 |
Blu-ray-Besprechung - Final Destination 4
Story:
Bei einem Besuch auf einer Rennstrecke hat der Mittzwanziger Nick O'Bannon (Bobby Campo) plötzlich eine Vision von einem schrecklichen Unfall und bringt seine Freunde und einige andere Zuschauer zum Verlassen der Besuchertribüne, die kurz darauf tatsächlich von einem spektakulären Crash verwüstet wird. Die Gruppe ist froh, dem Tod entronnen zu sein, und feiert ihr neu gewonnenes Leben. Doch schon bald beginnen die Überlebenden einer nach dem anderen in bizarren Unfällen ums Leben zu kommen. Nur mithilfe von Nicks anhaltenden Visionen können die Freunde hoffen, den Tod immer wieder zu überlisten.
Meinung zum Film:
Die "Final Destination"-Reihe fing mit einem interessanten Konzept an: ein "Slasher-Film" ohne tatsächlichen Killer. Statt maskierten Buhmännern mit Messern war hier der Tod selbst der erbarmungslose Killer, dem die attraktiven jungen Hauptfiguren in den bisherigen Filmen der Reihe entkommen mussten. Das bot die Gelegenheit für spektakuläre Katastrophen-Sequenzen am Anfang der Filme und eine endlose Reihe clever ausgedachter Unfälle, denen die Figuren nach und nach zum Opfer fallen. Während der erste Teil das Konzept recht gut umsetzte und der zweite Teil der Sache noch etwas Feinschliff verpasste, zeigte Teil drei schon erste Abnutzungserscheinungen und bot wenig neues. Um der Reihe etwas frischen Wind zu geben, holte man jetzt für "Final Destination 4" nicht nur mit David R. Ellis ("Snakes on a Plane") den Regisseur des gelungenen zweiten Teils zurück, sondern beschloss auch, den Film in 3D zu drehen.
Dies versprach, die ohnehin schon immer visuell eindrucksvolle Eröffnungssequenz und die blutigen Unfälle noch spektakulärer zu machen und den Zuschauer mehr ins Geschehen hineinzuziehen. Dabei vergaßen die Filmemacher aber offenbar, dass eines der besten Mittel um Zuschauer zu fesseln gute Charaktere sind. Die Figuren in diesem Film sind größtenteils nicht einmal mehr Stereotypen, sondern haben einfach überhaupt keine Persönlichkeit, außer man zählt "hübsch" und "jung" seit neuestem als Charaktereigenschaften. Man erfährt beispielsweise nicht, was der Hauptcharakter und seine Freundin für Berufe ausüben oder ob sie irgendwelche Interessen haben. Bei den Nebenfiguren werden teilweise Ansätze gemacht, sie ein wenig zu definieren, was aber allein an den unfähigen Darstellern und den extrem hölzernen Dialogen scheitert. Natürlich erwartet man in einem Slasher-Horrorfilm keine komplexen Charaktere oder besonders gute Schauspieler, aber "Final Destination 4" erreicht hierbei einen neuen Tiefpunkt.
Leider sind auch die Effekte und Unfälle nicht besonders beeindruckend. Der Highway-Crash aus Teil zwei oder der Achterbahn-Unfall aus "Final Destination 3" wären in 3D sicherlich ansehnlicher gewesen als die mittelmäßigen Computereffekte der Rennbahn-Karambolage. Die Unfälle, die in den vorherigen Filmen oft clever inszeniert waren, lassen hier größtenteils jede interessante Idee vermissen. Die Splatter-Szenen sind wie gewohnt extrem und explizit, wirken aber nur noch sensationsgeil, billig und sadistisch. Die einzige ganz nette Idee ist eine Sequenz, die in einem 3D-Kino spielt, passend zur 3D-Veröffentlichung des Films. Wer ein wirklich großer Fan der Reihe ist und keine hohen Ansprüche hat, wird von "Final Destination 4" vielleicht ganz passabel unterhalten. Man sollte jedoch auf jeden Fall in die 3D-Fassung gehen, denn nur so hat der Film überhaupt etwas zu bieten.
Digitale Aufarbeitung:
Das 2D-Bild der DVD kann als oberer Durchschnitt bezeichnet werden. Es besitzt eine hohe Detailschärfe bei einem guten Detailgrad, gepaart mit guten Kontrastwert. Die 3D-Variante kommt mit den für das anaglyphe Verfahren üblichen Unschärfen daher. Leider hat Warner sich dazu entschieden, den Film im Rot/Grün-Verfahren zu codieren, was im Vergleich zum üblicherweise genutzten Grün/Magenta-Verfahren deutlich dunkler erscheint und wodurch regelmäßig Details verschluckt werden und teils sehr unnatürlichen Farbgebung vorherrscht. Der deutsche Ton in Deutsch Dolby Digital 5.1 kommt sehr kraftvoll aus den Lautsprechern und sorgt in den Spannungsszenen auch immer wieder für eindrucksvoll raumfüllenden Klang.
Bei den Extras findet sich ein Special, das ausführlich auf die verschiedenen Todesarten in "Final Destination 4" eingeht. Desweiteren gibt es noch eine Reihe nicht verwendeter, bzw. alternativer Szenen und zwei alternative Enden. Zwei der Todesszenen werden dann noch mittels verschiedener Vorabvisualisierungen gezeigt. (MT)
Fazit:
Außer ein paar netten 3D-Effekten hat der vierte und bislang eindeutig schlechteste Teil der "Final Destination"-Reihe so gut wie nichts zu bieten. Die Charaktere haben rein gar keine Persönlichkeit, die Story folgt sklavisch der Schablone der Vorgängerfilme und die tödlichen Unfälle waren auch schon mal cleverer.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,40:1
|
81:46 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte |
|
Bonusmaterial:
|
- Todeszahlen: Die Todesarten bei Final Destination 4 - Analyse der wichtigsten Todesszenen
- Final Destination 4: Prävisualisierungen und Storyboards
- 2 alternative Enden
- Nicht verwendete Szenen
- 2D- und 3D-Fassung des Films
|
|  |
Final Destination 4
The Final Destination
Die Bilder sind diesmal in 3D konzipiert, der Rest ist jedoch ziemlich platt
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: David R. Ellis Drehbuch: Eric Bress Darsteller: Bobby Campo, Shantel VanSanten, Mykelti Williamson, Nick Zano, Haley Webb
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 22.01.2010
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart : 22.01.2010
|