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DVD-Besprechung - Prinz Eisenherz

Story:
 Wikinger dringen heimlich in das Schloss Camelot ein und stehlen das sagenumwobene Schwert Excalibur. Dieses soll dem Thronräuber Sligon (Udo Kier) Macht geben und vor allem Akzeptanz bei seinem Wikingervolk. König Artus (Edward Fox) ist in der Klemme, denn einerseits stehen seine Truppen an der Grenze zu Schottland, zum anderen benötigt die Prinzessin Ilene (Katherine Heigl) eine Eskorte. Diese soll der ambitionierte Knappe Eisenherz (Stephen Moyer) anführen, nicht wissend, dass der Weg in einen Hinterhalt der Wikinger führt.

Meinung zum Film:
 1954 schlüpfte Robert Wagner („Austin Powers“) in die Rolle des wagemutigen Wikingerprinzen aus Thule. 1997 betraute Regisseur Anthony Hickox („Waxwork“) Stephen Moyer („88 Minutes“) mit der Rolle und tat keinen Fehlgriff. Das Remake legte Hickox im Comic-Stil an und bedient sich auch der gezeichneten Vorlage in dem einen oder anderen Szenenübergang. Moyer hat zwar nicht den ganz so typischen Prinz Eisenherzhaarschnitt, doch die schwarze Perücke verhilft ihm schon zu einer gewissen Ähnlichkeit mit der Comic-Vorlage. Die Optik des Films ist modern und hebt sich merklich von der des klassischen Ritterfilms ab. Die Inszenierung ist flott und das Erzähltempo recht hoch. Schlag auf Schlag wird der Zuschauer von einem kleinen Highlight zum nächsten geführt. Eben noch kämpft Eisenherz auf einem Ritterturnier, dann kämpft er auch schon gegen einen angeblichen Drachen, um sich anschließend einer Horde Wikinger zu stellen. Langeweile gibt es nicht.  

  Der unterschwellige Humor lockert das Geschehen zusätzlich auf und macht das Remake zu einem leicht verdaulichen Zeitvertreib. „Prinz Eisenherz“ gehört zu der Sorte Film, die man sich immer mal wieder ansehen kann. Ein großer Anteil daran gebührt auch Thomas Kretschmann („Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“) und Udo Kier („Blade“). Die zwei agieren als die machthungrigen Wikinger Thagnar und König Sleigon auf gutem Niveau und spielen herzhaft böse. Mit von der Partie ist auch Ron Perlman („Hellboy“), der als verschrobener Kauz noch eine sehr wichtige Rolle in der Geschichte einnehmen wird. Eine schöne Frau darf natürlich auch nicht fehlen und so spielt Katherine Heigl („Roswell“) die schöne Prinzessin Ilene. Sie ist aber nicht nur eine nette Staffage, sondern sie bekommt durchaus einiges an Text und Witz zugesprochen.

  Neben den guten Mimen und der bekannten Kern-Story, spielt auch die Action eine große Rolle in dieser Verfilmung. So eine Geschichte schreit nahezu nach kernigen Kampfeinlagen und Schwertergeklirr und das bekommt der Zuschauer dann auch geliefert. Hickox beschränkt sich aber in der Zahl der Kämpfer und so fällt der Sturm auf die Festung von Sligon im Vergleich zu der Version von 1954 deutlich personalärmer aus. Dafür ist der Rest peppiger und bietet zudem noch gut animierte Monster mit Eisenbeschlägen. Zu brutal ist das Ganze dann auch nicht ausgefallen, also ist eine Freigabe ab 12 Jahren angemessen. Es wird sicherlich Zuschauer geben, die den Film mit dem Hinweis auf das Original ablehnen, doch sie sollten ihn als das annehmen, was er wirklich ist: eine quietschbunte Variante der berühmten Story vom Prinzen mit dem Pagenschnitt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild sieht richtig gut aus und wirkt, im Vergleich zu den beiden bisherigen Veröffentlichungen, deutlich klarer. Die Farben wirken sehr frisch und es ist kaum ein Bildrauschen zu erkennen. Die gute Qualität des Kontrastes macht sich beim nächtlichen Sturm auf Sligons Schloss sehr bemerkbar. Der Ton ist in Ordnung und bietet einige Surroundeffekte, ohne jedoch richtig zu glänzen. Basseffekte kommen satt aus dem Subwoofer.

Die deutschsprachige Featurette fasst den Hauptfilm noch mal kurz zusammen und bietet zudem ein paar unterhaltsame Infos zu den Dreharbeiten. Die Interviews mit allen wichtigen Filmschaffenden gibt es zwar nur mit deutschen Untertiteln, aber hier gibt es einige interessante Informationen zu entdecken. Der Blick hinter die Kulissen bietet Eindrücke von den Dreharbeiten und auf Texttafeln gibt es dann noch zum Abschluss Darstellerinfos.

Fazit:
„Prinz Eisenherz“ ist perfektes Popcorn-Kino und erhebt nur wenig Anspruch auf eine vollständige Comicwiedergabe. Stattdessen wir rund 90 Minuten ein kleines Spektakel abgebrannt, welches gut unterhält. Die neue Abtastung des Materials spendiert ein richtig gutes Ergebnis beim Bild. Die Extras sind knapp, aber informativ.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
87:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Featurette
  • Interviews
  • Blick hinter die Kulissen
  • Darstellerinfos
Prinz Eisenherz - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Prinz Eisenherz
Prince Valiant

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Rasante Comicverfilmung für die lockere Abendunterhaltung


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997
Regie:
Anthony Hickox
Drehbuch:
Hal Foster, Michael Frost Beckner
Darsteller:
Stephen Moyer, Katherine Heigl, Thomas Kretschmann, Udo Kier, Edward Fox, Ron Perlman

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
17.09.2009