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DVD-Besprechung - Watchmen - Die Wächter
Story:
Edward „The Comedian“ Blake (Jeffrey Dean Morgan) wurde von einem mysteriösen Killer getötet. Seine ehemaligen Kameraden aus der Superhelden-Gruppe die „Minutemen“ machen sich anschließend ihre Gedanken darüber, ob der Mord eine Einzeltat war, oder ob der Mörder es auf mehr von ihnen abgesehen hat. Rorschach (Jackie Earle Haley) macht sich auf die Suche nach der Identität des Mörders und kommt dabei einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur.
Meinung zum Film:
Mit „Watchmen“ brachte Autor Alan Moore („V wie Vendetta“) zusammen mit Zeichner Dave Gibbons („Martha Washington“) Ende der 80er-Jahre ein ganz außergewöhnliches Werk in die Regale der Comic-Shops. Die 12-teilige Erzählung kann in ihrer Bedeutung für den Comicbereich sicherlich ohne große Übertreibung als das Gegenstück zu „Krieg und Frieden“ eingeordnet werden. Die Helden sind hier alles andere als glänzende Vorbilder, die nur das Wohl der Menschheit in ihren Aktionen im Auge haben. Sie sind Individuen mit mal mehr und mal weniger großen Fehlern, mit eigenen Bedürfnissen und Ängsten und vor allem eigenen Wertvorstellungen. Somit gibt es kaum eine nennenswerte Identifikationsfigur für den Zuschauer. Besonders negativ im Ensemble fällt dabei sicherlich der Comedian auf, der eine große Vorliebe für Gewalttätigkeiten hat, lieber erst schießt und später fragt und auch vor seinen Teamkollegen nicht Halt macht. Superkräfte im herkömmlichen Sinne haben die Helden in der ersten Generation nicht, ähnlich wie Batman verfügen sie lediglich über gute Zweikampffähigkeiten und hochtechnisierte Ausrüstung. Erst in der zweiten Generation ist mit Dr. Manhattan ein Held mit Superkräften im Team, der zu einem omnipotenten Überwesen mutierte, nachdem seine Atome bei einem Laborversuch zunächst auseinandergesprengt wurden.
Wer nun allerdings erwartet, dass „Watchmen“ ähnlich actionreich daherkommt wie die „Batman“- oder „X-Men“-Filme, wird zwangsläufig vom Film enttäuscht werden. Denn Actioneinlagen sind eher sparsam gestreut und auch der Mordfall selbst gestaltet sich die meiste Zeit über nur als roter Faden, der zum Erzählen verschiedener Geschehnisse genutzt wird. Rorschach schlüpft dabei in die Rolle des Erzählers, der den Zuschauer durch die Handlung führt. Sein Auftreten ist vergleichbar mit der der tragischen Hauptperson im Film Noir oder in älteren französischen Polizeifilmen. Denn als vermeintlicher Held des Geschehens gerät er immer tiefer in einen Strudel aus Korruption und Verschwörungen, die ihn immer mehr zu verschlingen droht. Allerdings ist er dabei selbst alles andere als unschuldig und trägt zum Teil selbst zu seinem Leiden bei. Der eingesetzte Erzählstil ist eng an die Comicvorlage angelehnt, was große Aufmerksamkeit beim Zuschauer voraussetzt. Es gibt immer wieder Sprünge in der Zeit, rückblickend wird dabei die Geschichte der einzelnen Protagonisten im Superheldenteam erzählt. Allerdings ist die Tiefe dabei nicht ganz so weitreichend wie in der epischen Comicvorlage, was aber auch nicht zu erwarten war.
In Deutschland erscheint (zunächst) nur die im Kino zu sehende Version, während in den USA ein längerer Director’s Cut veröffentlicht wurde. Die Szenen, die darin gezeigt werden, haben zwar durchaus ihren Reiz, sorgen aber auch nicht unbedingt dafür, dass der Film insgesamt mehr Tiefe bekommt. Eine zusätzliche Tiefe hat er aber ohnehin nicht nötig. Die Umsetzung des Comics ist den Autoren David Hayter („X-Men“) und Newcomer Alex Tse auch in der kürzeren, rund 2,5-stündigen Version bereits bestens gelungen. Bei der Umsetzung des Comics für die Leinwand wurde das alte Sprichwort bestätigt, dass was lange währt endlich gut wird. Denn bereits 1988 hatte Fox ein fertiges Drehbuch vorliegen, doch die Rechte gingen in den Jahren über Warner Bros. zu den Universal Studios und von dort zu Paramount, die sich die Rechte mit Warner Bros. bei der letztendlichen Umsetzung teilten. Unter der Regie von Zack Snyder („300“) ist dabei ein äußerst unterhaltsames Superhelden-Drama entstanden, das sich mit der Frage beschäftigt, was passiert wäre, wenn Superhelden mit unterschiedlicher Moralvorstellung Einfluss auf die Weltgeschichte genommen hätten. Das 1985 im Film hat dabei einen anderen Verlauf genommen, als er in den realen Geschichtsbüchern zu finden ist. Doch besser ist er dabei ganz sicher nicht - aber interessant anders, so dass man sich „Watchmen“ nicht entgehen lassen sollte.
Digitale Aufarbeitung:
Über weite Strecken hinterlässt die Schärfe einen guten Eindruck und auch die Detailfülle ist weitestgehend gut. Der Einsatz von Farbfiltern mindert diesen Eindruck aber teilweise. Gute Arbeit wurde beim Dolby Digital 5.1-Ton geleistet. Dieser ist stets gut verständlich und wenn es einmal zu einer Actioneinlage kommt, wird im Effektbereich auch gut aufgedreht.
Als Extra ist auf der Single-Disc-Version lediglich ein rund 15-minütiger Beitrag über die wissenschaftlichen Hintergründe von Dr. Manhattan und den technischen Spielereien im Film zu sehen. Hintergründe über die Comicumsetzung sucht man hier vergebens.
Fazit:
„Watchmen“ ist eine äußerst gelungene Comicverfilmung, die bereits in Heftform schon weit mehr als nur ein einfacher Comic war. Zack Snyder hat es geschafft, die nihilistische Noir-Stimmung des Heftvorlage auf Film zu bannen und auch hier die unterschwellige Frage zu stellen „Who watches the Watchmen?“. Absolut sehenswert!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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155:25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Mechanik: Technologien einer fantastischen Welt
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Watchmen
Watchmen
Ein Comic, der schon in Heftform weit mehr als ein Comicbuch war und auch als Film überzeugt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Zack Snyder Drehbuch: David Hayter, Alex Tse (basierend auf dem Comic von Alan Moore und Dave Gibbons) Darsteller: Jackie Earle Haley, Malin Akerman, Billy Crudup, Jeffrey Dean Morgan, Matthew Goode, Patrick Wilson, Carla Gugino, Matt Frewer, Stephen McHattie
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 20.08.2009
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