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DVD-Besprechung - WWE - Unforgiven 2000 / No Mercy 2000

Story:
In der „Tagged Classics”-Reihe werden Großereignisse der WWE zum NicePrice im Doppelpack angeboten. In der vorliegenden Sammlung befinden sich „Unforgiven 2000“, das am 24.09.2000 im First Union Center in Philadelphia, Pennsylvania statt fand und „No Mercy 2000“, das am 22.10.2000 in der Pepsi Arena in Albany, New York ausgetragen wurde.

Meinung zum Film:
„Unforgiven 2000“ stand ganz im Fokus der Rückkehr von Stone Cold Steve Austin, nach seiner rund 9-monatigen Pause wegen einer Halsoperation. Die Verletzung hatte Austin sich beim SummerSlam 1997 zugezogen, als ein von Owen Hart ausgeführter Piledriver schief ging und Austin dadurch schwer verletzt wurde. Stone Cold versuchte zwar erst ohne größere Auszeit mit der Verletzung zu leben, musste am Ende dann allerdings doch operiert werden. In den Storylines wurde es so verkauft, dass ein unbekannter Fahrer ihn am Abend der Survivor Series 1999 in der Tiefgarage angefahren hat und ihn dabei schwer verletzte. Nun, mit seiner Rückkehr war natürlich die Zeit für Rache gekommen. Über Monate hinweg konnte der Täter nicht ermittelt werden, doch während Unforgiven ließ Shane McMahon verlauten, dass Steve Blackman der Übeltäter sei. Austin konnte aber – ähnlich wie der interessierte Zuschauer - recht schnell erkennen, dass Shane nur jemanden suchte, der Blackman die Schmach zurückzahlen sollte, die er im Monat zuvor bei der Survivor Series erleiden musste. Weitaus weniger actionreich als bei den zahlreichen Einspielungen von Austin zwischen den Kämpfen ging es an dem Abend beim Matches zwischen Tazz und Jerry Lawler, sowie dem müden Kampf von Eddie Guerrero gegen Rikishi zu. Beide Ansetzungen teilten sich ohne Zweifel den Titel des „lahmsten Event des Abends“, wobei auch die anderen Fights nicht unbedingt sonderlich überzeugend ausfielen.

Richtig überzeugen konnten aber die beiden Main Events. Zunächst standen sich Triple H und Kurt Angle in einem „No DQ“-Match gegenüber, bei dem es vor allem um die Ehre von Stephanie McMahon ging. Angles Technik im Zusammenspiel mit Hunters Verbissenheit sorgten für eindrucksvolle Momente. Den Abschluss des Abends bildete das Fatal-Four-Way-Match zwischen The Rock, Chris Benoit, dem Undertaker und Kane. Vor allem The Rock und Chris Benoit boten hier einige gelungene Aktion, was zumindest den Abschluss von „Unforgiven 2000“ zu einer runden Sache machte und über die bis dahin überwiegend eher schwachen Momente ein wenig hinwegtäuschte. Der Übergang von diesem PPV zu „No Mercy 2000“ ist wunderbar fließend, da es hier direkt weiter geht mit der Suche nach dem Fahrer des Wagens, der für die lange Auszeit – zumindest gemäß Storyline – von Steve Austin gesorgt hat. Zwischen den beiden Veranstaltungen verteilte Stone Cold einige Stunner, die ihn irgendwann zu dem wahren Schuldigen führte – Rikishi. „Auf den wäre ich nicht gekommen“ sagte nicht nur ein ehemaliger, blauweißer Bundesliga-Manager, als sein Co- zum Cheftrainer befördert wurde, sondern auch so mancher Wrestling-Freund, der zeitweise Denkaussetzer bei den Storyschreibern vermutete. Das aus der Fahrererkenntnis resultierende Match beim PPV war dann auch entsprechend müde und es stellte sich hierbei im Grunde nur die Frage, ob Austin es schaffen würde, den hawaiianischen Wonneproppen als Dank für dessen Tat aus dem letzten Jahr ebenfalls an- oder besser gleich überfahren zu können. Alleine schon die Tatsache, dass der Kampf nur in der Midcard eingebaut wurde, zeigt schon zweifellos, welchen Stellenwert die WWE selbst dem Match zugestand. Oder anders gesagt - die Booker haben hier ein Multimillionenpotential in den beachtlichen Popo von Rikishi gesteckt, wo dieses auf Nimmerwiedersehen verschwand.

Für feinste Wrestling-Kost sorgten auch an diesem Abend wieder die vier Herren, die bereits bei „Unforgiven 2000“ dafür gesorgt haben, dass auch Ästheten ansprechende Aktion im Ring geboten bekamen. Damit keine Langeweile aufkam, wurde die Paarungen diesmal aber neu gemischt und so standen sich zum Einen Triple H und Chris Benoit und zum Anderen The Rock und Kurt Angle gegenüber. Bevor die beiden finalen Kämpfe anstanden, mussten Wrestling-Fans aber tapfer sein und den nackten Mideon in einem Kampf gegen Steven Regal überstehen. Ganz nackt war Mideon zum Glück zwar nicht, aber alleine der Anblick von Mideon im knappen Schlüpper und sein immer wieder gesuchter Körperkontakt mit Regal scheinen aus der Feder des gleichen, debilen Schreibers zu stammen, der aktuell auch an der Demission von Santino/a Marella arbeitet. Zum Glück war beim Match zwischen Triple H und Chris Benoit von derartig Abstoßendem nichts zu sehen. Beide Kämpfer lieferten sich eine mitreißende und abwechslungsreiche Schlacht, die feinste Ringaction bot. Obwohl die Messlatte durch diesen Kampf bereits recht hoch gelegt wurde, konnten The Rock und Kurt Angle diese anschließend noch locker überbieten. Beide Athleten zeigten ihr ganzes Können und die Booker haben es bestens verstanden, noch für zusätzliche Dramatik zu sorgen. Wie schon bei „Unforgiven 2000“ sind auch bei „No Mercy 2000“ die finalen Matches ein echter Hochgenuss für Freunde des Wrestlingsports.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist nicht gerade sonderlich überzeugend. Die Schärfe lässt streckenweise zu Wünschen übrig und auch die Kompression fällt diesmal etwas unangenehmer auf, als man es von den monatlichen PPV-Veröffentlichungen der WWE gewohnt ist. Der Ton liegt lediglich in bestens verständlicher, englischer Sprache vor, was für die meisten Wrestling-Fans aber wahrscheinlich kein Problem darstellen wird.

Extras gibt es keine auf den DVDs zu finden.

Fazit:
„Unforgiven 2000“ ist ein durchschnittliches Event, das von Stone Colds Rückkehr geprägt wurde und nur bei den letzten beiden Kämpfen überzeugt. „No Mercy 2000“ ist insgesamt betrachtet deutlich besser anzuschauen und bietet ebenfalls zwei erstklassige Finalkämpfen. Wrestling-Freunde bekommen hier sicherlich einen guten Gegenwert für ihr gezahltes Geld geboten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
169:18 Minuten / 164:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
WWE - Unforgiven 2000 / No Mercy 2000 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Unforgiven 2000 / No Mercy 2000
Unforgiven 2000 / No Mercy 2000

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Die Rückkehr von Stone Cold Steve Austin und zwei fantastische, doppelte Main-Events


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2000
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Right to Censor, Dudley Boyz, APA, Tazz, Jerry Lawler, Steve Blackman, Test, Perry Saturn, Crash Holly, Al Snow, Funaki, Chris Jericho, X-Pac, Hardy Boyz, Edge & Christian, Eddie Guerrero, Chyna, Rikishi, Triple H, Kurt Angle, The Rock, Chris Benoit, The Undertaker, Kane, Too Cool, Lo Down, Lita fought, T&A, Trish Stratus, Steve Austin, William Regal, Mideon, Los Conquistadores

Label Deutschland :
SilverVision
Verkaufsstart Deutschland :
21.08.2009