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Blu-ray-Besprechung - G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra

Story:
Als sie im Auftrag der NATO eine neuartige Nano-Waffe des Waffenherstellers James McCullen (Christopher Eccleston) transportieren sollen, wird die Einheit der Soldaten Duke (Channing Tatum) und Ripcord (Marlon Wayans) von einer Truppe unwahrscheinlich gut ausgerüsteter Killer unter der Leitung der geheimnisvollen Baroness (Sienna Miller) angegriffen. Nur im letzten Moment kann der Diebstahl der Technologie durch die militärische Elite-Einheit "G.I. Joe" gestoppt werden. Die beiden Soldaten werden von den G.I.-Joe-Mitgliedern in deren geheime Militärbasis in Ägypten mitgenommen und ebenfalls zu Elite-Kämpfern ausgebildet. Doch auch dort sind sie und die gefährliche Waffentechnologie nicht sicher vor den Angriffen der Killer vom "Team Cobra".

Meinung zum Film:
Bereits im Jahr 1962 wurde mit den "G.I. Joe"-Puppen, die eine Truppe von futuristischen Super-Soldaten darstellten, die erste Actionfigur erschaffen. Die Figuren sind bis heute weltweit in verschiedenen Fassungen erhältlich und dienten als Grundlage für eine Vielzahl von Comics und Zeichentrick-Episoden. Nach dem enormen Erfolg der Spielzeug-Verfilmung "Transformers" im Sommer 2007 lag es nun sehr nahe, dass Hollywood noch mehr Filme über Action-Spielzeug machen würde und so fiel der Blick der Studios schnell auf die kleinen Plastiksoldaten. Besorgnis erregte bei den Fans der Figuren dann allerdings die Wahl des Regisseurs: Stephen Sommers hatte mit "Die Mumie" und dem Monsterfilm "Octalus" zwar einst ein paar spaßige Popcorn-Filme geschaffen, spätestens seit dem grottigen Trash-Spektakel "Van Helsing" jedoch einiges von seinem guten Ruf eingebüßt. Als dann die Trailer für "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" auch ziemlich trashig rüberkamen, hatten viele bereits beschlossen, dass der Film eine einzige Katastrophe sein müsste. Gerüchte darüber, dass Sommers nach einem verheerenden Test-Screening aus dem Schnittraum gefeuert worden wäre, schürten die schlechte Mundpropaganda weiter an.

Doch angesichts des fertigen Films muss man sagen, dass diese Sorgen unbegründet waren. Mit seinen cartoonartigen Charakteren, der teils klischeehaften und vorhersehbaren Story und der auf übertriebene Coolness getrimmten Ausstattung strahlt der Film zwar durchaus einen gewissen Trashfaktor aus, dieser wirkt jedoch in sich sehr stimmig. Was sonst soll man auch erwarten bei der Verfilmung einer Reihe bunter Actionfiguren für kleine Jungs? Und eben diese kleinen Jungs werden den Film lieben. Die Actionszenen sind halsbrecherisch, rasant und einfallsreich und im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Actionfilmen verliert man nicht dauernd den Überblick vor lauter Kamera-Gewackel. Dazu kommen recht gute Charaktere, die zwar durchaus der Vorlage entsprechend etwas überzogen und zweidimensional sind, durch geschickt eingesetzte Rückblenden aber genau die richtige Dosis an Tiefe bekommen. Dazu kommt, dass die Schauspieler, die größtenteils keine großen Stars sind, sondern eher aus TV-Serien und Kino-Nebenrollen bekannt sind, ziemlich gut besetzt sind und gute Arbeit abliefern. Besonders überzeugend sind dabei in Bösewicht-Rollen Sienna Miller ("Factory Girl") und Christopher Eccleston ("Doctor Who").

Ein weniger überzeugender Aspekt des Films sind die Computereffekte. Während sie an einigen Stellen sogar richtig gut geworden sind, sehen sie in anderen Fällen eher aus wie aus einem besseren Videospiel. Wer in der Hinsicht keine allzu hohen Ansprüche hat, wird dies aber sicher problemlos ignorieren können und sich auf die unterhaltsame Story und die einfallsreichen Actionszenen konzentrieren können. Ein weiteres Manko ist, dass "G.I. Joe" einen Großteil seines Pulvers bereits bei der absolut spektakulären Verfolgungsjagd durch Paris in der Mitte des Films verschießt, wogegen das ebenfalls höchst actionreiche, aber aufgrund von zu vielen schlechten CGI-Effekten etwas steril wirkende Finale nicht mehr so recht ankommt. Die witzigen Ideen und soliden Figuren sorgen aber dafür, dass man sich bis zum Ende nicht langweilt, ganz im Gegenteil zum zweiten "Transformers"-Film, bei dem manch ein Zuschauer nach der großen Actionszene in der Mitte eingeschlafen sein dürfte. Auch die Story von G.I. Joe macht durchaus (etwas) mehr Sinn als die des letzten Riesenroboter-Spektakels und erfordert nicht, dass man sein Gehirn an der Kinokasse abgibt. In der Kategorie "spaßiger Sommer-Actionfilm" reicht "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" vielleicht nicht ganz an "Iron Man" oder J.J. Abrams "Star Trek" heran, bietet aber knapp zwei Stunden grundsolider Unterhaltung für Jung und Alt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray gibt sich keine Blöße. Bei Tageslichtaufnahmen ist es knackig scharf und in den dunklen Einstellungen geht der Durchblick nie verloren. Besonders gelungen sind die Actionsequenzen quer durch Paris, die eine sehr schöne Tiefenwirkung haben. Lediglich gelegentlich gibt es kürzere Passagen zu sehen, die ein klein wenig zu weich erscheinen und auch leichtes Farbrauschen macht sich ab und an ein klein wenig bemerkbar. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 wird den Anforderungen des Genres gerecht und lässt es in den zahlreichen Actionszenen gut krachen. Der Tieftöner reiht sich dabei zwar nicht bei den Bass-Referenztiteln ein, dafür sorgt aber eine gute Füllung des Raumes für ein gutes Spektakel und ein Mittendrin-Gefühl.

Wer möchte, kann sich den Film mit einem Audiokommentar von Regisseur Stephen Sommers und Produzent Bob Ducsay ansehen, bei dem es einige interessante Fakten zur Entstehung des Films zu hören gibt. Im Making Of wird sich zu Beginn mit dem „G.I. Joe“-Franchise beschäftigt und worauf bei der Umsetzung des Comics zum Film besonders geachtet wurde. Des Weiteren werden hier die Kulissen, die Kostüme und zu guter letzt auch die Action in dem rund 30-minütigen Beitrag näher gebracht. Die Effekte werden in einem eigenen Beitrag erklärt. Hier wird anhand von einigen Effektszenen des Film sehr genau erläutert, wie Storybaords, Liveaufnahmen und CGI-Effekte zum fertigen Film führen. Der rund 20-minütige Beitrag dürfte vor allem technikinteressierten Personen besonders gut gefallen. Insgesamt fällt das Bonusmaterial mit gerade mal 2 Bildbeiträgen sehr schmal aus. Doch die insgesamt 50 Minuten Laufzeit übertreffen am Ende so manche Kurz-Featurette-Sammlung, die von der Quantität auf den ersten Blick höherwertiger erscheinen mag. (MT)

Fazit:
"G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" ist ein buntes Action-Abenteuer für kleine und große Jungs. Der Film bietet zwar keine besonders komplexen Charaktere oder Handlungsstränge, dafür aber jede Menge Spaß und tolle Action.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
117:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Stephen Sommers und Produzent Bob Ducsay
  • Die Big-Bang-Theorie: Das Making of von "G.I. Joe"
  • Next-Gen Action: Die erstaunlichen Effekte und das Design von "G.I. Joe"
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra
G.I. Joe: The Rise of Cobra

Bild unseres Mitarbeiters Adrian vom Baur
Ein buntes Action-Abenteuer für kleine und große Jungs


Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Stephen Sommers
Drehbuch:
Stuart Beatty, David Elliot, Paul Lovett
Darsteller:
Channing Tatum, Marlon Wayans, Dennis Quaid, Christopher Eccleston, Sienna Miller, Rachel Nichols, Joseph Gordon-Levitt

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.12.2009

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verkaufsstart Schweiz :
14.12.2009