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Kino-Besprechung - Inglourious Basterds

Story:
Das besetzte Frankreich: Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) überlebt als Einzige die Hinrichtung ihrer jüdischen Familie durch SS-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz). Sie taucht in Paris unter und schafft sich eine neue Identität als Besitzerin eines Lichtspielhauses. Vier Jahre später bietet sich der jungen Frau eine einmalige Chance auf Vergeltung, als ausgerechnet in ihrem Kino der neueste Propagandastreifen uraufgeführt werden soll - in Anwesenheit berüchtigter Nazi-Prominenz. Auch eine Guerilla-Einheit jüdisch-amerikanischer Soldaten, die gefürchteten "Basterds", unter dem Kommando des rauborstigen Lt. Aldo Rain (Brad Pitt), der britische Army-Officer Archie Hicox (Michael Fassbender) und die übergelaufene Filmschauspielerin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) wollen die Aufführung - im wahrsten Sinne des Wortes - sprengen.

Meinung zum Film:
Fans und Nicht-Fans gleichermaßen wissen, was sie von Quentin Tarantino ("Death Proof", "Pulp Fiction") erwarten können. Auch "Inglourious Basterds" enttäuscht bzw. überrascht in dieser Hinsicht nicht: Ein Dialog-lastiges Skript mit wenigen, dafür nicht sehr zimperlichen Shootouts und expliziter Gewaltdarstellung. Ein frenetischer Mix zahlreicher Stilmittel verschiedenster Genres, wie dem Italo-Western, Hong Kong-Kino oder Blaxploitation. Und nicht zuletzt, eine bitterböse, schwarzhumorige und oftmals selbstironische Handlung. Obwohl die Inszenierung ganz unverkennbar die Handschrift ihres Schöpfers trägt, ist "Basterds" jedoch weniger exzentrisch als die meisten seiner früheren Arbeiten. Und gerade das macht den Film auch für all jene lohnenswert, die sich bisher vielleicht noch nicht mit Tarantino anfreunden konnten.

Aber nennen wir das Kind beim Namen: "Inglourious Basterds" eignet sich - trotz der reißerischen Aufmachung - nicht für blutgierende Gorehounds in Erwartung eines Nazi-Schlachtfests. Den oft minutenlangen, mal bissigen, mal bizarren Dialogen gehört der Löwenanteil der Laufzeit. Zart besaitete Gemüter sollten die Vorstellung ebenfalls meiden: So spärlich die Gewaltszenen gesät, so erschütternd sind sie auch, denn genau in diesen Augenblicken legt der Film ganz bewusst sein augenzwinkerndes Gebaren ab. Und wer der Ansicht ist, dass Satire und der Zweite Weltkrieg nicht gut miteinander gehen, der wird wahrscheinlich Anstoß nehmen an dem für Tarantino typischen, respektlosen Humor, der so ziemlich alles und jeden, insbesondere aber Nazi-Deutschland auf die Schippe nimmt. Wer sich nicht in einer der soeben aufgezählten Gruppen wiederfindet, darf sich auf einen herrlich unverschämten Mix aus Kriegs- und Actionkomödie, Drama und Thriller freuen.

Das zu großen Teilen mit deutschen und französischen Darstellern besetzte Ensemble verdient besondere Erwähnung. Nicht nur zeigt sich jeder Mitwirkende von seiner besten Seite, manch einer läuft sogar zu ungeahnter Höchstform auf. Neben Diane Kruger ("Das Vermächtnis der Tempelritter"), Brad Pitt ("Fight Club", "Babel"), Michael Fassbender ("300"), Denis Menochet ("Hannibal Rising"), Daniel Brühl ("Krabat", "Die Gräfin"), August Diehl ("Die Fälscher") und der hinreißend spielenden Mélanie Laurent ("So ist Paris"), begeistert vor allen Dingen Christoph Waltz ("Das jüngste Gericht"), der mit seiner ebenso amüsanten wie diabolischen Darbietung als Oberbösewicht die Leinwand für sich vereinnahmt.

Fazit:
"Inglourious Basterds" besticht durch hervorragende Darsteller, packende Dialoge und einer Inszenierung, die Spannung und Dramatik fachmännisch mit schwärzestem Humor verheiratet. Auch Nicht-Tarantino-Fans möchten da vielleicht mal einen Blick riskieren. Wer aber angesichts des ernsten und sensiblen Hintergrunds keinen Spaß versteht, sollte diesen Film besser meiden.

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Inglourious Basterds
Inglourious Basterds

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Greger
Krieg kennt keine Helden, nur Bastarde


Autor der Besprechung:
Marcus Greger

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland, 2009
Regie:
Quentin Tarantino
Drehbuch:
Quentin Tarantino
Darsteller:
Brad Pitt, Mélanie Laurent, Christoph Waltz, Eli Roth, Diane Kruger, Michael Fassbender, Daniel Brühl, Til Schweiger, Gedeon Burkhard, Jacky Ido, August Diehl, Denis Menochet, Sylvester Groth, Martin Wuttke, B.J. Novak, Omar Doom

Verleiher:
Universal Pictures Germany
Kinostart Deutschland :
20.08.2009