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Blu-ray-Besprechung - Inglorious Bastards (Das Original)
Story:
Frankreich, 1944: eine Gruppe von US-Soldaten, die u.a. wegen Mordes, Diebstahl und Befehlsverweigerung vor ein Militärgericht gestellt werden soll, wird während des Transports zum Gefängnis von der deutschen Luftwaffe angegriffen. Die Bewacher und die meisten Gefangenen sterben dabei, nur 5 Häftlinge kommen mit dem Leben davon, darunter der Offizier Sgt. Yeager (Bo Svenson) und der Farbige Fred (Fred Williamson). Die Gruppe möchte in die Schweiz und damit in die Freiheit flüchten, unterwegs jedoch ergibt sich für sie per Zufall der Auftrag, in einem Himmelfahrtskommando einen deutschen Zug zu überfallen.
Meinung zum Film:
Regisseur Enzo G. Castellari hat in den sechziger Jahren im Italowestern seine ersten Erfahrungen gesammelt und Beiträge wie "Leg ihn um, Django" oder "Django, die Totengräber warten schon" gedreht. Nachdem die große Zeit der europäischen Western vorbei war, konzentrierte er sich u.a. recht erfolgreich auf Endzeitfilme wie "The Riffs". In den neunziger Jahren war er fast nur noch für das TV tätig und drehte mit Bud Spencer einige Beiträge zu dessen Serie "Zwei Supertypen in Miami". Seit einigen Jahren im Gespräch ist ein Western, den er zusammen mit seinem Freund Franco Nero drehen möchte und der hoffentlich zumindest annähernd so gut gelingen wird wie deren gemeinsames Meisterwerk "Keoma" aus dem Jahre 1976.
Castellaris ein Jahr nach "Keoma" gedrehter "Haufen verwegener Hunde" ist auf den Punkt gebracht ein 90-minütiger Kriegsfilm ohne Anspruch, ohne nachvollziehbare Story, ohne eine tiefere Charakterisierung der Hauptpersonen und mit viel sinnlosem Geballer. Oder noch kürzer gesagt: ein Actionfeuerwerk der Extraklasse! Hier wird nicht eine Sekunde darauf verschwendet, eine großartige Einleitung zu schaffen, statt dessen werden unsere 5 Helden gleich zu Beginn beim Zusammenstellen des Gefangenentransports kurz vorgestellt und wenige Minuten später befindet sich der Haufen, verursacht durch einen Überfall eines deutschen Kampfflugzeugs, bereits in Freiheit und im weiteren Verlauf pausenlos in brenzligen Situationen. Sei es durch weibliche deutsche Soldaten, die splitternackt in einem Fluss baden und die unsere amerikanischen Hormonstau-produzierenden Helden erst dann als Amerikaner erkennen, als der Schwarze Fred auch mitbaden will, oder durch einen ebenfalls desertierten deutschen Soldaten (Raimund Harmstorf), der sinnigerweise den Namen Adolf trägt und der sich eine zeitlang den GIs anschließt, immer gibt es was zu Schießen und in die Luft zu sprengen, was eine reine Freude beim Zuschauen ist. Natürlich hält das Drehbuch zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise den Gesetzen der Logik stand, und so erschießen die Helden versehentlich einen Trupp amerikanischer Soldaten, die in deutschen Uniformen stecken und die zusammen mit französischen Partisanen einen Überfall auf einen deutschen Zug planten. Der Haufen übernimmt aus nicht nachvollziehbaren Gründen kurzerhand diesen Auftrag und so sind die Weichen für das explosionsgeladene Finale in diesem ohnehin schon fast pausenlos bleihaltigen Film gestellt. Wer sich bei diesem Film Gedanken über nicht vorhandene Charakterentwicklungen macht oder (zumindest in böser Absicht) nach Logiklöchern sucht, ist beim "Haufen" definitiv an der falschen Adresse, denn Castellari hat sich die Action, dargereicht von harten Männern und nur unterbrochen von etwas nackter, weiblicher Haut auf die Fahne geschrieben und diese Aufgabe hat er meisterlich erfüllt!
Die Darsteller werden wenig gefordert, außer cool auszusehen, zu schießen und gelegentlich einen Spruch abzulassen verlangt ihnen das Drehbuch nichts weiter ab. Dementsprechend sind Bo Svenson ("Heartbreak Ridge", "Kill Bill 2") und Fred Williamson ("From Dusk till dawn") deutlich sichtbar mit viel Freude bei der Arbeit. Ein wenig unsympathisch kommt Peter Hooten ("Orca, der Killerwal") als Tony daher, der sich anfangs mit Fred nicht so recht anfreunden kann und den einen oder anderen rassistischen Spruch ablässt, der heutzutage sicherlich nicht mehr in dieser Art im Kino zu hören sein wird. Michael Pergolani als Meisterdieb Nick ist der Clown der Gruppe, der stets in den jeweiligen Situationen alles Erforderliche wie z.B. Werkzeug parat hat und ansonsten die Actionsequenzen mit seiner klamaukigen Art auflockert. Schade, dass Pergolani nach diesem Film nur noch zweimal in hierzulande unbekannten Produktionen vor dem Bildschirm zu sehen war. Ein Wiedersehen gibt es mit Italowestern-Haudegen Donald O'Brien ("Lauf um Dein Leben", "Mannaja") als Wehrmachtsoffizier und mit dem bereits erwähnten Raimund Harmstorf ("Der Seewolf") als deutschen Obergefreiten. I-Tüpfelchen des Films ist der passende Soundtrack von Francesco De Masi ("Arizona Colt"), der das Geschehen auf dem Bildschirm perfekt umrahmt. Alles in allem ist "Ein Haufen verwegener Hunde" eine Actiongranate, die durch und durch gelungen ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray kann sich sehen lassen. Zwar hat die Bildschärfe kein Referenzniveau und fällt in einigen wenigen Szenen auch sichtbar ab, überwiegend herrscht jedoch ein detailreiches Sehvergnügen vor, das Einzelheiten knackig auf den Bildschirm zaubert. Auch der Kontrast kann überzeugen, das gleiche gilt für die frische und knackige Farbintensität. Dem deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 fehlt es an Dynamik, die Dialogverständlichkeit ist jedoch sehr gut.
Die Extras sind die gleichen wie bei der Zweitauflage der DVD: los geht es mit einem rund 45-minütigen, sehr interessanten Making of, in dem zahlreiche an der Produktion beteiligte Leute zu Wort kommen, u.a. Francesco de Masi, der Komponist des Soundtracks. Das zweite Kernstück ist ein 35-minütiges Gespräch zwischen Quentin Tarantino und Regisseur Enzo G. Castellari. Dass dies für Fans ein echtes Muss ist, steht außer Frage. Zum Abschluss gibt es noch den italienischen Trailer und eine Bildergalerie.
Fazit:
"Ein Haufen verwegener Hunde" ist ein Paradebeispiel für einen gelungenen Kriegsfilm, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt und deshalb die Action vor die Logik stellt, was über die gesamten 90 Minuten Laufzeit auch hervorragend funktioniert. Die Darsteller sind mit sichtlich viel Spaß bei der Sache und insgesamt ist der Film ein hervorragender Zeitvertreib für einen Männerabend. Die Blu-ray kommt in einer hervorragenden Bildqualität daher, die Extras können ebenfalls überzeugen!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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89:30 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Quentin Tarantino im Gespräch mit Regisseur Enzo G. Castellari
- Making of "Inglorious Bastards"
- Trailer
- Bildergalerie
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Inglorious Bastards
Inglorious Bastards
Kriegsaction-Feuerwerk der Extraklasse - Made in Italy
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1977 Regie: Enzo G. Castellari Drehbuch: Sandro Continenza, Sergio Grieco, Franco Marotta, Romano Migliorini, Laura Toscano Darsteller: Fred Williamson, Bo Svenson, Peter Hooten, Michael Pergolani, Raimund Harmstorf
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 29.04.2011
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