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DVD-Besprechung - Gran Torino
Story:
Walt Kowalski (Clint Eastwood), ein Korea-Krieg-Veteran und späterer Ford-Werke-Angestellter hält nicht viel von Einwanderern. Dummerweise hat sich seine Nachbarschaft in den letzten Jahren sehr gewandelt und seine nähere Umgebung besteht praktisch nur noch aus dem von ihm verhassten Klientel. Kurz nach dem Tod von Walts Frau zieht eine asiatische Einwandererfamilie in das Nebenhaus, und deren Sohn Thao (Bee Vang) erhält von einer Jugendbande den Auftrag, Walts scheckheftgepflegten 1972’er Gran Torino zu klauen. Walt verhindert den Diebstahl und nähert sich Thao und seiner Familie an.
Meinung zum Film:
Clint Eastwoods Karriere kam 1964 richtig in Schwung, als er vom Italiener Sergio Leone für dessen „Für eine handvoll Dollar“ engagiert wurde. Der Rest ist Geschichte: Eastwood wurde vor der Kamera ein Weltstar und setzte sich schon frühzeitig auf den Regiestuhl. Einer seiner ersten Arbeiten war 1973 der düstere Western „Ein Fremder ohne Namen“, bei denen die Handschrift Leones klar erkennbar war. Eine weitere Paraderolle war die des Polizisten „Dirty“ Harry Calahan unter der Regie von Don Siegel, die ihm einerseits weiteren Ruhm, andererseits aber auch durch die Härte von Calahan bei einigen den Vorwurf einbrachte, reaktionäres Gedankengut in die Kinos zu tragen. Mit „Gran Torino“ kehrt Eastwood sowohl vor als auch hinter der Kamera in gewisser Weise wieder in seine Rolle des „Dirty Harry“ zurück.
Zu Beginn weiß man noch nicht so recht, in welche Schublade man diesen Film stecken soll. Wenn Kowalski mit seinen Schimpftiraden und seiner Abneigung gegen andere Menschen, die er nicht mal ansatzweise zu verstecken versucht, anfängt, überwiegt beim Zuschauer klar die heitere Note. Das gleiche gilt auch für die Szene, als er seine jugendliche Enkelin abfällig mustert und man sich ob ihres Aussehens sicher sein kann, dass Kowalski überhaupt nichts mit ihr anfangen kann. Traurig wird es dann aber, wenn der Zuschauer realisiert, dass Walt auch mit seinen eigenen beiden Söhnen überhaupt nichts anfangen kann, und diese auch nicht mit ihm. Ausgerechnet eine asiatische Familie, die in das Haus nebenan einzieht, schafft es dann aber, aus Kowalski so etwas wie einen Menschen zu machen. Zuvor muss der jugendliche Thao jedoch, gezwungen von einer Jugendbande, erst mal versuchen, Walts Heiligtum, seinen Ford Gran Torino zu stehlen. Natürlich misslingt dieses Vorhaben und schon nach kurzer Zeit wird Thao von seinen Eltern zu Kowalski geschickt, um seine Schuld eine Woche lang abzuarbeiten. Was Kowalski natürlich in vollen Zügen ausnutzt. Dabei lernen sich die beiden aber näher kennen und es flammt so etwas wie eine Freundschaft zwischen den beiden auf, die gerade Eastwood hervorragend zu spielen weiß, weil er mit seiner granteligen, aber zunehmend liebenswürdigeren Art immer mehr Pluspunkte beim Zuschauer einstreichen kann.
Natürlich ahnt man als Zuschauer, dass die Situation mit Thao und der Gang, der er seit der Torino-Sache aus dem Weg zu gehen versucht, noch nicht erledigt ist und natürlich ist es so, dass sich Kowalski in die Sache einmischt. Hier gibt es dann am Ende des Films ein Finale zu erleben, das man als Zuschauer so nicht erwartet hat und das noch lange im Kopf hängen bleibt. Alles in allem kann man diesen Film gern als „Alterswerk“ (zumindest VOR der Kamera) von Clint Eastwood ansehen, weil er hier in gewisser Weise zu seinen Paraderollen zurückkehrt und ihnen eine ironische Beinote verpasst, ohne seinen „namenlosen Fremden“ oder seinen „dreckigen“ Polizisten der Lächerlichkeit oder der Unglaubwürdigkeit preis zugeben. Dass Eastwood die gesamte Nachbarsfamilie, von der Großmutter bis zum Darsteller des Thao, mit Asiaten besetzte, die niemals zuvor vor einer Kamera standen, trägt noch zusätzlich dazu bei, es hier mit einem „authentischen“ und glaubhaften Film zu tun haben. Nicht nur Eastwood-Fans können hier bedenkenlos zugreifen!
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und bietet eine angenehme Schärfe und einen guten Kontrast. In einigen dunklen Szenen hätte das Bild allerdings einen Tick detailreicher sein können, um den Überblick zu behalten, aber möglicherweise war das so beabsichtigt. Der deutsche Ton in Dolby Digtal 5.1 verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit, auf den hinteren Lautsprecher passiert jedoch nicht allzu viel.
An Extras gibt es die rund zehnminütige Featurette "Die Bemannung des Rades", sowie "Gran Torino: mehr als ein Auto" mit einer Länge von rund 4 Minuten. Bei beiden geht es fast ausschließlich um das titelgebende Auto und bietet für den Zuschauer überhaupt keinen Mehr-, geschweige denn einen Unterhaltungswert. Schade.
Fazit:
„Gran Torino“ ist in gewisser Weise ein Abgesang auf Clint Eastwoods Paraderollen des harten Polizisten, bzw. des „namenlosen Fremden“. Teilweise mit Humor gespickt gibt Eastwood sich selbst eine ironische Beinote, ohne sich jedoch der Lächerlichkeit preiszugeben. Daneben ist der Film spannend und bleibt auch noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis haften – ein uneingeschränkter Kauftipp, trotz der mehr als mageren Extras!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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111:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- "Die Bemannung des Rades"
- "Gran Torino: mehr als ein Auto"
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Gran Torino
Gran Torino
Eastwood will's noch mal wissen!
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Clint Eastwood Drehbuch: Nick Schenk Darsteller: Clint Eastwood, Christopher Carley, Bee Vang, Ahney Her, Brian Haley
Label :
Warner Home Video Germany
Verleihstart : 10.07.2009 Verkaufsstart : 10.07.2009
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verleihstart : 10.07.2009 Verkaufsstart : 10.07.2009
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