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DVD-Besprechung - Russian Transporter
Story:
Der Geheimagent Egor Kremnyov (Vladimir Yepifantsev) soll mit Hilfe eines Teams den Geleitschutz für den wichtigen Belastungszeugen Johnny Fusco organisieren. Dieser besitzt belastende Dokumente gegen den Oligarchen und Medienmogul Sorkin, der mit Hilfe des Westens einen Staatsstreich in Russland durchführen wollte. Allerdings wird Kremnyovs Mission von undichten Stellen im eigenen, korrupten Geheimdienst verraten. Als Folge daraus wird sein Team komplett ausradiert und er muss Fusco fortan alleine am Leben erhalten, wobei er scheinbar Niemandem vertrauen kann.
Meinung zum Film:
Die russische Filmindustrie hat offensichtlich ihr Herz für Agentenfilme entdeckt und so schickt Sunfilm/Savoy den geneigten Zuschauer rund sechs Monate nach "Apocalypse Code" erneut in die turbulente Welt der Geheimagenten. Die deutsche Betitelung als "Russian Transporter" weckt allerdings mal wieder völlig falsche Erwartungen und auch den hierzulande eher unbekannten, russischen Hauptdarsteller Vladimir Yepifantsev ("Zhivoy") als "russischen Jason Statham" zu bewerben, wird keinem der beiden gerecht. Regisseur Oleg Pogodin ("The Red One: Triumph") trat im Filmgeschäft bisher noch nicht großartig in Erscheinung, schrieb aber auch noch das Drehbuch.
Es handelt sich hier um einen actionlastigen Agentenfilm im Stil neuerer Bondstreifen, der als zweite Komponente auch noch eine sehr merkwürdig anmutende Interpretation eines "Buddyfilms" beinhaltet. Fusco scheint nämlich nicht besonders erpicht darauf zu sein, seinen mächtigen Boss zu belasten und beschäftigt Kremnyov deshalb mit ständigen Fluchtversuchen. Nicht gerade unproblematisch wenn man zudem ständig von Killerkommandos gejagt wird. Eine solche Konstellation ist nun nicht gerade eine Revolution im Filmgeschäft, die Angelegenheit wird aber seltsam humorlos und teilweise sogar menschenverachtend präsentiert. So drischt Kremnyov immer wieder wie ein Berserker auf Fusco ein und schießt ihm später sogar, ziemlich unmotiviert, einfach mal eine Kugel ins Bein. Daraufhin steht dieser am Rande des Exitus und bedarf ständiger,medikamentöser Behandlung. Ansonsten wirkt "Russian Transporter" auf den ersten Blick handwerklich recht professionell und auch die Schauspieler agieren soweit ordentlich, ohne dass hier irgendjemand über sich hinauswachsen würde. Hinsichtlich der Actionsequenzen ergibt sich aber schon bald eine deutliche Ernüchterung. Diese wirken zwar nicht billig, sind aber einfach vollkommen unspektakulär ausgefallen. Neben kurzen, sehr konventionellen Kampfsequenzen, liegt der Schwerpunkt immer wieder auf Shoot-Outs, die für eine Altersfreigabe ab 16 Jahren ziemlich blutig ausgefallen sind. Allerdings mäht Kremnyov seine Gegner weitgehend uninspiriert über den Haufen, die Ballereien wirken dadurch extrem konventionell und entwickeln keine großartige Dynamik, was durch die eher mäßigen Soundeffekte noch weiter unterstrichen wird. Andere Stunts hätte man sich einfach sparen sollen. Beispielsweise springt Kremnyov mit seinem Motorrad auf der Flucht ins Wasser. Mit solchen altbackenen Aktionen wird heute einfach keine Katze mehr hinter dem Ofen hervorgelockt, ähnliches gilt für die schwerfälligen Klettereinlagen des Hauptdarstellers.
Überhaupt wirkt Yepifantsev zwar grobschlächtig und kräftig, entfaltet jedoch so gut wie kein Charisma und erweckt beim Zuschauer durch seine übertrieben gewalttätige Art, die jedoch nicht wie bei anderen Actionheroen durch flotte Sprüche oder etwas Selbstironie entschärft wird, eher Antipathie. Hinsichtlich seiner körperlichen Präsenz hinterlässt Yepifantsev ebenfalls nur einen sehr durchschnittlichen Eindruck und kann z.B. mit der Physis eines Jason Statham in keinster Weise konkurrieren. Ein weiteres großes Problem des Films ist aber vor allem die konfuse Erzählweise, trotz seiner eigentlich recht simplen Ausgangssituation, und die deutlich zu hoch gegriffene Spielzeit. Die Zahl der Actionsequenzen ist nicht so hoch, dass sie die inhaltliche Leere überbrücken könnte, die Charaktere sind platt und seelenlos und im Hintergrund des Geschehens jagt eine undurchsichtige Verschwörung die nächste. Was dabei somit leider völlig auf der Strecke bleibt, sind eine flüssige Erzählweise, ein vernünftiger Spannungsaufbau mit interessanten Wendungen und eine halbwegs sinnvolle, dramaturgische Struktur des Films.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild verfügt über eine gute Schärfe, kräftige, natürlich wirkende Farben und einen ausgewogenen Kontrast. Im Hintergrund liegt ein leichtes Bildrauschen vor. Die Tonspuren sind zwar ausgewogen abgemischt und gut verständlich, für einen Actionfilm sind die Effekte aber doch relativ unspektakulär und zu frontlastig ausgefallen. Die deutsche Synchronisation ist erfreulich professionell geworden, zudem gibt es auch noch durchgängige, deutsche Untertitel für Freunde des Originaltons.
Das Bonusmaterial ist äußerst spärlich und besteht lediglich aus drei russischen Trailern zum Film, einem Filmteaser und Bildergalerien (Fotos/Poster/Premiere). Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Russian Transporter" ist kein Actionfeuerwerk und hat mit erzählerischen Längen sowie einer konfusen Inszenierung zu kämpfen. Handwerklich wirkt der Film solide, weist aber keine wirklichen Highlights auf und auch die uninspirierten Darsteller, die auch nur vergleichsweise uninteressanten Klischeecharakteren Leben einhauchen, verstärken diesen Eindruck noch. Unter dem Strich bleibt ein durchschnittlicher James Bond-Verschnitt für Arme, den eigentlich niemand braucht, der aber immerhin in technisch guter Qualität auf DVD präsentiert wird.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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113:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Russisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Drei russische Trailer
- Teaser
- Bildergalerien (Fotos/Poster/Premiere)
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Russian Transporter
Nepobedimyy
Maue Agentenaction ohne echte Highlights und mit einem ziemlich unsympathischen Helden
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2008 Regie: Oleg Pogodin Drehbuch: Oleg Pogodin Darsteller: Vladimir Yepifantsev, Sergei Astakhov, Olga Fadeyeva, Vladimir Turchinsky, Harry Borg, John-Sebastien Cote
Label :
Savoy Film Verleihstart : 14.08.2009 Verkaufsstart : 30.09.2009
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verleihstart : 14.08.2009 Verkaufsstart : 30.09.2009
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