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DVD-Besprechung - Scriptum - Der letzte Tempelritter

Story:
In einem New Yorker Museum soll eine Ausstellung Teiler der historischen Schätze des Vatikans zeigen. Bei ihrer Eröffnung erscheinen plötzlich vier als Tempelritter verkleidete Reiter und stürmen mit ihren Pferden in die Hallen. Sie rauben einige historische Gegenstände und verschwinden wieder. Die Archäologin Tess Chaykin (Mira Sorvino) kann einen der vier Reiter überwältigen und dieser kommt verletzt ins Krankenhaus, wo er von einem unbekannten Killer umgebracht wird. Schnell kommt heraus, dass einer der geraubten Gegenstände eine Dechiffriermaschine ist, mit dem man einen Botschaft der Tempelritter decodieren kann. Daraus geht hervor, dass die Tagebücher von Jesus versteckt wurden und noch existieren. Tess macht sich daran diese zu finden, doch sie ist nicht allein.

Meinung zum Film:
„Scriptum“ ist eine Mini-Fernsehserie, die auf dem gleichnamigen Roman von Raymond Khoury basiert. Kohoury sah sich 2005, dem Jahr der Veröffentlichung von „Scriptum“ einiger Kritik ausgesetzt, da viele Parallelen mit Dan Browns „Sakrileg“ erkannt haben wollen. Ob Zufall oder Absicht, herausgekommen ist ein spannendes Werk mit einigen Drehungen und Wendungen. Da das Buch schon sehr unterhaltsam und spannend ist, bietet sich eine filmische Umsetzung natürlich an. Da in diesem Fall eine Miniserie daraus wurde, hatten die Filmschaffenden natürlich genug Zeit zur Verfügung, um möglichst viele Details aus der Romanvorlage zu übertragen. Mit einer Laufzeit von über 170 Minuten ist eine recht ordentliche Verfilmung gelungen. Einzig das knappe Budget ist manchmal etwas qualitätsbeschränkend, was der Zuschauer an der nicht ganz so opulenten Optik erkennt.

Die Religionen der Menschen bieten immer wieder ausreichend Stoffe für spannende Geschichten, da viele Legenden und Erzählungen diese begleiten. Immer wieder gerne genommen wird der Ritterorden der Tempelritter, denn deren Aufstieg und Fall bietet auch heute noch Spielraum für Theorien und Fakten. Eine Kernfrage ist bei ihnen z.B. die Frage, warum sie bei Papst und König so in Ungnade fielen, dass ihre Vernichtung angeordnet wurde. Viele tippen auf den Reichtum der Templer. In der vorliegenden Geschichte geht es um das Tagebuch von Jesus Christus, welches die Ritter mit dem blutroten Kreuz versteckt haben. Hier liegt der Clou der Story, der sich dem aufmerksamen Zuschauer nur erschließt, wenn er Filmbeginn und Filmende genau anschaut. Über allem schwebt allerdings eine grundsätzliche Frage: wenn es bestimmte Beweise dafür gibt, dass eine Weltreligion in ihren Grundfesten erschüttert werden kann, darf man dann Millionen von Menschen ihren Glauben nehmen?

„Scriptum“ bietet keine reine Action, sondern ein Katz-und-Maus-Spiel der cleveren Art. Stück für Stück nähern sich Protagonisten und Publikum dem großen Geheimnis. Bis auf Omar Sharif („Top Secret“) und Kenneth Welsh („The Day After Tomorrow“) kommen die übrigen Schauspieler eher aus dem Bereich des amerikanischen Fernsehens bzw. eher zweitklassigen Filmen. Dies ist allerdings kein Nachteil, denn ihre Rollen in dieser Miniserie spielen sie gut und unterhaltsam. Überhaupt wurde, im Gegensatz zum Buch, ein unterschwelliger Humor eingebaut, der akzeptabel die Geschehnisse auflockert.

Digitale Aufarbeitung:
Die Optik wirkt typisch wie eine Fernsehverfilmung und nicht wie ein Spielfilm. Für Fernsehproduktionen ist dies nicht untypisch. Ansonsten ist das Bild scharf und die Farben ausgewogen. Bei den Rückblenden in die Zeit der Kreuzzüge ist die Optik ein wenig gekörnt, was aber augenscheinlich ein Stilmittel ist und kein Qualitätsmangel. Der Ton ist ordentlich, wenn auch unaufdringlich.

Neben dem deutschen Trailer gibt es noch ein Making Of von knapp über 20 Minuten, welches mit deutschen Untertiteln versehen wurde. Es ist akzeptabel ausgefallen, jedoch gibt es eine Häufung von Filmauschnitten.

Fazit:
„Scriptum“ ist eine ordentliche Filmauswertung des Erfolgsromans von Raymond Khoury. Dass es eine Fernsehproduktion ist, sollte den Zuschauer nicht abhalten, sich einer spannenden Story zu widmen, die es lohnt erlebt zu werden. Die technische Seite ist in Ordnung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
165:18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer deutsch
Scriptum - Der letzte Tempelritter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Scriptum - Der letzte Tempelritter
The Last Templar

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ein nicht enden wollender Mythos


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 2009
Regie:
Paolo Barzman
Drehbuch:
Suzette Couture
Darsteller:
Mira Sorvino, Scott Foley, Victor Garber, Anthony Lemke, Kenneth Welsh

Label Deutschland :
EuroVideo
Verkaufsstart Deutschland :
25.05.2009