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DVD-Besprechung - H.P. Lovecrafts Saat des Bösen

Story:
In Italien leben während des Zweiten Weltkriegs die Eheleute Pietro (Michael Segal) und Lucia (Debbie Rochon) auf einem Bauernhof und kommen mehr schlecht als recht über die Runden. Mit ihnen lebt Alice (Marysia Kay), Lucias geistig zurück gebliebene jüngere Schwester. Eines Tages fällt Alice der Eimer in den Brunnen und Pietro versucht, diesen wieder heraus zu ziehen. Dabei verkeilt sich der Fanghaken und aus dem Brunnen entweicht zischend ein ungewöhnliches Gas. Kurz danach beginnt bei den Menschen des Hofes eine merkwürdige Veränderung und der Wahn des Bösen hält Einzug.

Meinung zum Film:
„Die Saat des Bösen“ ist ein Horrorfilm, der grob auf den amerikanischen Literaten H. P. Lovecraft („Colour Out Of Space“) zurück zu führen ist. Eines sei schon hier erwähnt, denn nur wer Filme wie „Eraserhead“ mag oder Filme, in denen der Wahnsinn mit unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen vorherrscht, wird hier entsprechende Unterhaltung finden. Das Problem, das der Film hat, ist, dass die Kerngeschichte zu ereignisarm ist. Um der Produktion eine entsprechende Spielfilmlänge zu geben, bedient sich Regisseur Ivan Zuccon („Bad Brains“) diverser eingespielter Wahnvorstellungen, die die verschiedenen Personen erleben. Selbst Personen, die nicht auf dem Bauernhof leben, werden von ihnen eingeholt und verlängern so zwar die Spieldauer, können den Zuschauer aber auch zunehmend verwirren.  

Die Bilder und Symbolik sind hingegen in Ordnung und eigentlich wird hier logisch erklärt, wie das Böse in den Bauernhof einzieht. Ausgerechnet das Wasser, das eigentlich für Lebenskraft und Reinheit steht, bringt das Grauens versteckt in die drei Bewohner. Als Pietro am Brunnen versehentlich tief unten eine unbekannte Macht befreit, verseucht diese das Trinkwasser und auch die Pflanzen, die damit gegossen werden. Zunächst scheint alles in Ordnung zu sein und das klare Nass hat sogar eine gute Wirkung, denn Pietros schmerzendes Knie hört auf weh zu tun, die sexuell unlustige Lucia hat auf einmal richtig Lust auf ihren Mann und die ansonsten stumme Alice findet ihre Sprache wieder. Doch dann verändert sich Lucia und Pietro schließt sie in einem Zimmer ein. Sie wird eine Gefahr für Menschen und richtig ihre unheilige Energie auch gegen sich selbst. Wer allerdings glaubt, was der Hauptplot so vorgibt, sei das Richtige, der beginnt mit den bereits erwähnten Visionen an der Schlüssigkeit zu zweifeln.  


Völlig untypisch wird sogar mitten im Film die Protagonistin ausgetauscht, was überhaupt nicht notwendig gewesen wäre. Die zurückgebliebene Alice dominiert, zusammen mit ihrer seltsamen Puppe, die erste Hälfte des Films. Diese scheint nämlich ein Eigenleben zu besitzen und sie kann sogar mit dem Grauen aus dem Brunnen kommunizieren. Leider bleiben gerade hier viele Fragen offen und die Logik verschwindet im Nebel des Unverständnis. Gegen Ende des Films kommen noch ein paar gute blutige Effekte hinzu, doch diese können den Film nicht wirklich aufwerten. Auch die teilweise sehr schönen und stimmungsvollen Außenaufnahmen reichen nicht, zumal, ebenfalls am Ende des Films ein selten schlechter CGI-Nebel die Stimmung vernichtet.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist klar und scharf, man kann sogar hier und da feinste Härchen erkennen. Die Farben sind kräftig und die im Film gezeigten Tomaten sehen zum Beispiel richtig schmackhaft aus. Der Kontrast ist gut und nur in wenigen dunkleren Szenen ist ein Rauschen zu erkennen. Der Ton ist intensiv, insbesondere beim Score.  

Die Extras beginnen mit einem Blick hinter die Kulissen, was aber eher ein Making Of ist. Leider gibt es keine Untertitel und so gibt es rund 17 Minuten überwiegend englische Sprache zu hören. Die zwölf Minuten an Interviews sind ebenfalls nicht auf Deutsch abrufbar bzw. Untertitel sind nicht vorhanden. Weiterhin gibt es noch zwei animierte Bildergalerien und eine kleine Geistergeschichte, in der es darum geht, dass auf im Filmmaterial ein seltsames Gesicht schemenhaft auftaucht bzw. ein Schatten mit menschlichen Umrissen auftaucht. Weiterhin gab es unerklärliche technische Ausfälle die alle Trevor, so hat die Crew den angeblichen Geist getauft, zugeschrieben wurden. Zum Schluss gibt es noch einen kleinen Videoclip über New York und den Originaltrailer.

Fazit:
Auch der große Name von H. P. Lovecraft kann „Die Saat des Bösen" nicht retten und so konnte Ivan Zuccon lediglich einen weiteren Film drehen, der keinen Erfolg hat. Eine gewisse Klientel vom Rande könnte er vielleicht dennoch erreichen. Bild und Ton gehen völlig in Ordnung, leider fehlt den Extras die Lokalisierung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
91:27 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Hinter den Kulissen
  • Interviews
  • 3D Slideshow
  • A Ghost named Trevor
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • I Love NY
H.P. Lovecrafts Saat des Bösen - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
H.P. Lovecrafts Saat des Bösen
Colour From The Dark

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Schwere Kost mit versalzenem Charakter


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2008
Regie:
Ivan Zuccon
Drehbuch:
Ivan Zuccon, H. P. Lovecraft
Darsteller:
Debbie Rochon, Michael Segal, Marysia Kay, Gerry Shanahan, Eleanor Adams, Matteo Tosi

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
25.09.2009