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DVD-Besprechung - George Gently - Staffel 1

Story:
Großbritannien 1964: George Gently (Martin Shaw) ist einer der letzten aufrechten klassischen Inspektoren der Londoner Metropolitan Police. Er steht für die Ehrenheftigkeit und Unbestechlichkeit der Gesetzeshüter ein, während in Polizeikreisen immer öfter über Korruption und Machtmissbrauch in den eigenen Reihen hinweggesehen wird. An Gentlys Seite arbeitet Sergeant John Bacchus (Lee Ingleby), ein junger aufstrebender, aber hin und wieder aufmüpfiger und auch leicht tolpatschiger Nachwuchspolizist, der vom erfahrenen Gently als Anhänger der alten Schule öfters zurechtgewiesen werden muss. Zusammen bekämpfen Sie die Ungerechtigkeit, jeder auf seine Weise – letztendlich aber doch gemeinsam.

Meinung zum Film:
Alle Geschichten von "George Gently" basieren auf den Krimi-Romanen des Engländers Alan Hunter. Die Fernsehauswertung auf der britischen Insel stellte mit 6,5 Millionen Zuschauern die BBC sehr zufrieden. Ein Erfolg, den auch das ZDF mit der Ausstrahlung der ersten Staffel am 14., 21. und 28. Juni diesen Jahres bei einer durchschnittlichen Zahl von 3 Millionen Zuschauern bestätigte.  In den ersten drei Folgen formiert sich das Team aus George Gently (Martin Shaw / "Die Profis") und John Bacchus (Lee Ingleby / "Die letzte Legion"). Gently wechselt aus Englands Hauptstadt London aufs Land und wird Vorgesetzter des jungen Nachwuchspolizisten. In der Pilotfolge "Kalte Rache" kommt es zum Mord an Gentleys Frau - ein für ihn einschneidendes Erlebnis - was zu seinem Wunsch führt, mit der Polizeiarbeit aufzuhören. Als er jedoch erfährt, dass im Nordwesten Englands Joe Webster (Philip Davis / "Cassandras Traum") - der Mörder seiner Frau - bei einer Beerdigung eines weiteren Mordopfers gesehen wurde, beschließt er, den Fall zu übernehmen und Webster zu jagen. Am Ende übernimmt er die Führung der dortigen Polizeidienststelle und muss im zweiten Teil ("Der Verbrannte") einen rätselhaften Leichenfund aufklären. Die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten menschlichen Überreste helfen dabei nicht viel weiter. Nur ein Ring, welcher in der Asche gefunden wird, bringt das ungleiche Duo auf die Spur des Verbrechers. Mit einer Leiche der besonderen Art schließt auch "Die Schuld der Väter", als dritte Folge diese erste "George Gently" Staffel, ab. Ein ehemaliger Bomberpilot der deutschen Wehrmacht wird während eines Urlaubsaufenthaltes bei englischen Bauern mit gebrochenem Rückgrat tot aufgefunden. Ein verstricktes Netz aus Hinweisen und Ahnungen lassen Gently und Bacchus fast verzweifeln. 

Das Alleinstellungsmerkmal an "George Gently" ist definitiv das besondere Flair der 1960-er Jahre des ländlichen Englands. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der Folgejahre werfen hin und wieder ihre Schatten voraus. Diese Elemente prägen die Geschehnisse auf der Storyebene der Serie, deren Kombination mit historisch nachgebildeten Sets und Kulissen mitsamt dem stimmig passenden Soundtrack den serieneigenen Charakter ergeben. Auch die visuelle Gestaltung der Bilder wirkt unterstützend. Viele dunkle Sequenzen, bei mäßigem Licht gefilmte Landschaftsaufnahmen und Straßenszenen bei zwielichtigem Schimmer schwören eine unsichere Atmosphäre herauf, wie es beispielsweise der 'Film noir' nicht hätte besser machen können. Zudem ist die Figurencharakteristik in den Gently-Geschichten deutlich erkennbar. Korrupte Polizeibeamte und exzessive Killer hat eben der 'Film noir' eingeführt und geradezu perfektioniert.

Des Weiteren ist die Reduziertheit der Serie eine ihrer Stärken. Die Polizisten müssen ohne "C.S.I." - Methoden oder hypervisierte Profiler auskommen. Auch auf die Erkenntnisse von DNA-Analysen kann nicht zurückgegriffen werden. Also zählt bei "George Gently" die handwerkliche Polizeiarbeit der alten Schule. Die Ermittler müssen kombinieren, nachdenken und recherchieren, was das Zeug hält. Aus der heutigen Sicht - die durch moderne Krimiserien, die von labor- und computerbasierten Ermittlungsmethoden überquellen, beeinflusst ist - macht bei Gently die klassische Polizeiarbeit den Reiz aus. Der kompromisslose und unnachgiebige Inspektor hat feste Werte, handelt ausschließlich gesetzeskonform. Eine Figur, die nur zu der beschriebenen Zeit erfolgreich sein kann. Und wieder ist da der Bezug auf den 'Film noir', da die Helden der früheren Epoche der 1940-er Jahre ebenfalls "reine Seelen" besaßen. „Wir müssen uns von denen abgrenzen“ sagt Gently, als er seinen Erzfeind Webster besiegt vor dem Pistolenlauf liegen sieht. Er schießt nicht, wie es sein persönliches Innerliches gerne getan hätte, um den Tod der Frau zu rächen. Keine Szene charakterisiert den Helden der Serie besser als diese.

Digitale Aufarbeitung:
Der Bildkontrast ist gut. Auch in dunklen Situationen ist alles bestens zu erkennen. Allerdings ist das Bild sehr körnig, was besonders bei Grau- und Schwarztönen auffällt. Die Tonspuren (Deutsch und englisch) liegen nur im Stereoformat vor. Außerdem sind keine Untertitel erstellt worden.

Die Discs befinden sich in einer unkomfortablen 3-er DVD Box, in der die zweite DVD über der dritten liegt. Bis auf eine Fotogalerie auf Disc 2 enthält die Box keinerlei Extras.

Fazit:
"George Gently - Staffel 1" ist hervorragende Krimi-Unterhaltung der klassischen Art. Mit dem Setting in den 60-er Jahren reduziert man sich auf das Wesentliche des Krimi-Genres: Handwerkliche Ermittlertätigkeit ohne Spielereien. Diese Serie ist für alle Krimi-Fans, aber auch diejenigen geeignet, denen die modernen TV-Serien zu bunt und abgedreht skurril sind.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
DVD1:
89:02 Minuten

DVD2:
88:20 Minuten

DVD3:
88:04 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Fotoshow
George Gently - Staffel 1 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
George Gently - Staffel 1
George Gently: Gently Go Man / George Gently: The Burning Man / George Gently: Bomber's Moon

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Hochklassige Krimi-Unterhaltung aus Großbritannien mit 60-er Jahre Flair


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2007 / 2008
Regie:
Euros Lyn, Ciaran Donnelly
Drehbuch:
Peter Flannery, Mick Ford
Darsteller:
Martin Shaw, Lee Ingleby, Philip Davis, Richard Armitage, Christian Cooke

Label Deutschland :
edel motion
Verkaufsstart Deutschland :
26.06.2009