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Kino-Besprechung - Beim Leben meiner Schwester
Story:
Die elfjährige Anna Fitzgerald (Abigail Breslin) ist kein gewöhnliches Mädchen. Sie wurde von ihren Eltern (Cameron Diaz, Jason Patric) genetisch erzeugt, um als "Ersatzteillager" für ihre leukämiekranke Schwester Kate (Sofia Vassilieva) zu dienen. Anna weiß dies und scheint gut damit klar zu kommen, für die Gesundheit ihrer Schwester solche Opfer zu bringen. Umso mehr ist die Familie überrascht und bestürzt, als Anna sich plötzlich an einen Anwalt (Alec Baldwin) wendet, um ihre Eltern auf medizinische Unabhängigkeit zu verklagen, damit sie keine weiteren Prozeduren über sich ergehen lassen muss.
Meinung zum Film:
Filme, deren Hauptzweck zu sein scheint, ihr Publikum zum Weinen zu bringen, nennt man im englischen Sprachraum "Tearjerker" oder "Weepies". An die Spitze dieser Kategorie setzte sich vor einigen Jahren das etwas kitschige und konventionell inszenierte Liebesdrama "The Notebook", das in Deutschland eher unbeachtet unter dem Titel "Wie ein einziger Tag" lief. Zumindest in Amerika schaffte es der Film, Heerscharen junger Frauen im Kinosaal und später vor dem Fernseher zahllose Schluchzer und Heuler zu entlocken und erfreut sich seitdem größter Beliebtheit bei allen, die sich gerne von Filmen zum Weinen bringen lassen. Nick Cassavetes, der Regisseur von "The Notebook", hat es sich nun anscheinend vorgenommen, mit seinem neuesten Film „Beim Leben meiner Schwester“ auch all jenen Kinogängern ein paar Tränen zu entlocken, die sein größter Heuler-Erfolg bislang kalt gelassen hat.
Denn vor allem dank sehr guter Schauspieler und einer etwas weniger bodenständigen Regie schafft er es bei dieser seiner vierten Regiearbeit, die Kitschfalle weitgehend zu umschiffen. Die großen Emotionen, welche die Familie Fitzgerald in diesem Film bewegen, fühlen sich echt an. Manche Momente sind trotz allem etwas rührselig und melodramatisch, insgesamt trifft der Film jedoch meist die richtigen Noten und schafft es, ein authentisches Bild der sterbenden Kate und ihrer Angehörigen zu zeichnen. Dazu wird eine non-lineare Erzählstruktur angewandt, die zwischen den aktuellen Ereignissen rund um den Rechtsstreit zwischen Anna und ihren Eltern und vergangenen Ereignissen im Leben der Familie hin- und herspringt.
Eine beachtliche Leistung liefert die junge Abigail Breslin ("Little Miss Sunshine") ab, die in einer Rolle glänzt, die auch erwachsenen Schauspielerinnen einiges abverlangt hätte. Cameron Diaz ("Love Vegas") beweist als verzweifelt um das Leben ihrer Tochter kämpfende Mutter, dass sie durchaus auch in ernsteren Stoffen als ihren üblichen oberflächlichen Komödienrollen überzeugen kann. Ein weiteres Highlight ist Alec Baldwin ("Jagd auf Roter Oktober"), der als exzentrischer Star-Anwalt einen prägnanten Eindruck hinterlässt. Auch alle Nebenrollen sind bestens besetzt und gut gespielt, besonders die Newcomerin Sofia Vassilieva ("Medium") fällt noch positiv auf.
Fazit:
Wer je bei Filmen weint, dem wird "Beim Leben meiner Schwester" sicher die eine oder andere Träne entlocken. Große Emotionen und gute Schauspieler sorgen dafür, dass dieser solide inszenierte Film einem ganz schön ans Herz geht, auch wenn sich Zyniker vielleicht an den melodramatischen Momenten, die manchmal nahe an der Grenze zum Kitsch liegen, stören könnten.
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Beim Leben meiner Schwester
My Sister's Keeper
Ein rührseliges, aber kompetent inszeniertes Melodram
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Nick Cassavetes Drehbuch: Jeremy Leven, Nick Cassavetes Darsteller: Cameron Diaz, Abigail Breslin, Alec Baldwin, Jason Patric, Sofia Vassilieva, Joan Cusack
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 27.08.2009
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