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DVD-Besprechung - JCVD
Story:
Action-Hero Jean-Claude Van Damme ist chronisch Pleite, seine Ex-Frau will das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter vor Gericht erstreiten und seinem zwielichtigen Anwalt schuldet er noch einen größeren Geldbetrag. Zu allem Überfluss wird JCVD auch noch in einen Banküberfall verwickelt, in dessen Verlauf er von den Gangstern dazu genötigt wird, die Verhandlungen mit der Polizei zu führen. Schließlich hat er dank seiner Actionfilm-Vergangenheit genug Erfahrung mit derlei Sachen.
Meinung zum Film:
Action-Star Jean-Claude Van Damme (Jean Claude Van Damme, "Time Cop") hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Nachdem er in Hollywood kaum noch gefragt ist, hält er sich damit über Wasser, in Asien B-Actionfilme und deren diverse Fortsetzungen zu drehen. Auch privat sieht es nicht gerade rosig aus: Seine Ex-Frau will vor Gericht das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter erstreiten und JCVD ist derart pleite, dass er noch nicht mal seinen Anwalt bezahlen kann. Das sollte er aber lieber, denn dieser droht damit, das Mandat niederzulegen, wenn das Geld nicht in Kürze bei ihm auf dem Konto landet. Da Van Dammes amerikanische Kreditkarten nicht mehr funktionieren, fliegt er zurück in seinen Heimatort nach Belgien, wo er von seiner Hausbank - einer Postbank-Filiale - aus die Überweisung direkt erledigen will. Unfreiwillig gerät er dabei in eine Geiselnahme dreier seltsamer Gangster, die ihn dazu zwingen, die Verhandlungen mit der Polizei zu führen, was natürlich zur Folge hat, dass es für die Öffentlichkeit so aussieht, als würde der Schauspieler selbst für den Bankraub verantwortlich sein. Während die Ordnungshüter mit zahlreichen Sonderkommandos und Spezialeinheiten anrücken, versammeln sich vor der Postbank Scharen von Fans, die Freiheit für ihr Idol fordern ...
"JCVD" hat eine interessante Grundidee - die frühere Action-Ikone Jean-Claude Van Damme spielt sich selbst in einer fiktiven Handlung, die allerdings auf wahren Ansätzen beruht. Der Schauspieler hat tatsächlich mit Sorgerechts-Streitigkeiten zu kämpfen (auch wenn er in Wirklichkeit einen Sohn und keine Tochter hat) und dass es in den letzten Jahren filmisch nicht unbedingt zum Besten mit ihm bestellt war, ist ebenfalls kein Geheimnis. Umso erfreulicher ist es daher zu sehen, dass Van Damme mit "JCVD" nun zwar keinen Blockbuster vorlegt, aber immerhin einen Film, der ihm die Möglichkeit bietet zu zeigen, was er kann. Denn Jean-Claude Van Damme beweist mit "JCVD", dass er - trotz aller Unkenrufe - ein richtig guter Schauspieler ist, der nur leider nie wirklich die Chance hatte, sein volles Talent zu entfalten. Jede Szene, in der Van Damme auftaucht, ist unterhaltsam und ein Gewinn für den Film, zumal der Action-Star das Ganze mit einer gehörigen Portion Selbstironie angeht. Und wenn JCVD in einem über fünfminütigen Monolog dem Zuschauer davon berichtet, wie er nach Hollywood kam und was seine Eindrücke vom Geschäft sind, ist das ganz großes Kino.
Allerdings hat der Film ein Problem - nämlich sämtliche Szenen, in denen Van Damme nicht wirklich was zu tun hat ... und das sind leider viel zu viele. Ohne ihn wäre das Ganze lediglich ein sehr lahmer Krimi mit extrem lächerlichen Schurken. Mit ihm ist das Ganze zwar immer noch ein lahmer Krimi mit lächerlichen Schurken, aber zumindest einer, der einen großartigen JCVD vorzuweisen hat. In mehrerer Hinsicht merkt man "JCVD" an, dass man es mit einer französischsprachigen Produktion zu tun hat, denn solche peinlich-dämlichen Gangster wie die, die hier vorkommen, findet man sonst nur in überdrehten französischen Komödien im Stil von "Taxi" oder der diversen Comic-Verfilmungen. Hätte man Van Damme die Daltons aus "Lucky Luke" entgegengestellt, wäre der Effekt in etwa der gleiche gewesen. Auch schafft es Regisseur Mabrouk El Mechri nicht, aus der eigentlich spannenden und interessanten Grundidee auch wirklich eben diese Vorzüge bei der Inszenierung des Films umzusetzen. Der Film plätschert insgesamt extrem gemächlich vor sich hin und weiß den Zuschauer ausschließlich durch den zwischendurch immer mal wieder auftauchenden JCVD bei der Stange zu halten. Wenn man beispielsweise nach der Außensicht der Passanten auf die Geschehnisse in der Post-Filiale das Ganze noch mal aus Perspektive von Van Damme miterlebt, ist das zwar eine nette Idee, aber die kompletten ersten 20 Minuten hätten es dann wirklich nicht sein müssen, die man hier noch mal zu sehen bekommt. Zumal die Van-Damme-Perspektive (bis er dann endlich die Post betritt) nicht großartig anders ist als das, was man vorher zu sehen bekam. So zeigt "JCVD" zwar eine überragende Leistung von Jean-Claude Van Damme, ist aber bei Weitem nicht das fantastische Meisterwerk, als das der Film in diversen Kritiken gefeiert wurde.
Digitale Aufarbeitung:
Bei "JCVD" fällt sofort das farbig extrem verfremdete Bild ins Auge. Der komplette Film ist in grau-braunen, fast schon sepiaartigen Farben gehalten, was ein bewusstes Stilmittel des Regisseurs ist. Ob der leicht verschwommene Eindruck ebenfalls beabsichtigt ist und bewusst Weichzeichner eingesetzt wurden, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Fakt ist jedoch, dass der Transfer relativ detailarm daherkommt und zudem auch ein recht auffälliges Rauschen aufweist. Der Ton liegt auf Deutsch und Französisch in Dolby Digital 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es außerdem in dts 5.1. Letztere Fassung kann aber leider im Vergleich zu ihren Dolby-Pendants kaum auftrumpfen, da der Film viel zu wenige Möglichkeiten dafür bietet. Lediglich die Eröffnungssequenz hat einige nette Raumklang-Effekte zu bieten, aber auch dort lassen sich keine nennenswerten Unterschiede zwischen Dolby- und dts-Version ausmachen. Alle Spuren bieten klar verständliche Dialoge, das Geschehen bleibt allerdings die meiste Zeit des Films über sehr frontlastig.
Das Bonusmaterial zu "JCVD" ist erfreulich üppig ausgefallen. Neben diversen Teasern und Trailern gibt es einen interessanten - aber leider etwas lahm vorgetragenen - Audiokommentar des Regisseurs, zwei entfernte Szenen sowie ein Making of. Dieses dauert knapp 40 Minuten und bietet - ohne übertriebenes Marketing-Blabla - interessante Hintergrundinfos zum Dreh und zur Produktion. Highlight für die Fans ist allerdings sicherlich das über 50-minütige Extra "Ein Tag im Leben von Jean-Claude Van Damme". In diesem interviewartigen Gespräch berichtet JCVD charmant, witzig und unterhaltsam aus seinem Leben und hat zahlreiche Anekdoten von Dreharbeiten früherer Filme zu erzählen. Das von Koch Media für die Erstauflage verwendete Mediabook kommt ohne FSK-Aufdruck daher, das Logo befindet sich lediglich als Sticker auf der Verpackungsfolie. Diese Auflage wurde allerdings bereits komplett ausgeliefert, die spätere Amaray-Version wird ein auf dem Cover aufgedrucktes FSK-Logo haben.
Fazit:
"JCVD" ist ein unterhaltsamer Film, der allerdings allein von der hervorragenden Leistung Jean-Claude Van Dammes lebt, der hier mal völlig außerhalb der Action-Schiene zeigt, dass ein überaus talentierter Schauspieler in ihm steckt. Leider kommt er aber in der Handlung viel zu kurz und die Geschichte wurde so gemächlich und mit so dämlichen Ganoven inszeniert, dass der Film ohne Van Damme gar nicht zu ertragen wäre. So ist er zwar dank ihm nun durchaus sehenswert, aber weit davon entfernt, das Meisterwerk zu sein, als das er in diversen Medien gefeiert wurde. Die technische Qualität der DVD liegt zwar im befriedigend bis guten Bereich, könnte aber ebenfalls etwas besser sein. Dafür weiß hingegen das umfangreiche Bonusmaterial zu gefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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92:38 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar des Regisseurs
- Teaser
- Trailer
- Geschnittene Szenen mit Kommentar des Regisseurs
- Ein Tag im Leben von JCVD
- Synchro-Outtake mit Charles Rettinghaus
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JCVD
JCVD
Großartiger Van Damme, lahme Inszenierung
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Belgien / Luxembourg / Frankreich, 2008 Regie: Mabrouk El Mechri Drehbuch: Mabrouk El Mechri Darsteller: Jean-Claude Van Damme, François Damiens, Zinedine Soualem, Karim Belkhadra, Jean-François Wolff
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 24.07.2009
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