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DVD-Besprechung - Killerameisen

Story:
 Der Multimillionär Dr. Horace Lennert (Karl Weber) nutzt sein ansehnliches Vermögen, um damit seine Firma Thorax zu finanzieren, die sich dem Kampf von Ameisenplagen verschrieben hat. Nach dem erfolgreichen Einsatz auf einer kleinen Inseln in Südost-Asien wird die Partystimmung jedoch schnell getrübt, als die Ameisen entgegen ihrem üblichen Verhalten den Kampf gegen die Angreifer aufnehmen. Und nicht nur dies ist ungewöhnlich an ihrem Verhalten, denn wie es scheint, haben die Ameisen eine ganz neue Stufe in ihrer Evolution erreicht, die zu einer großen Gefahr für die Menschheit werden kann.

Meinung zum Film:
„Killerameisen“ von Regisseur Peter Manus („999 – Final Destination Death“) ließ die Hoffnung bei Freunden des Tierhorrors aufkommen, endlich wieder einen unterhaltsamen Beitrag mit der fleißigen Insektengattung der Ameisen erleben zu dürfen. Nachdem Regisseur Saul Bass 1973 eine sehr Furcht erregende Auseinandersetzung zwischen Menschheit und Ameisen aufzeigte, die bis zum heutigen Tage noch gleichermaßen zum Nachdenken anregt und kalte Schauer über den Rücken jagen kann, sorgte Robert Scheerer 4 Jahre später mit „Ameisen – Die Rache der schwarzen Königin“ für feinsten Tierhorrorgenuss, indem er die Insekten im Kampf mit den Besuchern und Angestellten in einem Hotel zeigte. Anschließend wurde es dann eher ruhig im Einsatz von Ameisen im Horrorbereich. Der jüngst auf der „...on a plane“-Welle reitendende „Ants on a plane – Tod im Handgepäck“ war sicherlich kein passender Kandidat, um den Wunsch der Fans nach Ameisenhorror zu stillen. Die Hoffnungen liegen somit nun auf „The Hive“, wie „Killerameisen“ im Original heißt.

  Der Beginn des Films macht dann durchaus auch Hoffnung, dass es endlich wieder eine anständige Auseinandersetzung zwischen der menschlichen Spezies und der krabbelnden Insektenart gibt. Eine Mutter in einer Hütte versucht darin, ihr Baby vor einer beachtlichen Gruppe Ameisen zu verteidigen, muss sich letzten Endes aber der Übermacht ergeben. Anschließend treiben Heerscharen von Ameisen dann sogar die ganze Dorfbevölkerung vor sich her und erst das Eingreifen der Thorax-Gruppe kann den Angriff stoppen. In diesem Moment macht sich dann allerdings schon erste Ernüchterung breit, da die CGI-Effekte der Ameisenhorde alles andere als gelungen ausgefallen ist. Die Proportionen wirken alles andere als stimmig und die Bewegungen sehen wie mit Hyperantrieb schwebend aus. Ganz zu schweigen vom präsentierten, sekundenschnellen Abnagen der Opfer. Die anschließende Einführung der einzelnen Protagonisten fällt dann ähnlich misslungen aus. Über die eindimensionale Darstellung von Klischees kommen diese nie hinaus, was für das Mitfiebern mit ihnen Gift darstellt. Spannung und Dramatik leiden spürbar unter diesem Manko.  

Den größten Fehler machte TV-Drehbuchautor T.S. Cook („Airwolf“) allerdings damit, die Ameisen zu einer intelligenten Spezies mit ganz außerordentlichen Fähigkeiten zu machen. Dies beginnt damit, dass diese sich in der Masse zu allen beliebigen Formen zusammentun können und Röhrengebilde oder Wegweiser in der Luft formen. In ihrer Basis haben sie eine Art Computer, der als zentrales Gehirn dient und in im Ameisenbau werden abschließend auf diese Art auch noch Verhandlungen mit Forderungen und einem Ultimatum gestellt. Vom guten alten Tierhorror bleibt somit schon recht bald nichts mehr über. Die Befürchtungen hinsichtlich des weiteren Films, bei der ersten Präsentation der einfach nur lächerlichen SciFi-Waffe der Ameisenjäger erfüllen sich leider umgehend und „Ameisenkiller“ entwickelt sich recht bald zum platten C-Movie-Science-Fiction-Invasoren-Film, der weder die Anhänger der SciFi-Unterhaltung und schon gar nicht die Freund des gepflegten Tierhorrors zufrieden stellen wird.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten durchschnittlichen Eindruck. Es gibt zwar feines Rauschen zu entdecken und die Kanten erscheinen auch nicht immer ganz ausgeprägt, für eine kleine Produktion ist das Ergebnis aber problemlos annehmbar. Der deutsche Ton in dts ist gut verständlich und bietet ab und an auch dezenten Raumklang.

Als Extra gibt es lediglich den Trailer zum Film geboten.

Fazit:
 „Killerameisen“ ist so weit vom Tierhorror entfernt wie Ameisenkolonien vom Einsatz von Lasergewehren. Der wilde Science-Fiction-Tierhorror-Mischmasch und die platte Präsentation der Charaktere kann kaum für gute Unterhaltung sorgen. Die eindeutig bessere Wahl ist es, sich noch einmal „Phase IV“ oder „Ameisen“ anzuschauen – wenn diese denn endlich mal auf DVD veröffentlicht werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
90:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
Killerameisen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Killerameisen
The Hive

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenig Ameisenhorror, dafür alberner Science-Fiction-Quatsch zu Hauf


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Peter Manus
Drehbuch:
T.S. Cook
Darsteller:
Kal Weber, Elizabeth Healey, Mark Ramsey, Jessica Reavis, Tom Wopat

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
24.07.2009