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DVD-Besprechung - Im tiefen Tal der Superbabes
Story:
Die beiden Loser Lester (Chris Pratt) und Carl (Brendan Hines) erhalten mit Hilfe einer Pornokabine aus dem Goldenen Zeitalter plötzlich die Möglichkeit in eine alternative Dimension zu reisen, in der eben jene Pornos die Realität darstellen. Während diese Welt voller williger, vollbusiger Gespielinnen für Carl eine Art Paradies darstellt, hat Lester nur ständig moralische Bedenken und ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Freundin. Zudem ist den beiden ständig der überpotente Cop Rod Cannon (Scott Caan) mit seiner Domina Suzi Diablo (Blanca Soto) auf den Fersen und würde die beiden liebend gerne einbuchten.
Meinung zum Film:
Für "Im tiefen Tal der Superbabes" firmierte der bisher so gut wie gar nicht in Erscheinung getretene Christian Forte ("Albino Alligator") gleichzeitig als Regisseur und Drehbuchautor. Und immerhin sind mit Denise Richards ("Wild Things") und Scott Caan ("Into the Blue") sogar zwei relativ bekannte Gesichter mit an Bord, obwohl das Budget offensichtlich mikroskopisch klein gewesen sein muss. Allerdings gibt Scott Caan hier wohl den peinlichsten Auftritt seiner Karriere und macht sich in seiner Rolle als unterbelichteter Cop mit voller Hose, weitab jeder Selbstironie, schlichtweg zum Affen. Denise Richards hat es nicht ganz so schlimm erwischt, da sie als Miss Bliss, der Hüterin des Verbindungshauses, nur wenige Sprechblasen absondern darf und als bessere Statistin agiert. Wer denkt, sie würde das zumindest durch entsprechenden Körpereinsatz wettmachen, sieht sich übrigens getäuscht. Die Idee mit der Kabine und die nicht gerade sonderlich hellen Filmhelden erinnern zunächst ein wenig an "Bill & Ted`s verrückte Reise durch die Zeit", das war es dann aber auch bereits mit den Parallelen, vor allem qualitativ stellt "Im tiefen Tal der Superbabes" nämlich absoluten Bodensatz dar.
Die "Dimensionsreise" wird fast ohne Spezialeffekte realisiert und auch die alternative Pornorealität namens "Deep Valley" beschränkt sich auf gerademal eine Handvoll Locations. Auf eine Handlung wird bei diesem Film weitgehend verzichtet, zumindest in dieser Hinsicht ist man also nah an den pornographischen Vorbildern. Lester und Carl stolpern mehr oder weniger zufällig durch die alternative Realität und werden aus Gründen, die nichtmal Rod Cannon selber kennt, ständig von ihm und seiner Domina-Gehilfin gejagt. Zwischendurch verliebt sich Carl auch noch in ein Pornosternchen, während Lester sein "Genrefachwissen" dazu nutzt, der besonderen Logik eines Pornos entsprechend, schlüpfrige Situationen zu provozieren. Beispielsweise verkleidet er sich als Pizzabote und lässt sich von seinen attraktiven, leicht beschürzten und natürlich chronisch bargeldlosen Kundinnen in Naturalien bezahlen. Sicherlich wäre es mit einem solchen Szenario möglich gewesen, den einen oder anderen Lacher hervorzurufen, der vorliegenden, angeblichen Komödie mangelt es allerdings an jeglicher Subtilität. Sämtliche Figuren sind dermaßen comichaft überzeichnet, albern und naiv angelegt, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Das ständige Overacting, der wahrlich nicht sonderlich begabten Darsteller, gestaltet sich jedenfalls dermaßen penetrant, dass in Verbindung mit der kaum vorhandenen, stinklangweiligen Alibihandlung beim Zuschauer schnell der Wunsch entsteht, sich ebenfalls möglichst schnell in eine alternative Realität ohne dermaßen miserable Filme zu verkrümeln.
Von der Altersfreigabe ab 16 Jahren und dem beworbenen Attribut "Super Sexy!" sollte sich übrigens niemand blenden lassen, denn selbst im nachmittäglichen Fernsehprogramm geht es wesentlich freizügiger zu, als in dieser prüden Ami-Klamotte aus dem Giftschrank der Filmgeschichte. Auch die persiflierten, sexuellen Spielarten lassen die Einfältigkeit der Verantwortlichen offen zu Tage treten. Für mehr als Dominas, Lesbenspielchen, Duschszenen, Cheerleader und nasse T-Shirts hat es nämlich nicht gereicht. Um sich aber, was die Niveaulosigkeit angeht, nicht hinter Produktionen wie "American Pie" verstecken zu müssen, gibt es zumindest eine eklige Kotzszene, die leidlich ausgewalzt wird. Ansonsten geht es bei jeder Wurzelbehandlung deutlich amüsanter zu, als in diesem humorfreien, stümperhaft-missglückten Komödienversuch.
Digitale Aufarbeitung:
Die DVD verfügt über eine gute Bildschärfe und kräftige, knallig-bunte Farben. Die Kontrastwerte bewegen sich auf einem zufriedenstellenden Niveau, im Hintergrund fällt ein leichtes Bildrauschen ins Auge. Die Tonspuren sind gut verständlich, bieten aber weder besondere Effekte noch eine wirklich mitreißende Musikkulisse. Die deutsche Synchronisation bewegt sich auf einem durchschnittlichen Niveau.
Im Bonusmaterial der DVD befindet sich ein Making Of zum Film (13:11), das ohne Untertitel auskommen muss. Es besteht jedoch lediglich aus Interviewschnipseln mit den Darstellern und den Verantwortlichen, die genauso nichtssagend und überflüssig ausgefallen sind wie der eigentliche Hauptfilm. Ansonsten gibt es auf der DVD lediglich noch einen deutschen und englischen Filmtrailer.
Fazit:
"Im tiefen Tal der Superbabes" ist vordergründig eine billige, stümperhaft in Szene gesetzte Parodie auf Pornofilme, bei der es sich in Wahrheit vielmehr um eine prüde Sexklamotte handelt, die vom Niveau her locker mit italienischen Genrebeiträgen aus den 70er-Jahren mithält, was wahrlich kein Lob darstellen soll. Wer humorvolle Einlagen, eine erotische Fleischbeschau oder eine wenigstens rudimentäre Handlung erwartet, ist hier definitiv an der falschen Stelle. Wer sich oder anderen jedoch gerne den Tag versauen möchte, Einläufe witzig findet oder einfach mal wissen möchte, wie der Untergang des Abendlandes in etwa aussehen könnte, dem sei dieser Titel wärmstens ans Herz gelegt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Deutscher Trailer
- Englischer Trailer
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Im tiefen Tal der Superbabes
Deep in the Valley
Peinliche, prüde, humorfreie Sex-Klamotte, die aber zumindest bezüglich der Handlung mit jedem Porno mithalten kann
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Christian Forte Drehbuch: Christian Forte Darsteller: Chris Pratt, Brendan Hines, Rachel Specter, Kate Albrecht, Scott Caan, Denise Richards
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 30.09.2009
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