mehr in die Welt von Torchwood abtaucht, macht sie nicht nur Bekanntschaft mit einem unsterblichen ehemaligen Airforce-Captain (John Barrowman), sondern auch mit allerlei Außerirdischen, Dinosaurieren und sonstigen seltsamen Wesen ...

"Torchwood" ist ein Spin-off der in Großbritannien seit Jahrzehnten erfolgreichen TV-Serie "Dr. Who". Als die ersten Folgen der aktuellsten (seit 2005 laufenden) Staffeln mit David Tennant in der Hauptrolle an die Fernsehsender verschickt wurden, kam man auf die clevere Idee, sie mit dem "Dr. Who"-Anagram "Torchwood" (wörtlich etwa "Fackelholz") zu beschriften, um sich so etwas besser vor Raubkopierern zu schützen. Dem Autor Russell T. Davies gefiel diese Bezeichnung so gut, dass er zuerst eine Storyline um die seltsame Organisation "Torchwood" schrieb und diese später dann gar zur vorliegenden Spin-off-Serie wurde. Die prinzipielle Idee zur Serie hatte Davies allerdings sogar bereits schon vor seiner Zeit bei "Dr. Who".

Für den Zuschauer ist es zunächst etwas schwer, sich an "Torchwood" zu gewöhnen, denn die Pilotfolge macht einem den Einstieg nicht unbedingt leicht. Die ersten Szenen bieten grausam schlechte Kameraführung, nicht vorhandene darstellerische Leistungen mit hölzernen Gesichtsausdrücken und eine Optik, die billiger aussieht als bei den schlimmsten Direct-to-DVD-Veröffentlichungen. Insbesondere die visuellen Effekte wirken wie aus grauer Vorzeit und erinnern an SciFi-Serien von Anfang der 1990er. Man denkt sich wirklich in jeder Sekunde: "Also, in den USA hätten die das besser hinbekommen!" Hat man sich aber erst mal an den doch sehr hohen Trashfaktor gewöhnt (der zum Glück im Laufe der Zeit etwas nachlässt), schafft es "Torchwood" allerdings tatsächlich, durchaus Spaß zu machen - und selbst die Pilotfolge schaut man sich (trotz des schlechten ersten Eindrucks) direkt am Stück bis zum Ende an. Angenehmerweise tauen auch die Darsteller im Laufe der Staffel immer mehr auf, so dass "Torchwood" zwar sicherlich nicht das neue Referenzniveau in Sachen anspruchsvolle Storylines ist, aber doch zumindest eine gefällige Serie, die man sich anschauen kann, ohne gelangweilt zu werden.

Digitale Aufarbeitung:
"Torchwood" bietet über weite Strecken mittelmäßige bis gute Bildqualität, hat aber auch mit einigen größeren Problemen zu kämpfen: Die Detailschärfe könnte besser sein, die zahlreichen dunklen Szenen sind ziemlich rauschig und die eigentlich größtenteils natürlichen Farben wirken leider in manchen Szenen etwas extrem milchig. Die Kompression verhält sich weitgehend unauffällig. Beim Ton hat die englische Originalfassung die Nase klar vorn, denn im Gegensatz zur deutschen Synchronisation liegt diese in Dolby Digital 5.1 vor. Zwar bietet die deutsche Stereo-Version ebenfalls klar verständliche Dialoge, aber in Sachen Raumklang kommt sie nicht ans Original heran. In der englischen Fassung entsteht eine sehr angenehme Klangkulisse, die sowohl Musik als auch Effekte im Raum verteilt.

Für eine BBC-Serie eigentlich sehr erstaunlich ist das überaus umfangreiche Bonusmaterial. Es gibt ein langes Making of, das in diverse Einzelteile untergliedert wurde, Audiokommentare zu den Folgen, zahlreiche Deleted Scenes, einen Blick hinter die Kulissen sowie einige Werbe-Featurettes. Insgesamt kommt das Bonusmaterial auf eine Laufzeit von über zwei Stunden.

Fazit:
"Torchwood" ist zwar eine extrem trashige und noch dazu ziemlich billig aussehende Serie, doch die albernen Storys machen Spaß und bieten dem Zuschauer gute Unterhaltung, ohne einen Funken von Langeweile. Die DVD-Veröffentlichung der ersten Staffel von Polyband bietet technisch gute Qualität und erfreulich viele Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
13 Folgen à ca. 50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Making of
  • Behind the Scenes
  • Audiokommentare
  • Deleted Scenes
  • Featurettes
Torchwood - Staffel 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Torchwood - Staffel 1
Torchwood - Season 1

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Hoher Trashfaktor, aber auch hoher Unterhaltungswert


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2006
Regie:
Brian Kelly u.a.
Drehbuch:
Russell T. Davies u.a.
Darsteller:
John Barrowman, Eve Myles, Gareth David-Lloyd, Burn Gorman, Naoko Mori

Label Deutschland :
BBC
Verkaufsstart Deutschland :
26.06.2009