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DVD-Besprechung - Hinter Kaifeck
Story:
Fotograf Marc Barenberg (Benno Fürmann) ist zusammen mit seinem Sohn Tyll (Henry Stange) unterwegs, um Landschaftsaufnahmen zu machen. Während einer Übernachtung in dem kleinen, weit abgelegenen Dörfchen Kaifeck wird er von Visionen geplagt, in denen er einen in der Nähe gelegenen Hof wieder erkennt. Doch die Dorfbewohner wollen von dem verlassenen Bauernhof nichts wissen, an dem sich vor vielen Jahren ein tragischer Zwischenfall ereignet hat. Doch Marc wird weiterhin von Visionen geplagt und geht den Dingen immer weiter auf den Grund.
Meinung zum Film:
„Hinter Kaifeck“ von Regisseurin Esther Gronenborn („99euro-films“) basiert auf einem Mehrfachmord, der sich in der Nacht vom 31.03.1922 auf den 01.04.1922 zugetragen hat. Auf dem Einödhof, der im heutigen Gemeindegebiet von Waidhofen in Oberbayern lag, wurden die fünfköpfige Familie Gruber und die gerade erst am Hof angestellten Magd auf brutale Weise mit einer Reuthaue erschlagen. Trotz intensiver Bemühungen der Polizei war es nicht möglich, den oder die Täter zu ermitteln oder auch nur den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Die vor allem durch TV-Krimis erprobten Drehbuchautoren Christian Limmer („Tatort“) und Sönke Lars Neuwöhner („Stolberg“) griffen das Mordmysterium auf und schufen auf dessen Grundlage einen Thriller mit deutlich spürbarem Mysteryanteil. Die Hauptrollen konnten mit Benno Fürmann („Nordwand“) und Alexandra Maria Lara („Der Untergang“) prominent besetzt werden.
Die Geschichte nimmt damit ihren Lauf, dass Marc nach seinem Albtraum durch seine Fragen über den alten Gruber-Hof den Groll der Dorfbewohner auf sich zieht. Getrieben durch immer neue Visionen geht er trotz des Missfallens der Kaifecker den Visionen immer weiter auf den Grund und wird dabei immer mehr in die Geschehnisse aus dem Jahre 1922 hineingezogen. Was sicherlich eine gute Grundlage für einen spannenden Mystikthriller gewesen wäre, hinterlässt durch zahlreiche offen gelassene Fragen und Ungereimtheiten aber einen recht schalen Beigeschmack. Warum Marc die Visionen hat, lässt sich sicherlich noch erklären, die zahlreichen Randerscheinungen dazu aber leider irgendwann überhaupt nicht mehr. Das beginnt schon damit, dass Marc trotz seiner Bodenständigkeit offensichtlich ohne zu zögern gleich nach dem ersten Albtraum keine Zweifel daran hat, dass dieser einen wahren Hintergrund hat, und endet damit, dass es am Ende fast den Anschein hat, als würde er aktiv in die Visionen eingreifen.
Auch die Bewohner von Kaifeck wirken viel zu überzogen abweisend und zu gezwungen mysteriös, was die Gesamtstimmung eher aufgesetzt als unheimlich erscheinen lässt. Zum Ende hin scheint es den Autoren zusätzlich ein wenig an passenden Ideen gefehlt zu haben, da die Auflösung des ganzen Mysteriums recht ideenlos ausfällt und das Finale inmitten von unzähligen Menschen in Perchten-Kostümen einfach nur albern wirkt. Das Autorenteam wäre sicherlich besser beraten gewesen, den ganzen mysteriösen Hokus-Pokus weit außen vor zu lassen und sich stattdessen mehr auf den Thrillerplot zu konzentrieren. Denn Regisseurin Groneborn hätte es sicherlich auch ohne Visionen verstanden, allein durch unheilschwangere, stimmungsvolle Aufnahmen für eine unheimliche Atmosphäre zu sorgen. Unterstützend zu den Bild kommt auch noch ein sehr gelungenes Sounddesign, das ebenfalls für weitere düstere Stimmung sorgt. Es hätte der ganzen Visionen und aufgesetzten Perchten-Tradition gar nicht bedurft, um spannende Filmunterhaltung aufkommen zu lassen. In der genutzten Form schadet sie mehr als dass sie hilft.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist geprägt von Farbfiltern, die in den meisten Szenen die Farben verschlucken und das Geschehen in kühle, düstere Blautöne präsentiert. Dabei gehen Details in den Aufnahmen zwar ein wenig verloren, allerdings nicht in einem so hohen Maße, dass dies unangenehm ins Auge fallen würde. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich und mit schönem, raumfüllenden Klang abgemischt, der in den unheimlichen Momenten für die passende Atmosphäre sorgt.
Als Extras gibt es sechs geschnittene Szenen, die allerdings kaum neue Aspekte vermitteln können. Das „Behind the Scenes“-Feature bietet rund 10 Minuten unkommentierter Eindrücke vom Dreh. Es folgen noch eine selbst ablaufende Fotogalerie und das Presseheft zur DVD im PDF-Format. Am interessantesten bei den Extras fallen schlussendlich die Interviews aus. Vor allem „Hinterkaifeck“-Experte Peter Leuschner kann hier einige interessante Fakten rund um den tatsächlichen Mordfall präsentieren.
Fazit:
„Hinter Kaifeck“ kann in Sachen Atmosphäre und Inszenierung weitgehend punkten, verläuft sich aber viel zu sehr in der teils aufgezwungenen Mysterypart und vor allem in seinen Visionen. Insgesamt bietet der Film durchschnittliche Unterhaltung, die aber sicherlich keinen Must-See-Charakter darstellt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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82:53 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Geschnittene Szenen
- Behind the Scenes
- Fotogalerie
- Presseheft (DVD-Rom)
- Interviews
- Trailer
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Hinter Kaifeck
Hinter Kaifeck
Gute Atmosphäre, störender Mysterypart, müde Story
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009 Regie: Esther Gronenborn Drehbuch: Christian Limmer, Sönke Lars Neuwöhner Darsteller: Benno Fürmann, Alexandra Maria Lara, Henry Stange, Waldemar Kobus, Manfred Möck, Michael Gwisdek, Monika Hansen, Erni Mangold, Andrusch Jung
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 16.10.2009
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