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DVD-Besprechung - Der Schrecken schleicht durch die Nacht

Story:
Anthropologie Professor Donald Blake (Arthur Franz) bekommt einen Coelacanth, einen seltenen, vorzeitlicher Fisch, der sich seit Millionen von Jahren der Evolution entzogen hat zu Forschungszwecken in sein Labor geliefert. Doch mit dem Eintreffen des Fisches beginnt auch das Grauen auf dem Campus Einzug zu halten. Erst spielt ein ansonsten zahmer Schäferhund verrückt, dann wird Blakes Assistentin ermordet und anschließend noch eine Libelle von monströser Größe gesehen. Und mitten drin ist Professor Blake, der selbst ungewollt zu einem Teil der unheimlichen Geschehnisse geworden ist.

Meinung zum Film:
„Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ ist der letzte Monsterfilm von Regisseur Jack Arnold („Die Maus, die brüllte“), der in der Tradition von Filmen wie „Tarantula“, „Der Schrecken vom Amazonas“ und „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C.“ steht. Arnolds Filme machten nie eine Hehl daraus, dass es sich bei seinen Filmen um unterhaltende B-Movies ohne großen Wert auf wissenschaftlich korrekte Hintergründe handelte. Die Erklärungen für die Geschehnisse sind klar dem Trash-Kino zuzuordnen, ohne aber, dass dies als Beleidigung oder gar abwertend gewertet sein soll. Wer sich einen Jack-Arnold-Film ansieht, erwartet in der Regel auch gar keine hochtrabenden, wissenschaftliche Abhandlungen, sondern möglichst eindrucksvolle Monster-Effekte, von denen es in den 50er-Jahren bei weitem nicht so viele im Kino zu sehen gab, wie im heutigen CGI-Zeitalter. Und Monster gibt es reichlich in „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ zu sehen.  

Allerdings wirken die Tricktechniken hier nicht immer ganz so gelungen wie in anderen Arnold-Filmen. Die spitzen Fangzähne des Schäferhundes sind recht leicht als Plastikaufsätze zu erkennen. Bei der riesigen Libelle ist es nicht sonderlich schwer zu sehen, dass sie an Seilen hängt. Zusätzlich sieht sie auch noch recht auffällig nach Pappmache aus und verlangt mehr als nur eine gehörige Portion Fantasie, um sie als tatsächlich lebendes Geschöpf annehmen zu können. Doch auch inhaltlich gibt es so manches zum Schmunzeln. Vor allem die Idee, dass Gamma-Bestrahlung dafür sorgt, dass Verfaulungsbakterien abgetötet werden und radioaktive Bestrahlung somit zum Konservieren von verderblichen Gütern genutzt werden kann, wird bei manch einem mehr als nur ein breites Grinsen hervor rufen.  

Es steht natürlich völlig außer Frage, dass Jack Arnold weitaus bessere Filme in seiner Schaffenszeit auf Zelluloid gebannt hat, aber so schlecht wie „Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ oftmals in Kritiken gemacht wird, ist er sicherlich nicht. Denn wenn man einmal vom zugegebenermaßen nicht gerade geringen Trashfaktor des Films absieht, besitzt er einen durchaus hohen Unterhaltungswert. Die abgewandelte Jekyll-und-Hyde-Geschichte, in der sich der Professor immer wieder in einen Neandertaler verwandelt, hat durchaus ihren Charme. Freunde von Monsterfilmen aus den alten Schwarzweißtagen werden sicherlich dankbar sein für das geballte Auftreten von Kreaturen. Und auch ein kleiner Teil Krimi-Unterhaltung würzt den Film mit dem Flair der 50er-Jahre. Von daher lohnt sich die Anschaffung der DVD für Freunde von S/W-Horror sicherlich allemal.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist in Sachen Schärfe gut gelungen, allerdings auf Kosten von deutlich erkennbarem Rauschen. Dieses ist aber allemal besser anzusehen als ein zu Lasten der Schärfe rauschgefiltertes Bild. Gelegentlich gibt es minimale, kaum auffallende Unruhen im Bildstand, die aber ebenfalls kaum das Filmvergnügen trüben können. Genauso wie selten zu sehenden, kleineren analogen Defekte. Gut gelungen sind die Abstimmung von Kontrast und Helligkeit, die keinen Schwankungen unterliegen. Der deutsche Ton ist durchweg in gut verständlichem Monoton vorhanden, der auf die vorderen Außenlautsprecher verteilt wurde.

Die Extras der „Jack Arnold Monster Collection“-DVD fehlen bei der Einzelveröffentlichung. Dafür gibt es eine Ausgabe „Jack Arnold erzählt“, das sich vor allem mit den Erfahrungen Arnolds hinsichtlich der Arbeit mit Filmstudios beschäftigt. Zusätzlich gibt es noch den US-Trailer und eine Bildergalerie mit Werbematerial

Fazit:
„Der Schrecken schleicht durch die Nacht“ ist sicherlich einer der schwächeren Jack-Arnold-Filme, trotzdem aber sehenswert. Wer allerdings bereits im Besitz der „Jack Arnold Monster Collection“ ist, hat keinen Grund die Anschaffung der Einzelveröffentlichung in Erwägung zu ziehen, da Bild- und Tonqualität vergleichbar sind.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,00:1
2,00:1
73:26 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Jack Arnold erzählt
  • Englischer Trailer
  • Bildergalerie
Der Schrecken schleicht durch die Nacht - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Schrecken schleicht durch die Nacht
Monster on the Campus

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein nicht ganz gelungener, aber trotzdem höchst charmanter Film von Jack Arnold


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1958
Regie:
Jack Arnold
Drehbuch:
David Duncan
Darsteller:
Arthur Franz, Joanna Moore, Judson Pratt, Nancy Walters, Troy Donahue, Phil Harvey, Helen Westcott, Alexander Lockwood, Whit Bissell, Ross Elliott

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
11.09.2009

Vertrieb Schweiz :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Schweiz :
11.09.2009