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DVD-Besprechung - Last Minute Baby

Story:
Georgina (Heather Graham) hört plötzlich die biologische Uhr mit ohrenbetäubender Lautstärke ticken. Freund Zak (Tom Ellis), der sich dazu völlig taub stellt, wird Opfer des Baby-Fiebers: er fliegt raus. Besessen geht Georgie auf Sperma-Jagd. Doch die gesamte Londoner Männerwelt scheint plötzlich mit dem begehrten Stoff zu geizen. Die attraktive Blondine greift zu immer aberwitzigeren Mitteln, um endlich ans Ziel ihrer Baby-Träume zu gelangen. Sie ahnt nicht, dass Ex-Freund Zak im fernen Irland inzwischen das Trappeln kleiner Füßchen gar nicht mehr so abschreckend findet.

Meinung zum Film:
Romantische Komödien mussten ja noch nie realistisch sein. Gerne mal wird dafür sogar die Fantasyschiene ausgepackt und man sieht beispielsweise holde Gentlemen aus der Vergangenheit ("Kate & Leopold"), die einfach mal so in der Gegenwart auftauchen, oder täglich grüßende Murmeltiere, weil man selbst in einer Zeitschleife festhängt. Am absurdesten sind allerdings oft gerade die Streifen, die eigentlich gar nicht sonderlich absonderlich erscheinen wollen ... So auch in diesem Fall: Die gut aussehende Georgina Scott (Heather Graham, "From Hell") erfährt zufällig, dass sie - aufgrund der seltenen "frühen Menopause" - nur noch eine einzige Eizelle übrig hat und diese ausgerechnet innerhalb der nächsten zwei Wochen befruchtet werden muss, will Georgina nicht für immer ohne eigene Kinder bleiben. Mal abgesehen von der Tatsache, dass das Konzept "biologische Uhr läuft ab" keineswegs ein neues Thema im Genre ist, ist es noch dazu nahezu unmöglich, von einem Arzt so eine definitive Zeitspanne vorgegeben zu bekommen ...

Zu dumm für Georgina ist die Tatsache, dass ihr Freund Zak nicht nur gerade arbeitsbedingt nicht da ist, sondern sie auch kurz darauf von ihm erfährt, dass er keine Kinder haben möchte. Während sie ihn deswegen in die Wüste schickt, stellt Freundin Clem (Mia Kirshner, "The L Word") einen Notfallzeitplan auf, da es nun wirklich knapp wird: Tag 1 - Tür und Tor offen halten und hoffen, dass man einen potenziellen Untermieter verführen kann. Tag 2 - Eine Beerdigung besuchen und sich an einen gut aussehenden "verzweifelten" Kerl ranschmeißen. Tag 3 - In einen Club gehen und sich einfach irgendjemanden angeln. Tag 4 - Wenn sonst wirklich gar nichts geholfen hat, sich von seinem schwulen Freund Justin schwängern lassen ... Nun ja, hört sich peinlich albern an, ist es auch. Und natürlich stellt der geläuterte Freund in der Ferne unterdessen fest, dass Kinder doch vielleicht gar nicht so schlecht sind, und versucht alles, um schnellstmöglich nach Hause zu kommen.

Letzlich funktioniert "Last Minute Baby" aufgrund verschiedener Probleme nicht. Das größte davon ist sicherlich die Tatsache, dass der komplette Film weder ausreichend lebhaft oder lustig wirkt, um wirklich dem Anspruch an eine romantische Komödie gerecht zu werden. Die Geschichte entwickelt sich auf eine Weise, die einfach nicht leichtherzig genug wirkt, um zu der albernen Komik zu passen, die zum Einsatz kommt. Das Drehbuch vermischt zu viele Drama-Elemente mit zu übertriebenen Slapstick-Einlagen - und beides zusammen funktioniert, zumindest in diesem Fall, nicht wirklich. Wer Heather Graham mag, kann sich "Last Minute Baby" zwar mal zwischendurch anschauen, alle anderen greifen lieber auf einen der altbekannten Genrevertreter zurück. Denn der Film bietet nicht nur absolut nichts Neues, sondern noch dazu ausschließlich dämliche Klischees, die man schon tausendmal in besserer Form gesehen hat.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch bewegt sich "Last Minute Baby" im Mittelfeld. Die Farben des Transfers wirken natürlich, aber etwas ausgewaschen und lassen die Leuchtkraft und Brillanz sonstiger Komödien vermissen. Die Schärfe liegt auf einem guten Niveau, könnte aber im Detailbereich etwas besser sein. Rauschen gibt es dezent im Hintergrund, analoge Defekte sind nicht zu erkennen. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor und bietet klar verständliche Dialoge. Die Hintergrundmusik wird ganz nett im Raum verteilt, insgesamt bleibt das Geschehen aber natürlich genrebedingt frontlastig, weshalb sich auch mal wieder die zusätzlich vorhandene deutsche dts-Tonspur nicht erklären lässt. Klangtechnisch hat diese bei "Last Minute Baby" gegenüber ihrem Dolby-Pendant keinerlei Vorteile und nimmt dem Bild nur unnötig Speicherplatz weg.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film sowie ein achteinhalbminütiges "Making of", das ganz interessant ist, aber hauptsächlich aus Cast- und Crew-Interviews besteht. Gegen das riesige FSK-Logo auf der Front verfügt die DVD über ein Wendecover.


Fazit:
"Last Minute Baby" hat nicht nur einen selten dämlichen Titel, sondern ist auch insgesamt ein Film, den niemand wirklich braucht. Fans von Heather Graham können zwar zugreifen, alle anderen werden aber wohl keine Zeit mit dem Streifen verschwenden, da die Mischung aus Slapstick und Drama hier nicht überzeugend funktioniert und man alle Klischees in anderen Filmen schon mal in überzeugenderer Form gesehen hat. Technisch liegt die DVD im mittelmäßigen Bereich, an Extras wird etwas gegeizt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,85:1
1,85:1
99:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
Last Minute Baby - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Last Minute Baby
Miss Conception

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Schwache Komödie, die nichts Neues bietet


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / USA / Deutschland, 2008
Regie:
Eric Styles
Drehbuch:
Camilla Leslie
Darsteller:
Heather Graham, Mia Kirshner, Tom Ellis, Will Mellor, Orlando Seale

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
23.07.2009