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DVD-Besprechung - The Broken

Story:
Die 28-jährige Radiologin Gina McVey (Lena Headey) wird eines Tages von einem Auto überholt, in dem sie sich selbst zu erblicken glaubt. Sie folgt der Frau bis in ihre Wohnung und findet dort ein Foto von sich und ihrem Vater. Kurz danach verursacht sie emotional aufgewühlt einen schweren Unfall. Sie kommt zwar ohne größere Verletzungen davon, ihr fehlt jedoch die Erinnerung an die letzten Geschehnisse. Sie wird außerdem von Albträumen gequält und ihr Freund verhält sich zunehmend merkwürdig und aggressiv. Der Psychologe Dr. Robert Zachmann (Ulrich Thomsen) versucht daraufhin ihr zu helfen.

Meinung zum Film:
"The Broken" Regisseur Sean Ellis erregte mit seinem ungewöhnlichen Kurzfilm "Cashback" aus dem Jahr 2004 einiges Aufsehen. Der Film wurde für den Oscar nominiert. Zwei Jahre später folgte sein Langfilmdebüt. Aus dem Konzept des Kurzfilms "Cashback" entstand eine fantasievolle Liebeskomödie gleichen Namens mit rund 98 Minuten Laufzeit. Im Jahr 2008 folgte mit dem vorliegenden Titel "The Broken" der zweite Spielfilm von Sean Ellis, bei dem er erneut als Drehbuchautor und Regisseur operierte. Dieses Mal bewegt sich Ellis jedoch vornehmlich auf dem Terrain des Thrillers bzw. Horrorfilms. Zudem weist der Film auch leichte Anflüge eines Dramas auf. In der Hauptrolle agiert die Engländerin Lena Headey ("300"), die als Sarah Connor in der TV-Serie "Terminator - Sarah Connor Chronicles" im Kampf gegen die gnadenlosen Maschinenwesen von Skynet im wahrsten Sinne des Wortes einen starken Eindruck hinterließ. In weiteren Rollen finden sich mit dem Amerikaner Richard Jenkins ("Burn After Reading") und dem Dänen Ulrich Thomsen ("Das Fest") ebenfalls bekannte Gesichter.

"The Broken" gebärdet sich zunächst wie ein Psychothriller mit heftigem Mysteryeinschlag, wandelt sich zwischenzeitlich zu einem persönlichen Drama der Hauptdarstellerin, in deren Wahrnehmung sich Realität und Fantasie überlappen, und verläuft letztendlich auf klassischen Horrorpfaden. Dabei setzt "The Broken" vor allem auf dosierten Spannungsaufbau statt auf Effektgewitter. Atmosphärisch erinnert "The Broken" eher an einen Geisterhausfilm und arbeitet vorwiegend mit einer unheimlichen Geräuschkulisse. Zudem sorgen mysteriöse Vorkommnisse, wie sich häufende, zerbrochene Spiegel, für einen langsamen, aber effektiven Spannungsaufbau. Optisch unterstützt wird dieser Effekt noch durch die farblich sehr unterkühlt wirkende Optik, die zudem düster und teilweise auch sehr steril-technokratisch wirkt. Die Handlung des Films lebt größtenteils von dem was nicht zu sehen ist, oder nur angedeutet wird, während auf dem Bildschirm eigentlich nur wenig passiert. Diese handwerkliche Meisterschaft bei der Erzeugung einer äußerst dichten, unheimlichen Atmosphäre wird jedoch leider von einem äußerst schwachen Drehbuch konterkariert. Nach einer Weile wird der Film nämlich auch für geduldige Zuschauer immer schwerer genießbar, da der Spannungsaufbau zwar in gewisser Weise einen Höhepunkt erreicht hat, die Handlung jedoch weiter auf der Stelle tritt und auch den vielen Andeutungen nichts mehr hinzuzufügen hat. Überhaupt wirkt "The Broken" storytechnisch eher wie ein Kurzfilm, der nachträglich in einen handwerklich perfekt sitzenden Spielfilmrahmen eingepasst wurde, bei dem jedoch versäumt wurde das Drehbuch an diese neuen Gegebenheiten anzupassen.

  Im Verlauf des Films reiht sich beim Zuschauer eine offene Frage an die nächste, während Erklärungen absolute Mangelware sind. Gerade der Abschluß des Films wirft weit mehr Fragen auf, als er beantworten kann und läßt zudem etliche konzeptionelle Schwächen erkennen. Viele Ereignisse wollen angesichts der dargebotenen Auflösung keinen rechten Sinn ergeben. Die Frage nach dem "Warum" wird völlig ausgeklammert, und das nicht in einer Art und Weise die den Eindruck erweckt, der Zuschauer solle zum Nachdenken bewegt werden, sondern vielmehr in dergestalt, dass hier offensichtlich nicht genug Hirnschmalz in die Story investiert wurde. Somit klaffen bei "The Broken" handwerkliche Perfektion und inhaltliche Leere weit auseinander, daran kann auch Lena Headeys überzeugende Vorstellung, die vor allem durch ihre sehr akzentuierte Mimik untermauert wird, nichts mehr ändern.

Digitale Aufarbeitung:
Die DVD bietet eine gute Schärfe und trotz vieler dunkler Szenen einen ausgewogenen Kontrast. Die Farbgebung des Films ist bewusst kühl gehalten. Die Kompression arbeitet unauffällig und Bildrauschen fällt kaum ins Gewicht. Die Dialoge sind bei allen Tonspuren gut verständlich. Die akustische Untermalung ist sehr atmosphärisch ausgefallen und überzeugt mit unheimlichen Soundeffekten, effektiv eingesetztem Raumklang und teils sehr wuchtigen Einlagen.  

Auf der DVD befinden sich lediglich der deutsche Trailer und der Originaltrailer zum Film. Die DVD besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"The Broken" macht optisch und akustisch einen starken Eindruck und bietet aufgrund des dosierten Spannungsaufbaus zunächst eine sehr dichte sowie unheimliche Atmosphäre. Die Handlung tritt aber zunehmend auf der Stelle, die Nebencharaktere wirken wie überflüssige Staffage und statt Erklärungen gibt es für den Zuschauer nur stetig neue offene Fragen. Die Auflösung des Films wirkt zudem nicht sehr überzeugend und wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Technisch macht die DVD einen sehr guten Eindruck, das Bonusmaterial ist hingegen enttäuschend ausgefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
84:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
The Broken - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Broken
The Brøken

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein handwerklich starker Horrortrip, der inhaltlich jedoch viele Wünsche offen läßt


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Großbritannien, 2008
Regie:
Sean Ellis
Drehbuch:
Sean Ellis
Darsteller:
Lena Headey, Ulrich Thomsen, Melvil Poupaud, Michelle Duncan, Richard Jenkins, Asier Newman

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
26.06.2009