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DVD-Besprechung - Then she found me
Story:
April Epners (Helen Hunt) Leben ist derzeit alles andere als ruhig. Erst wird sie aus heiterem Himmel von ihrem Mann (Matthew Broderick) verlassen, den sie gerade erst geheiratet hat und dann stirbt ebenso überraschend ihre Adoptivmutter. Als sich wie aus dem Nichts auch noch ihre leibliche Mutter (Bette Midler) in ihre Leben drängt und mit Frank (Colin Firth) ein äußerst liebenswerter Mann offensichtlichen Gefallen an ihr findet, ist das Durcheinander perfekt.
Meinung zum Film:
„Then She Found Me” aus dem Jahre 2007 ist das Regiedebüt von Schauspielerin Helen Hunt (“Was Frauen wollen“), die zudem noch als Produzentin, Co-Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin in Aktion getreten ist. Doch die Hauptsorge des Zuschauers ist nicht unbedingt, dass der große Verantwortungsbereich von Helen Hunt sich auf die Qualität des Films niederschlagen könnte, sondern gleich von der ersten Szene an sorgt man sich um die körperliche Verfassung der beliebten Darstellerin. Abgemagert und mit eingefallenem Gesicht, sieht sie alles andere als gesund aus. Doch in diesem Punkt kann Entwarnung gegeben werden: Um ihr großes Wunschprojekt, das auf einem Roman von Elinor Lipman basiert, so authentisch wie möglich wirken zu lassen, magerte Helen Hunt vor Drehbeginn deutlich ab und trug auch kaum nennenswertes Make Up bei den Dreharbeiten. Dadurch wollte sie optisch zum Ausdruck bringen, wie mitgenommen April Epners schon vor den schicksalhaften Ereignissen bereits ist.
Während die Frage nach dem körperlichen Zustand geklärt ist, stellt sich aber weiterhin die Frage nach einem möglichen Qualitätsverlust durch die zahlreichen Aufgaben von Helen Hunt. Und ja, diese Sorgen sind durchaus berechtigt, dann die daraus resultierenden Probleme sind recht leicht zu erkennen. Probleme, die sich vor allem hinsichtlich des Tempos und der Dramaturgie bemerkbar machen. Zu Beginn beginnt sich die Geschichte nur recht langsam zu entwickeln. Die Leiden von April Epper sind im Grunde nur durch das abgemagerte Gesicht von Helen Hunt zu erkennen, aus der Geschichte selbst werden diese Leiden nur sehr wenig transportiert. Dies liegt vor allem auch am zweiten Kritikpunkt, der nur sehr oberflächlichen Dramaturgie, die in den entscheidenden Momenten nicht genügend Zeit und Sorgfalt aufbringt, um Emotionen zu vermitteln. So wird zum Beispiel der Tod von Aprils Adoptivmutter fast als Randnotiz gezeigt, nachdem die Verabschiedung ihres Mannes zuvor auch schon eher neutral denn als echter Schicksalsschlag vom Publikum aufgenommen wird. Und so sind es am Ende dann die Emotionen, die deutlich zu kurz kommen im Film, was sicherlich der Regisseurin Hunt anzukreiden ist. Aber auch die Leistung der Schauspielerin Hunt ist nicht immer ganz gelungen. Teilweise neigt sie dazu zu dick aufzutragen, teilweise wirken ihre Mimik und Gestik ein wenig zu gekünstelt.
Aber schlecht ist „Then she found me“ dadurch absolut nicht. Vor allem in den Szenen mit Colin Firth („Pride & Prejudice - Stolz und Vorurteil“) gibt es immer wieder unterhaltsame Momente geboten. In seiner gewohnt britischen, leicht verschüchterten Art gewinnt er nicht nur das Herz von April, sondern recht schnell auch die Sympathien beim Publikum. Auch Bette Middler („The Rose“) als überdrehte Mutter kann nach anfänglichen Anlaufproblemen auch immer mehr zur guten Unterhaltung beitragen. Matthew Broderick („Ferris macht blau“) erscheint allerdings durchweg fehlplatziert. April beklagt zwar schon früh im Film, dass ihr Ex ein ziemlicher Kindskopf sei, aber spätestens wenn dieser mit einem orangenfarbenem Baseballcap zu einem Arzttermin erscheint und dabei wie ein I-Männchen vor dem ersten Schultag wirkt, ist das erträgliche Maß an Klischees überschritten und die Dramaturgie des Films erhält einen weiteren Dämpfer. Dem Gesamtergebnis wird dadurch aber nur teilweise geschadet und „Then she found me“ dürfte den Meisten als ordentlicher Unterhaltungsfilm im Gedächtnis bleiben. Er kann zwar nie zur großen Form auflaufen kann, als Regiedebüt und als kleiner Happen fürs Herz zwischendurch hat er durchaus seine Daseinsberechtigung.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild stellt sicherlich keinen Referenzcharakter dar, kann sich aber einen guten Platz im Mittelfeld sichern. Da das Filmmaterial für diese Independentproduktion nicht unbedingt das beste war, musste ein Kompromiss zwischen der Grobkörnigkeit und der Schärfe gefunden werden. Auf der DVD ist eine feine Grobkörnigkeit zu erkennen, viel weiter konnte hier aber auch nicht gefiltert werden, da sich schon jetzt leichte Doppelkonturen zu erkennen geben. Nicht korrekt ist allerdings das auf dem Cover angegebene Bildverhältnis von 2,35:1. Der Film wird im originalen 1,85:1-Verhältnis präsentiert. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist durchweg gut zu verstehen. Räumliche Effekte sind allerdings kaum vorhanden, was aber in erster Linie auch am Inhalt des Films liegt.
Begleitend zum Film gibt es einen Audiokommentar mit Helen Hunt, die einige interessante Dinge über ihre Erfahrungen als Regisseurin und ihre Intentionen beim Dreh bereit hält. Kernstück bei den Extras sind rund 10 Minuten Statements der verschiedenen Künstler über Helen Hunt, in dem diese eine Lobeshymne nach der anderen loslassen. Helen Hunt lässt es sich dann auch nicht nehmen, das Lob zurückzugeben. Es folgen noch eine Bildergalerie, Tafeln mit Filmo-/Biografien zu den vier Hauptkünstlern und der Trailer zum Film.
Fazit:
„Then she found me“ ist das ordentliche Regiedebüt von Helen Hunt, das allerdings ein wenig Probleme in Sachen Dramaturgie und mit dem richtigen Tempo hat. Doch für einen Independent-Film ist das Ergebnis durchaus sehenswert, nicht zuletzt dank der guten Leistungen von Colin Firth und Bette Middler. Als leichter Unterhaltungshappen für zwischendurch ist der Film bestens geeignet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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96:19 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Helen Hunt
- Hinter den Kulissen
- Bio-/Filmografien
- Bildergalerie
- Trailer
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Then she found me
Then she found me
Helen Hunts recht unterhaltsames Regiedebüt mit kleineren Schwächen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007 Regie: Helen Hunt Drehbuch: Helen Hunt, Victor Levin, Alice Arlen (basierend auf dem Roman von Elinor Lipman) Darsteller: Helen Hunt, Colin Firth, Bette Midler, Ben Shenkman, Matthew Broderick, Lynn Cohen, John Benjamin Hickey, Salman Rushdie
Label :
Planet Media
Verkaufsstart : 18.06.2009
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