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DVD-Besprechung - Where in the World is Osama Bin Laden?
Story:
Morgan Spurlock wird Vater und stellt sich die Frage, wie er die Welt für seinen Nachwuchs sicherer machen kann. Die Antwort auf die Frage lautet, den meist gesuchten Mann des Planeten ausfindig zu machen – Osama Bin Laden. So macht sich der Filmemacher auf, die Spur des al-Qaida Anführers aufzunehmen.
Meinung zum Film:
„Where in the World is Osama Bin Laden“ ist der zweite Film von Morgan Spurlock. Mit seinem Erstling „Super Size Me“, in dem er sich im Selbstversuch ausschließlich von Fast-Food ernährte und dadurch Gefahr lief, seinen Körper nachhaltig zu schädigen, konnte er einen großen Überraschungserfolg landen. Im von vielen mit Vorfreude erwarteten Nachfolger machte er sich vermeintlich auf die Suche nach dem Gründer des al.Qaida-Netzwerkes, doch schon früh wird klar, dass das Ziel ein ganz anderes ist. Morgan Spurlock versucht in seinem Beitrag zu ergründen, wie Menschen in den vermeintlichen Heimatländern des Terrorismus über Osama Bin Laden und sein Handeln denken. Der Film handelt von einem Besuch eines „Average Joes“ aus den Vereinigten Staaten in einer Welt, die er bislang noch nicht verstehen konnte. Spurlock hält mit seinem Film den Amerikanern den Spiegel vor, der ihnen ihr schlechtes Ansehen in der Welt zeigt und ihnen Arroganz und Ignoranz vorwirft. Er gibt sogar zu, dass man diesen Ruf nicht ganz zu unrecht hat. Gleichzeitig trägt er dann aber auch seinen Teil dazu bei, diesen Ruf zu verbessern.
Als Zuschauer beginnt man mit der Zeit zusammen mit Morgan Spurlock ein wenig über die Menschen zu erfahren, die in Gebieten leben, die als Terrorsektoren bekannt sind. Spurlock isst zusammen mit armen Menschen, spricht mit Palästinensern und Juden, mit Verwandten Osama Bin Ladens und Soldaten in Afghanistan, Regierungsbeamten und wer immer auf der Straße dazu bereit ist, ein Statement in die Kamera abzugeben. Der Filmemacher selbst greift dabei eher selten zur Bildung einer bestimmten Meinung ein und überlässt es seinen Gesprächspartnern, einen Standpunkt zu vertreten. Anders als Michael Moore („Bowling for Columbine“) versucht er erst gar nicht, für eine Polarisierung der Zuschauer zu sorgen. Er will einfach nur beobachten und lernen. Wer erwartet, hier die Hintergründe zu einzelnen Konflikten zu erfahren, wird sicherlich enttäuscht werden. Denn diese werde nur am Rande gestreift, während die persönlichen Sorgen und Ansichten des Einzelnen im Vordergrund stehen. Osama Bin Laden ist auch in den besuchten Gebieten kein gefeierter Held. Die Menschen im Nahen Osten oder Pakistan sind meist alles andere als froh über das Handeln al-Qaidas und wünschen sich ein friedliches Leben.
Die Präsentation des Films ist wie zu erwarten recht locker geraten. Gleich zu Beginn gibt es eine Einspielung, in der ein vielfacher Osama Bin Laden zur Musik von MC Hammers „Can’t touch this“ herum tanzt oder sich in einer Videospielgrafik in bester „Mortal Kombat“-Manier mit Morgan Spurlock bekämpft. In den Straßen spricht Spurlock mit einem Händler, der davon erzählt, dass er viel lieber in Ruhe Wrestling schauen würde, anstatt sich mit dem Thema Bin Laden herum ärgern zu müssen, denn da ist wenigstens alles noch fair. Als Spurlock ihn darauf hinweist, dass dort alles abgesprochen ist und der Sieger schon vorher feststeht, bricht kurzzeitig die Welt für den Mann zusammen, der dann aber mit einem „Aber nicht bei den Titelkämpfen!“ auf wunderbar naive Weise die Fassung wiedererlangt. Doch es ging nicht nur spaßig zur Sache bei den Aufnahmen. Als Morgan Spurlock mit Militäreskorte in ein Talibangebiet reist, muss er unter ihrem Schutz fliehen, weil ein Anschlag in der Nähe geplant sei. Als er an einem Schild vor dem innersten Talibangebiet angekommen ist, das eindringlich vor dem Betreten durch Touristen warnt, macht auch er Stopp. Denn was er erreichen wollte, war ja ein sicheres Leben für seinen Nachwuchs. Und die Erkenntnisse, dass die Menschen, die er in den vermeintlich teuflischen Gebieten kennen gelernt hat, sich ebenfalls nichts anderes wünschen, scheint ihn zu beruhigen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und ist auf dem Stand, den man von heutigen Produktionen erwarten kann. Der Ton liegt nur in englischer Sprache mit optionalen deutschen Untertiteln vor. Das Format ist Dolby Digital 5.1 und durchweg gut verständlich, allerdings werden die Effektkanäle so gut wie nicht genutzt.
Als Extra gibt es neben nicht verwendeter Szenen noch ein ausführliches Interview mit Morgan Spurlock, in dem der Filmemacher einiges über seine Intentionen, Ängste und Erfahrungen in Verbindung mit der Arbeit an dem Film zum Besten gibt.
Fazit:
„Where in the World is Osama Bin Laden“ zeigt in der zu erwartenden witzigen Weise die nicht ganz ernst gemeinte Suche Morgan Spurlocks nach dem al-Qaida-Anführer Osama Bin Laden. Während der Suche lernt er Menschen kennen, die ähnliche Wünsche und Ängste haben, wie die Menschen in seiner Nachbarschaft. Bin Laden hat er am Ende zwar nicht gefunden, dafür aber Menschen, die ihn mit offenen Armen aufnahmen und ihm so die Angst vor einer ihm fremden Kultur und dadurch bedrohlich wirkenden Welt nahmen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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86:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Morgan Spurlock
- Geschnittene Szenen
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Where in the World is Osama Bin Laden?
Where in the World is Osama Bin Laden?
Für Morgen Spurlock ist der Weg das Ziel
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Frankreich, 2008 Regie: Morgan Spurlock Drehbuch: Morgan Spurlock, Jeremy Chilnick Darsteller: Morgan Spurlock, Alexandra Jamieson
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 21.08.2009
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