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DVD-Besprechung - Bloody Reunion

Story:
Nam Mi-ja (Yeong-hie Seo) möchte ihrer alten Lehrerin Miss Park (Mi-hee Oh) eine Freude machen und lädt einige ihrer ehemaligen Schüler zu ihrem Geburtstag in die abgelegene Schule am Meer ein. Doch schon recht früh legt sich ein dunkler Schatten über das Zusammentreffen und die Geburtstagsfeier wird zu einem tödlichen Ereignis für die Beteiligten.

Meinung zum Film:
Die Story von „Bloody Reunion“ liest sich wie ein guter alter US-Slasher, der nach altem Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip eine versammelte Gruppen Stück für Stück dezimieren lässt. Und dies nach guter alter Tradition in meist blutiger und effektreicher Art und Weise. Wenn sich die Gruppe zu Beginn dann in dem Haus am Meer, das früher auch als Schule diente einfindet, scheint das Killergericht angerichtet zu sein. Regisseur-Neuling Dae-wung Lim zeigt noch einmal alle Beteiligten, wie sie am Tisch sitzen und der Slasher-Freund bereitet sich auf das blutige Treiben vor. Allerdings spielen der Drehleiter und der ebenfalls debütierende Drehbuchautor Se-yeol Park da nicht mit und haben es gar nicht auf Splatter und Gore abgesehen. Auch Terroreinlagen werden so gut wie gar nicht geboten, der Film entwickelt sich mit einer Mischung aus Thriller und Drama, die in der optischen Ausarbeitung bei den Morden nur wenig zu bieten hat ,da die Morde weitgehend im Off geschehen.

Der Eindruck eines an den Nerven zehrenden, blutigen Thrillers, den das Cover beim größten Teil des Publikums erwecken dürfte, kann sicherlich nicht erfüllt werden. Bis der richtige Horror los legt, sind schon rund 2/3 des Films vergangen, in denen in erster Linie das Verhältnis zwischen der kranken Lehrerin und ihrer ehemaligen Schüler aufgezeigt wird. Dabei wird schnell klar, dass das Verhältnis alles andere als herzlich war und die Geburtstagsgäste alle hinreichend Gründe hätten, um Miss Park zu hassen. Zum Ende gibt es dann zunächst einen kleinen und anschließend einen größeren Plottwist. Während die erste Überraschung für die Meisten keine sein dürfte, stellt sich die zweite als durchaus interessant heraus. Allerdings muss dieser sich dann den Vorwurf gefallen lassen, ein wenig überzogen zu sein. Nicht nur, dass der bisherige Verlauf ein wenig zu stark auf den Kopf stellt wird, wirkt er in manchen Punkten nicht ganz schlüssig.

Die für den Dreh durchweg genutzte Handkamera ist stellenweise ebenfalls sehr nervig. Dies nicht nur, weil sie das Bild teils sehr unruhig macht, daran dürfte man sich bei der Überstrapazierung seit dem „Blair Witch Project“ ja einigermaßen mit abgefunden haben, sondern in diesem Fall wegen eines übertriebenen Spielens mit dem Zoom. Als hätte man einem Kind die Fernbedienung für die Brennweite gegeben, wird munter rein und raus gezoomt in einzelnen Momenten. Das sollte vielleicht künstlerisch wirken, erscheint letzten Endes aber nur höchst unbeholfen und lässt den Eindruck aufkommen, dass der Mann hinter der Kamera sein Geschäft nicht sonderlich gut versteht. Da die Einstellungen aber davon abgesehen ganz gut gelungen sind, einmal abgesehen von den teils sehr störenden Wacklern, darf getrost davon ausgegangen werden, dass die eigenwillige Arbeit mit dem Zoom der gescheiterte Versuch ist, dem Zuschauer optisch etwas Neues zu bieten. Und so wechselhaft wie sich die cinemathographische Seite zeigt, so stellt sich „Bloody Reunion“ auch insgesamt dar. Wer großartige Slasher-Momente erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein. Wer einen eher ruhigen Thriller erwartet, der zum Ende ein wenig aufdreht, wird hier fündig.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht vor allem in Sachen Schärfe keinen besonders guten Eindruck. Meist sind deutliche Geisterschemen an den Konturen zu erkennen und der Gesamteindruck ist ein wenig milichig. Bei Bewegungen kommen zudem noch deutliche Nachzieheffekte ins Spiel, die das Gesamtergebnis nicht sonderlich angenehm erscheinen lassen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut verständlich, nutzt die Surroundkanäle aber eher sparsam.

Bei den Extras gibt es zunächst ein recht uninteressantes, knapp halbstündiges Making Of, das allerdings mehr ein unkommentierter Blick hinter die Kulissen ist und auch nur mit englischen Untertiteln daher kommt. Anschließend gibt es ein Interview mit Regisseur Dae-Won Lim, das allerdings ebenfalls nur in koreanischer Sprache mit englischen Untertiteln vorliegt. Inhaltlich ist es aber ohnehin nicht sonderlich informativ, da der Regisseur sich immer wieder in nicht enden wollenden Kettensätzen verliert, die kaum interessante Fakten wiedergeben. Es folgen noch knapp 4 Minuten nicht verwendeter Szenen, ein interessanter 18-minütiger Beitrag über die Special Effects, der aber wie schon das Making Of und das Interview mit dem Regisseur nur in koreanischer Sprache mit englischen Untertiteln vorliegt. Abschließend gibt es noch rund 7 Minuten Bilder von einem Foto-Shooting und den Trailer zum Film.

Fazit:
„Bloody Reunion“ ist ein ordentliches Thriller-Drama, das für eine FSK18-Freigabe allerdings vergleichsweise blutarm daher kommt und Freunde von blutigen Effekten ganz sicher enttäuschen wird. Die Geschichte wird aber recht interessant erzählt, wodurch beim Zuschauen kaum Langeweile aufkommen dürfte. Die Kameraarbeit ist stellenweise jedoch sehr gewöhnungsbedürftig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
90:39 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interview mit Regisseur Dae-Won Lim
  • Deleted Scenes
  • Special Effects und Make-Up
  • Fotoshooting
  • Trailer
Bloody Reunion - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bloody Reunion
Seuseung-ui eunhye

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Nicht das versprochene Slasher-Kino, sondern ein ordentliches Thriller-Drama mit kleinen Schwächen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Süd-Korea, 2006
Regie:
Dae-wung Lim
Drehbuch:
Se-yeol Park
Darsteller:
Seong-won Jang, Eung-su Kim, Dong-kyu Lee, Ji-hyeon Lee, Mi-hee Oh, Hyo-jun Park, Yeong-hie Seo, Hyeon-Soo Yeo, Seol-ah Yu

Label Deutschland :
Artgore
Verkaufsstart Deutschland :
30.09.2009