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DVD-Besprechung - Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand
Story:
Oktober 1961 in der DDR: vor 2 Monaten wurde in Berlin die Mauer errichtet und das thüringische Grenzdorf Böseckendorf soll nun auch undurchlässig gemacht werden. Zum einen befindet sich in Böseckendorf ein geheimnisvoller Fluchthelfer, der vielen DDR-Bürgern in den Westen hilft, zum anderen sperren sich viele Bauern gegen die Bildung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. Das alljährliche Jahresfest der Gründung der DDR soll dazu genutzt werden, die Grenze dicht zu machen und Querulanten im großen Stil umzusiedeln.
Meinung zum Film:
Die Sat.1-TV-Produktion „Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand“ wurde am 22.09.2009 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt und ist fast gleichzeitig auch auf DVD erschienen. Der Film beruht lose auf einer wahren Begebenheit, wobei die Einzelheiten natürlich entweder stark übertrieben oder schlicht erfunden wurden, um die Dramatik des Films zu erhöhen. Dies wäre kein Problem, hätten die Macher nicht teilweise auf Schwachsinniges oder Klischees zurückgegriffen. Dabei ist Regisseur Oliver Dommenget kein Anfänger, hat er doch schon bei einzelnen Episoden von TV-Serien wie z.B. „Der Dicke“ oder TV-Schmonzetten wie „Inga Lindström“ auf dem Regiestuhl gesessen. Drehbuchautor Daniel Maximilian hat auch einige Erfahrungen mit TV-Serien wie "Ein Fall für den Fuchs" oder „Doppelter Einsatz“ machen können.
Zu Beginn sieht man ein junges Pärchen, das sich durch die noch einigermaßen durchlässige Grenze auf den Weg in den Westen machen will. Nachdem sie sich mit ihren Koffern an den Stacheldrahtzaun herangeschlichen haben, öffnet der Mann seinen Koffer und sucht die Zange heraus, um den Stacheldraht durch zuschneiden. Eine derart billige Art, „Spannung“ zu erzeugen, verursacht beim denkenden Zuschauer einfach nur Verärgerung, weil kein normaler Mensch derart planlos handeln würde. Die Krönung ist dann, wenn die beiden wenig später auf 2 Jäger treffen und sich vermeintlich im Westen befinden, nur um von ihnen erfahren zu müssen, dass die Flüchtlinge sich immer noch auf dem Boden der DDR befinden und sich die Grenze ganz woanders befindet. Klischeehaft, aber in sich glaubwürdig ist der Bösewicht des Films, Jutta Marx(!), dargestellt von Rebecca Immanuel („Edel und Starck“). Diese Stasi-Offizierin übernimmt den Job, einerseits die Bürger von Böseckendorf umzusiedeln, andererseits aber auch den Schleuser zu finden, der DDR-Bürgern über die Grenze in den Westen hilft.
Der Schleuser ist dem Zuschauer, im Gegensatz zu den Stasi-Agenten, von Anfang an bekannt. Es handelt sich ausgerechnet um die Frau des Bürgermeisters Manni Lantz (Thure Riefenstein, „Kommissar Lucas“), der zunächst ebenfalls über die Nebenaktivitäten seiner Frau ahnungslos ist. Nachdem Tonia Lantz (Anna Loos, „Anatomie“) durch ihren Ehemann herausbekommt, dass das Dorf umgesiedelt werden soll, ergreift sie ihre Chance, um vielen ihrer Dorfbewohnern zur Flucht zu verhelfen. Zwischen Tonia und Stasi-Offizierin Marx entspinnt daraufhin ein Katz-und-Maus-Spiel, dessen Ende weitgehend vorhersehbar und wenig überraschend ist. Alles in allem bietet dieser Film durchschnittliche Kost mit einigen Unzulänglich- und Unglaubwürdigkeiten, die man jedoch mit einem zwinkernden Auge im Hinblick auf anspruchslose Unterhaltung für Zwischendurch verschmerzen kann. „Böseckendorf“ ist konsumierbare TV-Kost, die man nach dem Abschalten jedoch sofort wieder vergessen hat.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bewegt sich auf gutem TV-Niveau und bietet keinen Anlass zum Klagen. Der Ton liegt im TV-gerechten Dolby-Digital-2.0-Format vor und verfügt über eine gute Dialogverständlichkeit.
Extras sind keine auf der DVD vorhanden. Nicht mal die Sat1-Dokumentation, die anlässlich der Erstausstrahlung dieses Films im Anschluss gezeigt wurde, hat es auf die Scheibe geschafft.
Fazit:
„Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand“ ist eine TV-Produktion, die einige Schwächen in den Details aufweist, aber durchaus ansehbar ist. Einen dauerhaften Eindruck wird dieser Film jedoch ganz sicher nicht hinterlassen. Die DVD-Qualität ist gut, das völlige Fehlen an Extras ist für eine derart aktuelle Produktion jedoch unverzeihlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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99:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand
Böseckendorf - Die Nacht, in der ein Dorf verschwand
Leichte Kost mit ebensolchen Schwächen - kann man gucken, muss man aber nicht
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009 Regie: Oliver Dommenget Drehbuch: Daniel Maximilian Darsteller: Anna Loos, Thure Riefenstein, Andreas Pietschmann, Rebecca Immanuel, Johannes Brandrup
Label :
Lighthouse Home Entertainment
Verkaufsstart : 25.09.2009
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