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DVD-Besprechung - Hansel & Gretel
Story:
Eun-Soo (Jeong-myeong Cheon) hat in einem Waldstück einen Autounfall. Aufgefunden wird er von dem jungen Mädchen Jung Soon (Ji-hee Jin), die Eun-Soo mit zu ihren Eltern und ihren 2 Geschwistern nimmt, die idyllisch in einem Haus im Wald wohnen. Er nimmt die angebotene Gastfreundschaft an und übernachtet in dem Haus. Am nächsten Morgen möchte Eun-Soo den Wald in Richtung Heimat verlassen, findet aber nicht den Weg. Er kehrt zu seinen Gastgebern zurück und erlebt fortan seltsame Dinge.
Meinung zum Film:
Regisseur Pil-Sung Yim lieferte mit „Hansel und Gretel“ seinen vierten Spielfilm ab und verfasste auch gleich das Drehbuch dazu. Mit seinen vorherigen Werken konnte er hierzulande keinen großen Bekanntheitsgrad erreichen, mit dem vorliegenden Märchen-Horror-Film, der auch auf dem Fantasy-Film-Fest 2009 gezeigt wurde, könnte sich das aber ändern. Dieser südkoreanische Gruselfilm überzeugt zum Einen durch seine Darsteller und vor allem durch den zur Geschichte passenden Bonbon-Look, der visuell beeindruckenden Kameraarbeit und mit pointiert gesetzten Schockeffekten auch die Zuschauer, die mit asiatischen Filmen ansonsten wenig anfangen können.
Eun-Soo kommt in einem Waldstück von der Fahrbahn ab und gerät mitten im Wald an ein Haus, das direkt im Hause Disney hätte entworfen werden können. Ein Bilderbuch-Ehepaar empfängt den Verunfallten und lässt ihn zunächst für eine Nacht in ihrem Märchenhaus übernachten. Dieses ist voll und ganz auf die 3 Kinder zugeschnitten, überall steht Spielzeug herum und morgens zum Frühstück gibt es Kuchen und Donuts. Ein wenig seltsam, aber Eun-Soo verlässt die 5 ohnehin gleich wieder, da er in die nahe gelegene Stadt zurück möchte. Dummerweise findet er den Weg nicht und so kehrt er zu der schrulligen, aber durchaus netten Familie zurück. Nach und nach jedoch bemerken er und der Zuschauer, dass mit den Fünf etwas nicht stimmt. In dem Haus gehen seltsame und unheimliche Dinge vor, dann verschwinden auch noch die Eltern und die Kinder sind in Wahrheit gar nicht die Engel, für die man sie im ersten Augenblick gehalten hat.
Das gesamte Ambiente des Films ist, obwohl knallige Bonbonfarben das Bild klar dominieren, stets bedrohlich und der Zuschauer spürt auch oder gerade in den besonders idyllischen Szenen, dass etwas ganz und gar nicht stimmt – weder mit dem Haus, noch mit den Kindern. Nach und nach kommt der Held dem Geheimnis auf die Spur, wobei nicht vergessen wird, den Zuschauer mit der einen oder anderen unvermittelten Schocksekunde zu erschrecken. Der Blutgehalt ist zwar nicht bei Null, hält sich aber trotzdem in engen Grenzen, der Film zieht seinen Horror fast ausschließlich durch die intelligente Kameraführung und seiner Geschichte. Einziger Wermutstropfen ist, dass es nach der Hälfte des Films eine zeitlang etwas schleppend vorangeht, das Erzählen der Geschehnisse in diesen Minuten ist jedoch für das Verstehen der Geschichte notwendig. Gegen Ende nimmt der Film dann aber wieder Fahrt auf und lässt den Zuschauer beeindruckt und gut unterhalten zurück.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut gelungen. Es herrschen ein guter Kontrast und eine hohe Schärfe vor. Die Farben sind reichlich knallig, dies ist aber vom Filmemacher so beabsichtigt. An Tonspuren gibt es nur eine deutsche in Dolby Digital 5.1, die sowohl über eine gute Dialogverständlichkeit, als auch über eine hohe Dynamik und relativ viel Futter für die hinteren Lautsprecher verfügt.
An Extras gibt es zum Einstieg Set-Impressionen mit einer Lauflänge von etwas mehr als 1 Minute. Weiter geht es mit einem „Making of“, das zwar nur 5 Minuten dauert und nicht allzu informativ ist, aber mit einem deutschen Voice-Over problemlos zu verstehen ist. Wer mag, kann sich dann noch das fünfzehnminütige „B-Roll“ ansehen. Am interessantesten ist sicher das (ebenfalls wieder mit deutschem Voice-Over ausgestattete) Interview mit Regisseur und Drehbuchautor Pil-Sung Yim. Leider ist dieses mit seinen knapp 2,5 Minuten Laufzeit mehr als knapp ausgefallen. Abgeschlossen werden die Special Features mit dem Trailer und 2 TV-Spots.
Fazit:
„Hansel und Gretel“ ist ein Gruselmärchen aus südkoreanischen Landen, das sogar diejenigen überzeugt, die mit dem restlichen asiatischen Kino ansonsten eher wenig anfangen können. Eine interessante, unheimliche Geschichte gepaart mit gut gesetzten Schreckmomenten lassen die nicht ganz 2 Stunden Laufzeit des Films sehr schnell vergehen. Die DVD-Qualität ist sehr gut, die Extras bewegen sich auf durchschnittlichem Niveau.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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112:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Set-Impressionen
- Making of
- B-Roll
- Interview mit Regisseur und Drehbuchautor Pil-Sung Yim
- Trailer
- TV-Spots
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Hansel & Gretel
Hansel & Gretel
Überzeugendes Grusalmärchen aus Südkorea
Autor der Besprechung:
Andreas Schultz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2007 Regie: Pil-Sung Yim Drehbuch: Pil-Sung Yim Darsteller: Jeong-myeong Cheon, Shim Eun-kyung, Yeong-Nam Jang, Ji-hee Jin, Kyeong-ik Kim
Label :
MFA+
Verkaufsstart : 22.10.2009
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