 |
DVD-Besprechung - Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin
Story:
Rebecca Bloomwood (Isla Fisher) shoppt für ihr Leben gern und genießt ihr Dasein in der glamourösen Metropole New York. Ihr großer Traum ist es, eines Tages Karriere bei einem bekannten Modemagazin zu machen. Doch stattdessen landet Rebecca, für die Geld nur zum Ausgeben da ist, ausgerechnet bei einem Wirtschaftsmagazin desselben Verlages. Ihre Finanz-Kolumne wird tatsächlich ein großer Erfolg und mit einem Mal scheint das Leben auf der Überholspur in greifbarer Nähe - bis Rebecca von ihrem leicht überzogenen Bankkonto eingeholt wird. In ihrem selbst geschaffenen Chaos droht Rebecca unterzugehen, da sie sich gleichzeitig die Bank vom Leib halten, ihren höchst attraktiven Chef Luke Brandon (Hugh Dancy) beeindrucken und die Karriereleiter nach oben klettern muss - ein Grund mehr, sich zur Entspannung eine Kleinigkeit zu gönnen.
Meinung zum Film:
Journalistin Rebecca Bloomwood (Isla Fisher, "Scooby Doo") ist kaufsüchtig - und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ganz extrem! Sie weiß schon gar nicht mehr, was sie denn überhaupt alles gekauft hat - und den Überblick über ihre diversen Kreditkartenrechnungen hat sie auch vor längerer Zeit bereits verloren. Sie träumt davon, bei einer Modezeitschrift zu arbeiten, doch kommt zufällig beim gleichen Verlag an einen Job bei einem Wirtschaftsmagazin zum Thema "Sparen". Und natürlich kommt es zu kleineren Problemen, wenn die New Yorker Shoppingsüchtige Nr. 1 andere Leute in einer Kolumne über das Thema "richtiger Umgang mit Geld" aufklären soll. Zu kämpfen hat sie allerdings nicht nur mit ihrer neuen Tätigkeit, sondern auch mit der Tatsache, dass ihr ein Schuldeneintreiber dicht auf den Fersen ist - und sie sich noch dazu in ihren Chef Luke (Hugh Dancy, "King Arthur") verliebt ...
Man sollte zwar nicht vom Filmplakat bzw. DVD-Cover auf die Qualität eines Films schließen, aber wer bei "Shopaholic" aufgrund des verwendeten Motivs eine ziemlich sinnfreie, hirnlose Großstadt-Komödie erwartet, der hat damit absolut und in jeder Hinsicht völlig Recht. Die Figuren sind ausnahmslos wandelnde Klischees, allen voran natürlich Rebecca, die als mode- und kaufsüchtige New Yorkerin aus dem Bilderbuch in nahezu jeder (romantischen) Komödie als nervige Nebenfigur auftauchen könnte, hier aber - da sie im Mittelpunkt des Geschehens steht - dazu verdammt ist, die mehr als dünne Handlung zusammenzuhalten. Problematisch ist vor allem der mehr als unreflektierte Umgang mit dem Thema Kaufsucht. Und wer sich denkt "Ah, endlich mal ein Film dazu", wird bald schon enttäuscht feststellen müssen, dass eventuell kritische Ansätze, die zweifellos sogar irgendwo existieren, vom Drehbuch gnadenlos niedergemäht werden. Klar, Rebecca ist aufgrund ihrer Kaufsucht in einer Selbsthilfegruppe, doch dient diese nur - wie so oft - als Mittel zum Zweck für einige billige Gags und letztlich bekommt man als Zuschauer doch irgendwie den Eindruck, dass das letztliche Fazit lautet: "Glücklich wird man erst, wenn man sich so viel kauft wie möglich!"
Andererseits muss man aber auch erwähnen, dass der Film durchaus zu unterhalten weiß, wenn einen diese Punkte nicht stören. Bezeichnend dürfte bereits die Tatsache sein, dass Jerry Bruckheimer ("Bad Boys", "Fluch der Karibik") als Produzent fungierte. So bekommt man ein Werk vorgesetzt, das zwar inhaltlich weit auf der Strecke, aber zumindest optisch tadellos bleibt. Der Film wirkt durchgehend wie ein lebendig gewordenes Modemagazin. Gut aussehende Darsteller vor luxuriösen Kulissen, dazu wird man von aktueller Chartmusik eingelullt. Das ist zwar weder spannend noch spektakulär oder gar innovativ, reicht aber zumindest aus, um anderthalb Stunden zu überbrücken, wenn man gerade gar nichts Besseres zu tun haben sollte. Und schon allein wegen des Kurzauftritts von John Goodman ("Roseanne") kann man es, wenn man denn möchte, ruhig riskieren, mal einen Blick in "Shopaholic" zu werfen.
Digitale Aufarbeitung:
Technisch gibt es bei "Shopaholic" kaum Grund zur Klage. Das Bild ist klar und sauber, die Farben wirken natürlich, die Schärfe ist über weite Strecken zufriedenstellend. Rauschen tritt nur dezent im Hintergrund auf. Allerdings fällt auf, dass es bei schnelleren Bewegungen zu Kammeffekten an den Kanten kommt, was wohl auf eine nicht ganz saubere Normwandlung des Masters zurückzuführen ist. Der Ton bietet das, was man von einer Komödie erwartet: Klar verständliche Dialoge, die Musik verteilt sich auch ganz nett im Raum. Genrebedingt bleibt alles aber natürlich ziemlich frontlastig.
Das Bonusmaterial ist wenig spektakulär. Es gibt vier kurze zusätzliche Szenen, das Musikvideo zum Song "Stuck With Each Other" und einen sehr minimalistischen, zweiminütigen Zusammenschnitt verpatzter Szenen, die aber nicht so wirklich lustig sind ...
Fazit:
"Shopaholic" ist eine sinnfreie Komödie, die das Thema Kaufsucht nicht mal ansatzweise reflektierend aufzugreifen versucht, sondern lediglich als Mittel zum Zweck für einige billige Gags einsetzt. Wenn man mal gar nichts zu tun hat, reicht der Film zwar zur Zeitüberbrückung bei zu viel Langeweile, sehen muss man ihn aber wirklich nicht. Technisch gibt es bei der DVD keine großen Probleme, das Bonusmaterial ist allerdings etwas mager ausgefallen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
100:03 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
Türkisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Arabisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Kroatisch, Serbokratisch, Slowenisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Zusätzliche Szenen
- Pannen vom Dreh
- "Stuck With Eath Other" - Musikvideo von Shontelle feat. Akon
|
|  |
Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin
Confessions of a Shopaholic
Sinnfreie Komödie ohne Tiefgang zum Thema
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: P.J. Hogan Drehbuch: Tracey Jackson, Tim Firth, Kayla Alpert Darsteller: Isla Fisher, Hugh Dancy, Krysten Ritter, Joan Cusack, John Goodman
Label :
Touchstone Home Entertainment
Verkaufsstart : 18.07.2009
|