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DVD-Besprechung - Eaten Alive - Im Blutrausch
Story:
Tief in den Sümpfe der Südstaaten steht das herunter gekommene „Starlight Hotel“, welches von dem sehr merkwürdigen Judd (Neville Brand) betrieben wird. Judd hat nur wenige Freunde darunter den sexsüchtigen Buck (Robert Englund) und ein großes hungriges Krokodil. Da Judd gelegentlich dazu neigt, seine Hotelgäste zu töten, ist das Krokodil als Entsorgungsmethode nahezu ideal. Probleme gibt es nur, wenn zu viele Gäste auf einem Schlag da sind und die kommen reichlich.
Meinung zum Film:
Tobe Hooper schuf 1974 mit „The Texas Chainsaw Massacre“ einen Meilenstein des Horrorkinos und blieb dem Genre treu. Mit „Eaten Alive“ der in Deutschland unter dem Titel „Death Trap“ erschien, folgte 1977 ein Film im Grindhouse-Stil, den offenbar auch Quentin Tarantino schwer beeindruckt hat. Der lässige Spruch in „Kill Bill 1“, in der Szene als Uma Thurman noch im Koma liegt, stammt nämlich aus „Eaten Alive“: „My Name is Buck…“. Die Story basiert auf der wahren Geschichte des Wirtes Joe Ball, dem Inhaber der Raststätte „The Sociable Inn“ in Texas. Eine der Attraktionen waren die hübschen Kellnerinnen, sowie ein Pool mit fünf echten Alligatoren. Zur Unterhaltung seiner Gäste warf er mal Fleischbrocken, aber auch Katzen und Hunde den Krokodilen zum Fraß vor. Mindestens fünf Morde gehen auf Joe Balls Rechnung, wahrscheinlich sind es aber mehr gewesen. Dies ist die Basis für Hoopers „Eaten Alive“.
Hooper schuf für seinen Film eine Südstaatenkulisse, die er mit teils extremen Lichtinstallationen beleuchtet, ähnlich wie es Dario Argento („Opera“) in seinen besten Zeiten tat. Die Szenerie erhält dadurch einen surrealistischen Charakter und eine gewisse Künstlichkeit. Die recht überzeichneten Charaktere vervollständigen den trashigen Eindruck und sind ein Beispiel für ein Filmgenre, das es in dieser Breite wohl nicht wieder geben wird. Freunde dieser Filme werden sich über diese DVD sicherlich freuen, obwohl sie zur Zeit ihrer Veröffentlichung als Schundfilme galten. „Eaten Alive“ bietet sicherlich kein erstklassiges und opulentes Augenschmankerl, bei dem man stets neue liebevolle Details zu sehen bekommt. Dafür gibt es eine erstklassige Achterbahnfahrt des psychischen und physischen Grauens.
Das erste bekannte männliche Gesicht, das der Zuschauer in diesem Film zu sehen bekommt, ist das von Robert Englund („2001 Maniacs“), welcher am Anfang seiner Karriere stand. Als Buck gibt er den notgeilen Südstaatentypen, der immer kann, immer will und immer davon redet. Neville Brand („Tora Tora Tora!“) wurde von Hooper in die Rolle des psychopatischen Judd gesteckt, der seine Hotelgäste an sein Krokodil verfüttert. In diese Rolle steht er den schrägen Familienmitgliedern aus dem Kettensägenmassaker in nichts nach. Mel Ferrer („Krieg und Frieden“) bekommt als biederer Vorzeigevater sein Fett weg und als seine Tochter Angie läuft Kyle Richards („Unsere kleine Farm“) über die Leinwand. Erstmals ist der Film ungeschnitten erhältlich.
Digitale Aufarbeitung:
Für Filmmaterial, das aus 1977 stammt und zudem noch nicht zu den hochwertigsten gezählt werden darf, ist das nun vorliegende Ergebnis als ordentlich anzusehen. Das Niveau aktueller Silberlinge erreicht das Bild sicherlich nicht, dennoch ist es besser als jedes VHS-Tape. Die Farben sind sehr kräftig ausgefallen und die Bildschärfe ist akzeptabel. Der Kontrast ist schwach und es zeigt sich ein deutliches Rauschen. Hin und wieder sind Kratzer und Dropouts erkennbar. Der Ton ist besser geworden und wirkt keineswegs dumpf.
Die Extras eröffnen mit einem Feature zu Regisseur Tobe Hooper und seiner Sicht der Produktion von „Eaten Alive“. Auch Robert Englund bekommt Gelegenheit, sich mit einem Blick zurück zu dem Film zu äußern, was dann auch eine gute Viertelstunde dauert. Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Serienkiller Joseph „Joe“ Ball und seinen Untaten. Dann darf auch Marilyn Burns einen kleinen Rückblick wagen und eine Bildergalerie die einen Blick hinter die Kulissen bietet ist ebenfalls abrufbar. Weiterhin gibt es eine alternative Titelsequenz und Credits als Extras. Der Hauptfilm kann zudem mit einem Audiokommentar von Drehbuchautor und Produzent Mardi Rustam, Leider sind alle Extras in englischer Sprache.
Fazit:
„Eaten Alive“ kommt erstmals in einer ungeschnittenen deutschen Fassung in die heimischen Pantoffelkinos und Fans des Genres können sich auf dieses Kleinod freuen. Das Alter des Materials ist zwar erkennbar, aber insgesamt merkt der Zuschauer deutlich, dass sich etwas an der technischen Umsetzung getan hat.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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87:05 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Englisch |
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Bonusmaterial:
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- The Gator Creator: Tobe Hooper
- My Name is Buck: Robert Englund
- Die Legende von Joe Ball
- Fünf Minuten mit Marilyn Burns
- Bildergalerie
- Audiokommentar
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Eaten Alive - Im Blutrausch
Eaten Alive
Genialer Grindhouse-Klassiker
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1977 Regie: Tobe Hooper Drehbuch: Alvin L. Fast, Kim Henkel, Mardi Rustam Darsteller: Mel Ferrer, Robert Englund, Neville Brand, Carolyn Jones, Marilyn Burns
Label :
Epix
Verkaufsstart : 24.07.2009
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