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DVD-Besprechung - Hasse deinen Nächsten
Story:
Ken Dakotas (Spiros Focás) Bruder Bill und dessen Frau werden vom Gangster Gary Stevens (George Eastman) ermordet, weil Bill eine Hälfte eines Planes zu einer Goldmine hat. Nur Kens kleiner Neffe überlebt den Mordanschlag, der zukünftig von Kens Frau Peggy (Nicoletta Machiavelli) betreut und versorgt wird. Ken selbst macht sich auf die Suche nach Stevens, um ihn seineer gerechten Strafe vor Gericht zuzuführen.
Meinung zum Film:
„Hasse Deinen Nächsten“ wurde im Jahre 1968 von Regisseur Ferdinando Baldi inszeniert. Baldi war für ganz hervorragende Genrebeiträge wie z.B. „Django, der Rächer“ oder „Blindman“ verantwortlich, aber auch für Gurken wie dem Spencer/Hill-Klon „4 Fäuste schlagen wieder zu“ – oder auch dem vorliegenden „Hasse deinen Nächsten“. Zugute halten muss man dem Film seinen hervorragenden Cast, bestehend unter anderem aus George Eastman („Ben und Charlie“), Horst Frank („Django und die Bande der Gehenkten“, ebenfalls inszeniert von Baldi) und Nicoletta Macchiavelli („Navajo Joe“). Der Film hat es nach seiner Entstehung nicht zeitnah in die deutschen Kinos geschafft und erlebte seine Premiere hierzulande erst im Jahr 2005 beim TV-Sender „Tele 5“, der eigens eine deutsche Synchronisation anfertigen ließ.
Vielleicht fängt die Abneigung gegen diesen Film bereits am Anfang deswegen an, weil er im Vollbild präsentiert wird, das stimmungsgebende und „teuer“ aussehende Breitbildformat also fehlt und das Gebotene eher den Eindruck eines Filmes von Billigfilmer Demofilo Fidani („Für einen Sarg voller Dollars“) macht. Auch die erst vor 4 Jahren erstellte Synchro lässt, obwohl professionell erstellt, keine rechte Stimmung aufkommen. Hat man bei Fidanis Beiträgen wenigstens das Vergnügen, sich an dem gebotenen Trash zu erfreuen, kann man Routinier Baldi hier keine nennenswerten handwerklichen Schnitzer vorwerfen außer dem, dass er einen langweiligen Film abgeliefert hat, den man kurz nach dem Ansehen bereits wieder vergessen hat. Die Handlung ist unnötig kompliziert, da wäre zum Einen die Geschichte um Ken Dakota, der den Schurken Gary Stevens ins Gefängnis befördern möchte, zum Anderen geht es um die Goldmine, dessen Aufenthaltsort aber nur Stevens und sein ungleich brutalerer Kumpel Malone (Horst Frank) kennen, und den auch jeweils nur zur Hälfte. Beide Storylines werden zwar gekonnt miteinander verwoben, dennoch mag aufgrund der nur höchstens durchschnittlichen Inszenierung kein rechtes Interesse beim Zuschauer aufkommen.
Der Protagonist wird vom wenig bekannten Spiros Focás gespielt, dessen hier gebotene Schauspielkunst sich nahtlos in den Rest des Gebotenen einschmiegt und über den Durchschnitt nie hinauskommt, geschweige denn Sympathie oder Identifizierung mit dem Zuschauer aufkommen lässt. Teilweise gerettet wird der Film durch die Präsenz Horst Franks, der als Bankier und gewissenloser Großgrundbesitzer eingeführt wird, der seine Sklaven am liebsten in tödliche Eisenklauen-Kämpfe verwickelt, denen er dann genüsslich zuguckt, bis einer der Kontrahenten gestorben ist. Ein weiteres Highlight ist die Szene, in der Malone versucht, Stevens’ Anteil am Gold für sich zu beanspruchen und Stevens daher kopfüber über einer Schlangengrube festbindet. Dies reicht aber alles nicht aus, um für 90 Minuten lange, gute Unterhaltung zu sorgen und daher wird man sich diesen Film einmal ansehen – und dann abhaken, ohne dass ein bleibender Eindruck erweckt wurde. Schade, dass es bei den vielversprechenden Namen in Cast und Crew nicht für ein überzeugendes Endergebnis gereicht hat.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchschnittlich gut geworden und bietet keine großen Ausreißer nach oben oder unten. Der deutsche Ton ist gut gelungen und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
An Extras gib es eine Bildergalerie, den englischen Trailer, sowie die interessante Featurette „Hass und Rache“, in der Regisseur Ferdinando Baldi und Darsteller Lugi Montefiori zu Wort kommen. Im Aufklappdigipak befinden sich auf 3 Seiten weitere Hintergrundformationen zum Film.
Fazit:
„Hasse Deinen Nächsten“ bietet einige interessante Namen, die vor und hinter der Kamera agieren, jedoch stellt sich beim Sichten dieses Films sehr schnell die Gewissheit ein, es bei diesem Beitrag mit einem „Schnarcher“ zu tun zu haben, den man sich einmal ansieht und dann vergisst. Schade.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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85:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie
- englischer Trailer
- Featurette "Hass und Rache" mit Darsteller George Eastman und Regisseur Ferdinando Baldi
- Hintergrundinformationen als Klappentext
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Hasse deinen Nächsten
Odia il prossimo tuo
Außen hui - innen leider überwiegend nur pfui!
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1968 Regie: Ferdinando Baldi Drehbuch: Ferdinando Baldi Darsteller: Spiros Focás, George Eastman, Horst Frank, Nicoletta Machiavelli, Ivy Holzer
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 03.07.2009
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