Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.897 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Story:
Hildegard von Bingen kommt bereits als Kind ins Kloster. Als Erwachsene nimmt sie (Barbara Sukowa) dort eine immer zentralere Rolle ein und wird schließlich Nachfolgerin der von ihr sehr verehrten Oberin Jutta von Sponheim. In dieser Position kommt es immer häufiger zu Konflikten mit dem Abt Hugo (Alexander Held), dem die Frauengemeinschaft unterstellt ist. Einer ihrer wichtigsten Verbündeten in diesem Konflikt ist ihr Beichtvater, Mönch Vollmar (Heino Ferch), der sie auch bei ihrem Drang nach Wissen unterstützt und Bücher für sie auftreibt. Als sie zunächst ihm und dann dem Abt offenbart, dass sie seit ihrer Kindheit Visionen hat, die sie für von Gott gegeben hält, wird ihre Lage noch prekärer. Zu ihrer Überraschung unterstützt der Abt sie in diesem Punkt, aber er sieht nur den zusätzlichen Ruhm, den dies seinem Kloster bringen würde. Umso heftiger wird darum die Auseinandersetzung, als Hildegard ihm mitteilt, dass sie mit ihren Nonnen in ein eigenes Kloster umziehen möchte.

Meinung zum Film:
„Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ beschreibt die wichtigsten Stationen im Leben dieser starken und schillernden Persönlichkeit aus dem Mittelalter. Hildegard von Bingen war nicht nur Äbtissin ihres Klosters, sondern auch Visionärin und Beraterin der Mächtigen, Kräuterkundige und Komponistin. Diese Vielschichtigkeit war es, die Regisseurin und Drehbuchautorin Margarethe von Trotha („Rosa Luxemburg“) an diesem Filmprojekt reizten. Zusätzlich angeregt wurde sie durch die Renaissance, die Hildegard aufgrund ihrer Musik und kräuterkundlichen Schriften in den letzten Jahren erlebt hat.

Die Hauptrolle wird von Barabara Sukowa („Rosa Luxemburg“) gespielt, die hier schon zum fünften Mal mit von Trotha zusammenarbeitet. Sie ist das Zentrum des Films, um sie dreht sich alles und aus ihrer Sicht wird der Film erzählt. Mit ihrer Verve gelingt es Barbara Sukowa, die ganze innere Stärke von Hildegard darzustellen. Ihr zur Seite steht aber auch ein großartiges Ensemble. Heino Ferch („Der Baader-Meinhof-Komplex“) spielt Hildegards engsten Vertrauten, Mönch Vollmar, ihren Beichtvater, der hier sehr sympathisch rüberkommt. Der wichtigste Gegenspieler von Hildegard, Abt Kuno, wird von Alexander Held („Der Baader-Meinhof-Komplex“) gespielt. Wunderbar schafft er es immer wieder in Zusammenarbeit mit der Regie dessen Macht- und Geldgier durchscheinen zu lassen. Richardis von Stade, eine junge Nonne, die in Hildegards Kloster eintritt und zu einer engen Freundin wird, wird mit all ihrer jugendlichen Impulsivität von Hannah Herzsprung („Der Baader-Meinhof-Komplex“) dargestellt. Hildegards erste Gefährtin im Kloster, Jutta, wird von Lena Stolze („Die weiße Rose“) eindrucksvoll verkörpert.

Sehr überzeugend ist auch die Ausstattung des Films, die der Zeit gemäß bewusst schlicht gehalten wurde. Gerade dadurch gewinnt der Film aber auch seine Authentizität. Manche mittelalterliche Sitte wird dem modernen Betrachter dabei gewiss ungewohnt vorkommen. Zur Begrüßung eines hochrangigen kirchlichen Würdenträgers verbeugte man sich nicht etwa, sondern legte sich flach auf den Boden. Trotzdem bleiben die den Film tragenden Konflikte aber auch heute noch spannend und hochaktuell.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Konturen sind fein gezeichnet, die Farben wirken zwar ein wenig blass, aber immer noch natürlich und es kommt nie das Gefühl auf, dass Details von dunklen Flächen verschluckt werden. Der deutsche Ton in wahlweise Dolby Digital 5.1 oder dts bietet ein sehr angenehmes, breites Klangspektrum in der Front, nutzt die hinteren Effektlautsprecher aber eher selten – was beim Inhalt des Films aber auch kein Wunder ist.

Extras gibt es keine auf der DVD zu finden. (MT)

Fazit:
„Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ ist die Charakterstudie einer der stärksten Frauenpersönlichkeiten des Mittelalters. Wer historische Schlachtenszenen erhofft, ist hier fehl am Platz, aber ansonsten gibt der Film einen wunderbaren Einblick in das Denken dieser Zeit. Der Film zeigt die weltlichen, aber auch die religiösen Motive hinter den Handlungen der Personen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
106:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • -
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Bild unseres Mitarbeiters Martin Asbach
Die Biografie einer starken Frau zwischen Glauben und Wissenssuche


Autor der Besprechung:
Martin Asbach

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich, 2009
Regie:
Margarethe von Trotha
Drehbuch:
Margarethe von Trotha
Darsteller:
Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung, Alexander Held, Lena Stolze, Sunnyi Melles, Paula Kalenberg, Devid Stresow

Label Deutschland :
EuroVideo
Verkaufsstart Deutschland :
06.05.2010