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DVD-Besprechung - Knie nieder und friss Staub
Story:
Roy (Fabio Testi) und Emilio flüchten, an den Beinen zusammengekettet, aus einem Strafgefangenenlager. Doch nur Roy überlebt die Flucht und kommt entkräftet an einer Goldmine an, von der Emilio ihm erzählt hat und in der die Goldschürfer von einer Bande rund um den reichen Schurken Redfield (Eduardo Fajardo) um ihr Gold geprellt werden. Roy greift ein.
Meinung zum Film:
„Knie nieder und friss Staub“ wurde 1971 von Aldo Florio inszeniert. Zu dieser Zeit war die Hochzeit des Italowesterns eigentlich schon vorbei und die Parodien der Marke Spencer/Hill, wie z.B. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (der in den kommenden Monaten übrigens mit einem HD-Transfer von 3L neu erscheinen wird) übernahmen das Regiment an den Kinokassen. Eigentlich ein schlechter Zeitpunkt für einen harten Western der Marke „Friss Staub“, denn das Publikum war von den Brutalitäten auf der Leinwand langsam müde. Dies war vermutlich auch der Grund, warum dieser Beitrag eigentlich nur Westernfans bekannt ist und auch erst im vergangenen Jahr seine deutsche TV-Premiere auf Tele 5 in einer gekürzten Fassung feierte. Koch Media zeigt den Film erstmals (wie üblich) komplett und präsentiert die einst fehlenden Szenen auf italienisch mit deutschen Untertiteln. In der deutschen Fassung sind ursprünglich vor allem einige Dialogszenen wie eine längere ziemlich zu Beginn weggefallen, als Redfields Art, die Goldschürfer auszubeuten, im Rahmen einer Szene in der Bank etwas vertieft wird.
Der Film bietet alles, was das Fanherz begehrt: einen tollen Score von Ennio Morricones musikalischem Ziehsohn Bruno Nicolai und vor der Kamera eine Riege von bekannten Gesichtern des Genres. Allen voran sei hier Fabio Testi genannt, der im Jahr 1975 mit Lucio Fulcis „Verdammt zu leben, verdammt zu sterben“ einen der letzten und besonders brutalen Titel des Genres ablieferte. Als Gegenpart spielt Eduardo Fajardo, den spätestens seit „Django“ jeder Genrefan kennt, besonders gut auf. In einer kleineren Rolle ist José Calvo zu sehen, der hier den väterlichen Freund von Roy spielt, eine Rolle, die er so ähnlich bereits in „Für eine handvoll Dollar“ als Barkeeper Silvanito innehatte. Überhaupt bietet dieser Film alles, was man auch von einem Leone-Western zu erwarten hat: einen tollen Soundtrack, einen wortkargen Helden, der sogar die gleiche deutsche Synchronstimme wie Eastwood in den Dollar-Filmen hat (nämlich die von Klaus Kindler) und mit Roys Versuch, die Gangster gegeneinander auszuspielen, sogar eine vergleichbare Handlung wie in der „Handvoll“.
Roy spielt mit den verschiedenen Banditen, die die Goldschürfer um ihren Lohn betrügen, ein doppeltes Spiel und spielt alle in Eastwood-Manier gegeneinander aus. In erster Linie ist seine Antriebskraft die Rache – jedes Mal, wenn er einem der Gangster den Namen seines Freundes Emilio verrät, muss dieser in Roys Todeshagel sterben. Oberschurke Redfield weiß, dass mit Roy irgendwas nicht stimmt, er begeht aber den Fehler, den viele Schurken machen, denn er lässt Roy am Leben und lässt ihn zunächst für sich arbeiten, weil Redfield fälschlicherweise denkt, er sei schlauer als der geheimnisvolle Fremde. Fehlen darf natürlich auch nicht der obligatorische weibliche Blickfang, hier verkörpert von Jessica (Charo López), die hier relativ viel Haut zeigen darf. Die unter dem „Besitz“ der Gangster stehende Frau fügt sich hier passend in die Geschichte ein und macht nicht den Eindruck, eigentlich Fehl am Platze zu sein – Steffen Wulf, Verfasser des Klappentextes zur DVD zieht einen passenden Vergleich mit Mariannne Kochs Rolle der „Handvoll Dollar“. Insgesamt bietet „Knie nieder“ rund 100 Minuten lang erstklassige und harte Italowesternkost, die zu unrecht nahezu unbekannt ist und die sich jeder Leone-Fan problemlos angucken kann.
Digitale Aufarbeitung:
Gleich zu Beginn des Films gibt es einige wenige altersbedingte Unreinheiten zu sehen, die aber keinesfalls störend auffallen. Nach dem Vorspann wird das Bild dann sauber und selbst kleine Bildfehler muss man mit der Lupe suchen. Koch Media hat hier wieder eine gute Restaurationsarbeit abgeliefert und der Zuschauer wird wie gewohnt mit einem guten Kontrast und ebensolchen Farben verwöhnt. Der deutsche Ton verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit. Ehemals in der deutschen Fassung fehlende Szenen liegen auf italienisch mit deutschen Untertiteln vor.
An Extras gibt es wie üblich eine Bildergalerie mit Aushangfotos, sowie den deutschen und den englischen Filmtrailer. Kernstück ist die Featurette „Der Preis der Freiheit“, in der sich Regisseur Aldo Florio rund 30 Minuten lang zu Wort meldet und sich u.a. an diesen Film erinnert. Im Klapp-Digipak befinden sich auf 3 Seiten weitere Hintergrundinformationen zum Film in Form eines Klappentextes.
Fazit:
„Knie nieder und friss Staub“ hat leider nie einen Bekanntheitsgrad über kundige Genrefans hinaus erreicht, was sich mit dieser DVD-Veröffentlichung hoffentlich ändert. Wer auf die klassischen Italowestern der Marke Leone steht, macht mit diesem Film auf keinen Fall etwas verkehrt. Die DVD-Qualität ist sehr gut, für die Extras gilt das Gleiche.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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99:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie
- deutscher und englischer Trailer
- Klappentext mit Hintergrundinformationen
- Featurette "„Der Preis der Freiheit“ mit Regisseur Aldo Florio
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Knie nieder und friss Staub
Anda muchacho, spara!
Italowestern der härteren Gangart - Geheimtipp!
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1971 Regie: Aldo Florio Drehbuch: Bruno Di Geronimo Darsteller: Fabio Testi, Eduardo Fajardo, Massimo Serato, Luciano Pigozzi, Daniel Martín
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 03.07.2009
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