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DVD-Besprechung - WWE - SummerSlam 2000 / SummerSlam 2001

Story:
Der Summerslam gehört traditionell nach WrestleMania zum größten Event im Kalender der WWE. Er wird als Blockbuster des Sommers vermarktet und man ist seitens der WWE stets bemüht, besonders spektakuläre Aufeinandertreffen zu präsentieren. Der Summerslam 2000 fand am 27. August 2000 im Entertainment & Sports Arena in Raleigh in North Carolina statt, der Summerslam 2001 am 19. August 2001 im Compaq Center in San José.

Meinung zum Film:
In der „WWE Tagged Classics“-Reihe sind nach WrestleMania 2000 nun der „Summerslam“ aus den Jahren 2000 und 2001 an der Reihe. Die ersten beiden Matches beim 2000er Summerslam waren von der Sorte „ganz nett“. Zuerst standen sich hierbei Right To Censor und Too Cool mit Rikishi gegenüber, gefolgt vom Aufeinandertreffen der ehemaligen DX’er Road Dog und X-Pac. Das Mixed-Tag-Team Match zwischen Eddie Guerrero und Chyna auf der einen und Val Venis und Trish Stratus auf der anderen zog seinen Reiz in erster Linie aus dem Mix der Geschlechter, wobei Chyna wie nicht anders zu erwarten durchaus in der Lage war, ihren Mann zu stehen. Spätestens als sich die beiden Frauen im Ring gegenüber standen, wurde das Ungleichgewicht der Paarung mehr als deutlich. Vom wrestlerischen betrachtet war das Match zwischen Jerry „The King“ Lawler und Tazz alles andere als Feinkost, doch dank der Show-Einlagen war es durchaus gut zu ertragen. Technisch gesehen war das Aufeinandertreffen von Shane McMahon und Steve Blackman um den Hardcore-Titel schon bei der Ansetzung als schlechter Scherz zu bewerten und gemäß den Erwartungen konnte Shane auch wieder einmal beweisen, dass er nur gut im Einstecken ist. Dieses konnte er diesmal aus einer waghalsigen Höhe zeigen, was zum einzig nennenswerten Moment des Matches führte. Zu den eher enttäuschenden Momenten des Abends zählte sicherlich auch das Match zwischen dem Undertaker und Kane, das im Vorfeld heiß erwartet wurde, am Ende dann aber nur in einen langweiligen Brawl ausartete. Am Aufeinandertreffen von The Kat und Terri konnte sich sicherlich auch nur erfreuen, wen das Wrestling nur am Rande interessierte und wer in erster Linie gut gebaute Frauenkörper sehen wollte. Ob der Stinky-Face-Finisher auch dazu gehört, ist nicht ganz leicht zu glauben..

Nicht fehlen durfte auch das zu der Zeit recht beliebtes TLC-Match mit den üblichen Verdächtigen Edge, Christian, Hardy Boys und Dudley Boyz. Wer sich daran noch nicht satt gesehen hatte, bekam die gewohnte halsbrecherische Kost geboten. Wrestlerisch am ansprechendsten viel sicherlich das 3-Falls-Match zwischen Chris Benoit und Chris Jericho aus, das trotz seiner Länge kaum Verschnaufpausen hatte und somit keine Langeweile aufkommen ließ. Da konnte der Main Event des Abends zwischen The Rock, Kurt Angle und Triple H nicht einmal ansatzweise mithalten, ohnehin war die ganze Steph-liebt-Kurt-Storyline eine der schlechteren in der Geschichte der WWE. Generell war die Action im Ring nur von nebensächlicher Natur, vielmehr ging es hier um ein dämliches Soap-Drama in mehreren Akten. Von der reinen Ring-Action betrachtet war das Match deutlich schlechter geskriptet als der Eröffnungskampf zwischen Lance Storm und Edge beim SummerSlam im darauf folgenden Jahr. Der dadurch ein deutlich besseren Start hatte als 2000. Doch schon mit dem folgenden 6-Man-Battle zwischen den Dudley Boyz und Test auf der einen und Spike Dudley, Bradshaw und Faarooq auf der anderen, zeigte auch dieses Summerslam, dass eher schwächere Matches durchaus ihre Tradition haben. Anschließend durfte Sean Waltman, alias X-Pac beweisen, dass er trotz Vollbart das harmloseste Milchgesicht der WWE ist, als er gegen Tajiri in den Ring stieg. Nette, durchschnittliche Ringkost ohne große Nachhaltigkeit war das Ergebnis.

Das erste große Match des Abends war das Aufeinandertreffen von Rhyno und Chris Jericho. Rhyno ist sicherlich alles andere als ein Mann für die schnellen Moves, doch Jericho verstand es dieses Manko bestens auszugleichen, während Rhyno Jerichos Aktionen wiederum bestens zu verkaufen verstand. Gut, aber nicht so gut wie erhofft, fiel das anschließend Leitermatch um den „WWE Hardcore“-Titel aus. Es wurden zwar durchaus halsbrecherische Momente geliefert, insgesamt gab es aber immer wieder etwas zu viel Leerlauf und das Ende war auch alles andere als überzeugend. Im „Tag Team Unification Cage Match“ musste sich DDP mit Kanyon an seiner Seite mit den Brüdern Kane und Undertaker auseinander setzen, wobei er es sich vorweg vor allem mit dem Undertaker klar verscherzt hatte, als er dessen Frau Sara nachstellte. Der Kampf verlief erwartungsgemäß einseitig und das Ende gehörte sicherlich nicht zu den Highlights des Abends. Was anschließend folgte war jedoch Wrestling von der besten Sorte. Steve Austin und Kurt Angle standen sich in einem äußerst intensiven und mitreißenden Match gegenüber, bei dem lediglich der Ausgang reichlich unpassend erschien. Obwohl das Match über 20 Minuten andauerte, kam nicht für eine Sekunde Langeweile auf. Ganz im Gegenteil, von dieser Auseinandersetzung hätte man sich liebend gerne noch einmal über 20 Minuten unterhalten lassen. Vor allem deswegen, weil das Main Event des Abends zwischen Booker T und The Rock alles andere als ansprechend verlief. Beide Kämpfer sind vom technischen Aspekt betrachtet limitiert und brauchen dementsprechend entweder Techniker, die diesen Makel ausgleichen oder genügend Show-Momente, um darüber hinweg zu täuschen. Nach beidem suchte man allerdings vergebens. Booker T ist als Heel viel zu schwach, was sich dann auch auf das Entertainment-Potential von The Rock auswirkt. Es wäre sicherlich eine weise Entscheidung gewesen, das Event mit dem herausragenden Fight zwischen Stone Cold Steve Austin und Kurt Angle enden zu lassen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet den gewohnten Mix aus angenehmer Schärfe und Kompressionsartefakten bei großflächigen Veränderungen und leichten Unschärfen bei schnellen Kamerabewegungen. Liegt aber auch weiterhin auf einem durchschnittlich annehmbaren Niveau. Der Ton liegt lediglich in englischer Sprache vor, ist dabei aber durchgehend gut verständlich.

Beim 2000-er Summerslam gibt es als Bonus zunächst ein Feature über ein Baseball-Spiel zwischen WWE-Superstars und ein von Michael Bolton zusammen gestelltes Team. Es folgen noch ein kurzer Beitrag über das WWE Radio aus dem Herzen Manhattans und nach einem Trailer und Teaser zum PPV gibt es auch noch einen Behind the Scenes Beitrag zum Teaser. Die Extras zum 2001-er Summerslam fällt deutlich ausführlicher aus. Neben einem gewohnt kreischenden Diven-Match, zwei Interviews mit Teilnehmern am Summerslam gibt es auch noch die komplette, 25-minütige "Stone Cold Steve Austin Appreciation Night" aus der RAW-Show am Tag nach dem PPV.

Fazit:
Die „WWE Tagged Classics – SummerSlam 2000 + SummerSlam 2001“ bietet die gewohnte WWE-Wrestling-Kost mit einigen klasse Matches, aber auch dem ein oder anderen Reinfall. Wrestling-Freunde greifen hier aber sicherlich gerne zu und stellen sich die beiden Main Events in das Regal zu den anderen Großereignissen vergangener Jahre.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
168:38 Minuten + 162:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • WWE Superstars at a Baseball game
  • WWE Radio Show
  • Summerslam Preview & Teaser
  • Behind the Scenes of the Summerslam Teaser
  • Sunday Night Heat Handicap Match: Ivory, Stacy Keibler & Torrie Wilson vs. Jacqueline & Molly Holly
  • Lilian Garcia interviews Booker T. & Shane McMahon
  • Jonathan Coachman interviews Undertaker & Kane
  • Stone Cold Steve Austin Appreciation Night
WWE - SummerSlam 2000 / SummerSlam 2001 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Summerslam 2000 / Summerslam 2001
Summerslam 2000 / Summerslam 2001

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das Match Steve Austin vs. Kurt Angle überstrahlt den meist durchschnittlichen Rest


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2000 / 2001
Regie:
Diverse
Drehbuch:
Diverse
Darsteller:
Right to Censor, Rikishi, Too Cool, Road Dogg, X-Pac, Val Venis, Trish Stratus, Eddie Guerrero, Chyna, Tazz, Jerry "The King" Lawler, Shane McMahon, Steve Blackman, Chris Jericho, Chris Benoit, Edge, Christian, Dudley Boyz, Hardy Boyz, The Kat, Terri, Undertaker, Kane, The Rock, Kurt Angle, Triple H, Lance Storm, Test, Tajiri, Rhyno, Rob Van Dam, Diamond Dallas Page, Kanyon, Stone Cold Steve Austin, Booker T

Label Deutschland :
SilverVision
Verkaufsstart Deutschland :
23.07.2009