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DVD-Besprechung - Die Zeitreisenden - Die komplette Serie
Story:
Durch einen Defekt landet der Zeitreisende Phineas Bogg (Jon-Erik Hexum) im Zimmer des elfjährigen Jeffrey (Meeno Peluce) und nimmt ihn mit auf seine Reise durch Raum und Zeit. Die Aufgabe der Zeitreisenden ist es, dafür zu sorgen, dass wichtige historische Ereignisse tatsächlich stattfinden. Und so müssen Phineas und Jeffrey in waghalsigen Abenteuern Präsident Lincoln vor einer Entführung retten, Marco Polo den Weg nach China weisen oder Charles Lindbergh beim Flug über dem Atlantik helfen.
Meinung zum Film:
Seit die Eltern des 12-jährigen Jeffrey (Meeno Peluce) vor Kurzem bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind, lebt der Junge bei seiner Tante und deren Lebensgefährten. Als Jeffrey eines nachts mal wieder einen Alptraum hat, in dem er seine Eltern nicht retten kann (diesmal aus der Hand böswilliger Piraten), wacht er auf und hört, dass weder seine Tante noch sein Onkel glücklich darüber sind, dass sie nun ein Kind am Hals haben, und ihn daher am liebsten wieder loswerden würden. Doch viel Zeit zum Traurigsein bleibt Jeffrey nicht, denn plötzlich wird das Fenster seines (in einem höheren Stockwerk eines Hochhauses gelegenen) Zimmers eingeschlagen - und herein klettert ein komischer Mann, der sich wundert, wo er denn ist, schließlich seien doch 1492 noch nicht so hohe Häuser gebaut worden. In der Hand hält der Fremde ein schwarzes Buch, auf das sich Hund Ralph, der sich ebenfalls im Zimmer befunden hat, sofort stürzt und danach auch keine Anstalten macht, es wieder herzugeben. Als Jeffrey ihm das Buch entreißen will, kommt es im Gerangel dazu, dass er aus dem Fenster stürzt, woraufhin der seltsame Eindringling ihm hinterherspringt. Und tatsächlich landen beide auch nicht etwa in ziemlich kompakter Form auf dem Bürgersteig, sondern irgendwo in einer kahlen Fluss-Landschaft ...
Wie sich herausstellt, ist der komische Kauz nämlich ein waschechter "Voyager", ein Zeitreisender, der die verschiedenen Epochen bereist, um dafür zu sorgen, dass die Geschichte ihren geordneten Gang geht. Dazu dient ihm ein kleines Gerät, das wie eine Mischung aus Taschenuhr und Kompass aussieht. Es ist nicht nur Zeitmaschine, sondern zeigt auch anhand grüner und roter Leuchtanzeigen an, ob alles in Ordnung ist oder die Geschichte korrigiert werden muss. Zu dumm nur, dass sich Phineas Bogg (Jon-Erik Hexum) kein bisschen mit der Historie der Welt auskennt und ohne sein Voyager-Handbuch, das sich immer noch im Jahr 1982 in den Fängen von Hund Ralph befindet und in dem er normalerweise alles Nötige nachschlagen würde, völlig aufgeschmissen ist. Zurückbringen kann Bogg Jeffrey nicht, denn seine Zeitmaschine reicht nur bis etwa 1970 und war nur durch eine Fehlfunktion im Jahr 1982 gelandet. So akzeptiert er nach einigem Hin und Her den Jungen dann auch als Zeitreise-Partner. Natürlich nicht ganz aus Selbstlosigkeit, denn Jeffreys Vater war Historiker und dessen Wissen scheint gehörig auf den Nachwuchs abgefärbt zu haben. Der Junge weiß in jeder Situation, was zu tun ist und wie die Geschichte eigentlich verlaufen sollte, weshalb er Bogg eine unschätzbare Hilfe ist. So bekommen es die beiden im Lauf der Serie u.a. mit dem Roten Baron, Teddy Roosevelt, Marco Polo, Lawrence von Arabien und vielen, vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten der Weltgeschichte zu tun.
Für heutige Verhältnisse wirkt "Die Zeitreisenden" gelegentlich zwar etwas sehr albern, insgesamt handelt es sich aber um eine sehr kurzweilige und unterhaltsame Serie. Das liegt vor allem daran, dass die Plots nicht einfach nur nach dem Muster "Wir reisen in die Vergangenheit und erleben da ein Abenteuer" verlaufen, sondern sich die Abenteuer in jeder Folge über mindestens zwei Epochen bzw. Ereignisse erstrecken. In der Pilotfolge muss beispielsweise dafür gesorgt werden, dass die Amerikaner den Ersten Weltkrieg nicht verlieren, was natürlich nur geht, wenn vorher sichergestellt wurde, dass die Gebrüder Wright auch tatsächlich das Flugzeug erfinden. Zwar sind die verschiedenen Locations nicht sonderlich spektakulär und weder "Ägypten" sieht nach Ägypten aus noch "Frankreich" nach Frankreich, aber das trübt den Spaß kaum. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es doch etwas sehr unwahrscheinlich ist, dass sich ein 12-jähriger Junge sooo gut in Geschichte auskennt ... Zum Glück nimmt sich die Serie selbst aber auch nicht allzu übertrieben ernst, was sich schon allein am Namen der Hauptfigur zeigt. "Phineas Bogg" ist natürlich eine Anspielung auf "Phileas Fogg", den Weltumrunder aus Jules Vernes "Reise um die Erde in 80 Tagen". Boggs Darsteller Jon-Erik Hexum schien wohl auch im echten Leben kein allzu extrem helles Köpfchen zu sein, denn zwei Jahre nach "Die Zeitreisenden" hielt er sich bei Dreharbeiten aus Langeweile einen Requisiten-Revolver an die Schläfe und drückte ab. Zwar enthielt die Waffe nur eine Platzpatrone, doch durch die Nähe zerschmetterte ihm die Fütterung der Patrone den Schädel, woraufhin er eine Woche später im Krankenhaus starb. Er wurde nur 26 Jahre alt.
Digitale Aufarbeitung:
Für die DVD-Veröffentlichung wurde das Master von "Die Zeitreisenden" digital restauriert. Dies merkt man dem Bild auch an, denn es macht für eine über 25 Jahre alte Serie einen erfreulich frischen Eindruck. Die Schärfe könnte zwar etwas besser sein, dafür wirkt der Transfer aber insgesamt klar und sauber. Die Farben zeigen sich natürlich, Hintergrundrauschen ist zwar vorhanden, fällt aber kaum auf. Analoge Defekte wurden bei der Restaurierung auf ein Minimum reduziert, sodass nur gelegentlich größere Dropouts oder Verschmutzungen zu sehen sind. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Mono vor und leistet solide Arbeit. Die Dialoge sind jederzeit klar verständlich, allerdings im Verhältnis zur Musik gelegentlich zu leise abgemischt, sodass man die Lautstärke manuell nachregeln muss.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich ein Booklet mit Episodenführer sowie eine Bildergalerie, die Werbematerial zur Serie zeigt.
Fazit:
"Die Zeitreisenden" ist eine unterhaltsame Serie aus den frühen 1980ern, die heutzutage zwar hin und wieder etwas albern wirkt, aber dennoch insgesamt durchaus zu gefallen weiß, was vor allem an den abwechslungsreichen Storys liegt. Die DVD-Box von Koch präsentiert die Serie in technisch guter Qualität, enthält aber leider keine nennenswerten Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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20 Folgen à ca. 47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Booklet mit Episodenführer
- Bildergalerie
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Die Zeitreisenden
Voyagers!
Unterhaltsame Zeitreise-Serie aus den 1980ern
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1982 Regie: James D. Parriott u.a. Drehbuch: James D. Parriott u.a. Darsteller: Jon-Erik Hexum, Meeno Peluce
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 10.07.2009
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