Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Das Gesetz der Ehre
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.897 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Das Gesetz der Ehre

Story:
Ray Tierney (Edward Norton) hatte sich vom aktiven Polizeidienst in den Straßen New Yorks zurückgezogen, nimmt allerdings auf Drängen seines Vaters, Kommandant Francis Tierney, Sr. (Jon Voight) die Ermittlungen nach dem Täter in einem vierfachen Polizistenmord auf. Die getöteten Beamten waren allesamt unter dem Kommando von Rays Bruders Francis Tierney Jr. (Noah Emmerich) und Kollegen von Jimmy Eagan (Colin Farrell), dem Mann von Rays Schwester. Doch schon bald muss Ray erkennen, dass hinter der Sache mehr als nur ein einfacher Mord an Polizisten steckt, was schnell zu einer Zerreißprobe für die einst so stolze Familie voller Polizeibeamter wird.

Meinung zum Film:
„Das Gesetz der Ehre“-Regisseur und Co-Drehbuchautor Gavin O'Connor („Miracle“) brachte knapp ein Jahr, nachdem „Street Kings“ in den Kinos lief, ein weiteres Polizistendrama in die Kinos, das sich mit Korruption und der dehnbaren Auslegung von Gesetz und Ordnung beschäftigt. Während David Ayers Werk mehr auf Action und Thrill setzte, legt O’Connor einen Großteil seines Augenmerks auf die persönlichen Seiten der Handelnden, die in diesem Fall Mitglieder einer stolzen Familie sind, in der die männlichen Mitglieder im Polizeiapparat dienen. Für die einzelnen Rollen konnten namhafte Darsteller verpflichtet werden. Jon Voight („Das Vermächtnis der Tempelritter“) spielt Francis Sr., das Familienoberhaupt und gleichzeitig Kommandanten der Polizei in Manhattan. Noah Emmerich („Little Children“), Francis Jr., ist sein ältester Sohn, Leiter der Wache 31, der kurz vor einer großen Beförderung steht, seine Frau Abby wird gespielt von Jennifer Ehle („Pride and Prejudice“). Lake Bell („Love Vegas“) spielt Tochter Megan, die mit Jimmy Eagan, gespielt von Colin Farrell („Cassandras Traum“), verheiratet ist. Die zentrale Figur des Films ist der etwas aus der Art geschlagene Ray, der von Edward Norton („Fight Club“) dargestellt wird. Allerdings kann keiner der Darsteller wirklich überzeugen. Jon Voight und Edward Norton spielen zwar zumindest routiniert, Colin Farrel hingegen eher unglücklich. Seine Mischung aus begossener Pudel und durchgedrehter Psychopath kommt alles andere als authentisch herüber und lässt vor allem seine Figur im Film reichlich unglaubwürdig erscheinen.

Bei der Inszenierung hat sich Gavin O’Connor für eine etwas unruhige Handkamera entschieden, die immer mitten drin im Geschehen ist. Dies vermittelt zum Einen zwar eine gewisse Nähe, die einem das Gefühl vermitteln kann, direkt beim Geschehen dabei zu sein. Zum Anderen sorgt die hektischen Wackelaufnahmen aber auch dafür, dass stellenweise der Durchblick ein wenig verloren geht und zudem die Unruhe im Bild streckenweise als störend empfunden wird. Vor allem in den schnelleren Actionsequenzen, in denen gerannt wird oder Tumulte entstehen, ist es nicht immer ganz leicht, den Durchblick zu behalten. Die Atmosphäre des Films ist recht kühl und düster gehalten. Die Farben werden dominiert von Blau- und Brauntönen, was den recht tristen und trostlosen Gesamteindruck der Geschichte sehr gut zu Gesicht steht. Denn „Das Gesetz der Ehre“ ist alles andere als das scheinende Portrait einer ruhmreichen Familie, die sich voller Stolz dem NYPD hingibt. Es dauert nicht lange, bis der Zuschauer erkennt, dass jeder nur seinen eigenen Ziel hinterher jagt und der Dienst bei der Polizei dabei nur Mittel zum Zweck ist. Einzig Ray hat es nach einem prägenden Ereignis geschafft, sich dieser Tradition zu entziehen und sein Leben so zu leben, dass er sich selbst noch treu bleiben und aufrechten Blickes in den Spiegel schauen kann.

Der Rahmen für den Film ist sicherlich bestens abgesteckt und viel versprechend. Allerdings hat es Gavin O’Connor zusammen mit seinem Co-Autor Joe Carnahan („Smokin' Aces“) nicht geschafft, das passende Maß für die Umsetzung des Plots zu finden. Ein Problem ist das Einbinden von auf den ersten Blick wichtigen Nebencharakteren, die am Ende aber im Nichts verpuffen. Wie z.B. die offensichtlich krebskranke Frau von Francis Jr, die sehr melodramatisch ins Bild gesetzt wird, für die Geschichte aber kaum eine Bedeutung hat. Auch wichtig erscheinende Figuren, wie ein Zeitungsreporter, der mit großen Schlagzeilen droht, am Ende aber ins große Nichts verschwindet, sorgen nicht unbedingt dafür, die Story runder erscheinen zu lassen. So gibt es immer wieder einige Szenen zu sehen, die dem Film vollkommen unnötige das Tempo nehmen und auch die Dramaturgie-Schraube in die falsche Richtung bewegen. Das Finale ist dann nur noch als Totalausfall zu sehen. War O’Connor bis dahin weitgehend um einen ernsten Rahmen bemüht, landet er spätestens hier in der Ausbeutung von billigen Klischees und verwandelt seine bis dahin liebevoll aufgebauten Charaktere in platte Stereotypen. Schlecht wird „Das Gesetz der Ehre“ dadurch zwar auch nicht unbedingt, verankert den Film aber endgültig im Mittelmaß der Hollywoodproduktionen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist recht gut gelungen. Es gibt zwar immer wieder Rauschen zu sehen und die Farbfilter beeinflussen die Schärfe leicht zum Nachteil, generell kann man mit dem Ergebnis aber gut leben. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut gelungen und wenn es die Szenerie ermöglicht, wird auch immer für einen passenden raumfüllenden Sound gesorgt.

Die Extras sehen auf den ersten Blick mit lediglich einem Making Of recht mager aus, doch der 67 Minuten dauernde Beitrag stellt so manche Schnipselsammlung im Bonusmaterial deutlich in den Schatten. Der Bericht über die Bemühung möglichst hohe Authentizität zu erschaffen, indem man mit echten Polizisten unterwegs war oder an Trainingsprogrammen teilnahm, ist höchst interessant und sehenswert.

Fazit:
„Das Gesetz der Ehre“ ist ein mehr in das Drama- als in das Thriller-Genre tendierender Film, der einen interessanten Plot lediglich durchschnittlich umsetzen konnte. Vor allem Defizite im Tempo und der Dramaturgie sorgen immer wieder für Durchhänger in einem Film, der mit einem platten Finale ein wenig enttäuscht. Insgesamt ein durchschnittliches Polizeidrama, das bei überschaubaren Erwartungen aber zumindest kurzweilig unterhalten kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
124:47 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of
Das Gesetz der Ehre - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Gesetz der Ehre
Pride and Glory

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein mittelmäßges Polizisten-Drama, bei dem die großen Namen nicht ganz halten können, was sie versprechen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland, 2008
Regie:
Gavin O'Connor
Drehbuch:
Gavin O'Connor, Joe Carnahan, Robert Hopes
Darsteller:
Edward Norton, Colin Farrell, Jon Voight, Noah Emmerich, Lake Bell, Jennifer Ehle, John Ortiz, Frank Grillo, Shea Whigham, Wayne Duvall

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
12.06.2009