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DVD-Besprechung - Der Kaufhaus Cop

Story:
Paul Blart (Kevin James) ist Kaufhaus-Cop in einer großen Mall. Sein Traum ist es schon seit Langem, einen Job bei der Polizei zu bekommen, was aber immer nur ein Traum geblieben ist. Ein weiterer Traum von ihm ist eine feste Partnerin und hier am liebsten die in der Mall angestellte Amy (Jayma Mays). Als die Mall von Gangstern in ihre Gewalt gebracht und Amy von ihnen als Geisel festgehalten wird, kann Paul endlich beweisen, dass doch ein richtiger Cop in ihm steckt, und zugleich seine Angebetete aus der bedrohlichen Situation befreien.

Meinung zum Film:
Nach dem Aus der erfolgreichen Sitcom „The King of Queens“ versucht Doug-Heffernan-Darsteller Kevin James nun auch auf der großen Leinwand Fuß zu fassen. Mit der Komödie „Chuck & Larry“ schaffte er dies trotz prominenter Co-Darsteller wie Adam Sandler, Dany Aykroys und Jessica Biel nur eher leidlich. Somit lagen die Hoffnungen der Kevin-James-Fans auf „Der Kaufhaus Cop“, in dem der Comedian in einer für ihn sehr gewohnten Rolle zu sehen ist. Er spielt den gemütlichen, etwas übergewichtigen Paul Bart, der ein herzensguter Mensch ist und keiner Fliege was zu Leide tun kann. Der Umstand, dass er eine leibliche Tochter hat, hat nichts mit einer einst glücklichen Liebe zu tun. Das Mädchen ist nur das Zeugnis für den Umstand, dass ihre mexikanische Mutter eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für die USA im Sinn hatte und sich sobald es ging aus dem Staub machte. Sein erhöhtes Gewicht erklärt Paul immer dadurch, dass er an Hypoglykämie (Unterzuckerung) leidet und von daher immer Süßes essen muss oder ansonsten einfach umkippt. Letzteres kommt dann trotz aller Vorsichtsmaßnahmen aber immer mal wieder vor.

Auf der Arbeit ist er bei seinen Kollegen nur wenig angesehen. Er wird von ihnen weitestgehend ignoriert oder muss für ihre Scherze herhalten. Beim schüchternen Werben um Amys Gunst ist dies alles andere als hilfreich und mit Stuart hat er auch noch einen Nebenbuhler, der seinen aufkeimenden Mut beim Zugehen auf die Herzensdame immer wieder im Keim erstickt. Als die Gangster dann aber die Mall erst leeren und sich dann selbst mit einer Handvoll Geiseln in dem Gebäude verschanzen, ist Pauls Stunde gekommen und mit starkem Willen und reichlich Glück im Unglück nimmt er den Kampf gegen die Unholde auf. Wie einst Bruce Willis im Nakatomi-Plaza in „Stirb langsam“, ist auch er den Eindringlingen nicht als im Gebäude anwesend bewusst. Und in ähnlicher Weise wie John McClane räumt Blart dann auch auf. Auf Auftritte im Feinripp-Unterhemd wird zum Glück verzichtet, anstelle vom Barfußlaufen über einen Scherbenteppich muss Paul eine Auseinandersetzung mit einem Bräunungssprayautomaten überstehen.

Kevin James bringt in seine Rolle eine gehörige Portion Doug Heffernan ein und auch Regisseur Steve Carr („Sind wir endlich fertig?“) konnte ihn offensichtlich nicht davor bewahren, noch einmal eine extra Schippe Dusseligkeit oben drauf zu packen. Leider, wie man anhand des Ergebnisses sagen muss. Denn wenn sich Paul zum Beispiel im „Victoria’s Secret“-Laden von einer ihm körperlich ebenbürtigen Dame verprügeln lässt oder er sich im ungewollten Margarita-Rausch auf übertrieben peinliche Art und Weise daneben benimmt, wird einfach eindeutig zu dick aufgetragen. Die zahlreichen, unübersehbaren Logiklöcher in der Geschichte sind noch relativ leicht zu verzeihen, da es in erster Linie um die komödiantischen Aspekte geht. Wenn der Sympathieträger des Films sich aber in dieser überzogenen Form der Lächerlichkeit preisgibt, ist es der generellen Stimmung nicht unbedingt förderlich. Mit einem weniger prominenten Darsteller als Kevin James in der Titelrolle wäre der Film wahrscheinlich relativ unbeachtet geblieben. James’ Anwesenheit ist es letzten Endes, wodurch „Der Kaufhaus Cop“ zumindest kurzweilig zu unterhalten versteht. Öfter ansehen wird man sich den Film aber eher nicht. Da greift der geneigte Kevin-James-Fan lieber zu einer beliebigen Folge vom „King of Queens“.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen angenehmen Eindruck, mit durchweg guten bis durchschnittlichen Werten. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist die gesamte Spielzeit über gut zu verstehen, wenn es die Szenen hergeben, wird auch leichter Gebrauch von den Surroundkanälen gemacht.

Wer möchte, kann zunächst einem Audiokommentar mit Kevin James und dem Produzenten Todd Garner lauschen, bei dem es natürlich auch das ein oder andere zum Lachen gibt, aber auch interessante Anekdoten vom Dreh. Des Weiteren gibt es noch rund 11 Minuten nicht verwendeter Szenen und eine ganze Reiher kurzer, jeweils durchschnittlich rund fünfminütiger Featurettes. Dabei geht es größtenteils um Kevin James und die sportlichen Stunts im Film.

Fazit:
„Der Kaufhaus Cop“ Paul Blart ist eine teils zu übertrieben alberne Abwandlung von Doug Herffenan, die sich auf einmal in einer „Stirb langsam“-Situation wiederfindet. Die sehr löchrige Story und so manche alberne Aktion von Paul sorgen dafür, dass der Film über durchschnittliche Unterhaltung nicht hinauskommt. Kevin James ist in erster Linie der Grund dafür, dass der Film aber zumindest noch kurzweilig zu unterhalten versteht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
87:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Hauptdarsteller Kevin James und Produzent Todd Garner
  • Entfallene Szenen
  • Featurettes:
    • Kevin James: Kein Durchschnitts-Kaufhaus-Cop
    • Action-Sports
    • Stunts
    • Aufnahmen im Einkaufszentrum
    • Am Set mit Mike „Rooftop“ Escamilla
    • Spaß am Set
    • Mike V. vs. Kaufhaus Cop
    • Mike V. vs. Kaufhaus Cop – Die Antwort
    • Free Running vs. Parkour
    • Einige Gedanken von Kevin James
    • Zucker
Der Kaufhaus Cop - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Kaufhaus Cop
Paul Blart: Mall Cop

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine Kevin-James-Show mit unübersehbaren Macken


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Steve Carr
Drehbuch:
Kevin James, Nick Bakay
Darsteller:
Kevin James, Jayma Mays, Keir O'Donnell, Raini Rodriguez, Stephen Rannazzisi, Shirley Knight, Peter Gerety, Bobby Cannavale, Adam Ferrara

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
03.09.2009