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DVD-Besprechung - Endlich Witwe

Story:
Anne-Marie (Michèle Laroque) findet sich überraschend als frisch gebackene Witwe wieder, nachdem sie ihren Ehemann bei einem Autounfall verloren hat. Nicht allzu unglücklich über die neugewonnene Freiheit, hofft sie nun endlich auf eine erfüllte Beziehung zu ihrem heimlichen Geliebten Léo (Jacques Gamblin). Doch da hat sie die Rechnung ohne ihre fürsorgliche Familie gemacht, die ihr in dieser schweren Zeit seelischen Beistand leisten will. Plötzlich sitzt sie noch tiefer in der Falle, als zuvor.

Meinung zum Film:
Ja, ja, das Eheleben ist nicht immer leicht. Das musste auch Anne-Marie einsehen, die schon vor langer Zeit gemerkt hat, dass ihr Ehemann Gilbert zwar ein reicher Arzt ist, aber ansonsten ein furchtbarer Langweiler, der seinen hässlichen Rassepudel mehr liebt als seine Frau. So geht es der Mittvierzigerin zwar in materieller Hinsicht gut - wer hat schon eine Villa in Südfrankreich samt Haushälterin? -, doch die aufgebrauchte Ehe lässt sich wohl nicht mehr kitten. Kein Wunder also, dass sich Anne-Marie einen Lover angelacht hat. Bei diesem handelt es sich um Léo, einen überaus erfolgreichen Schiffsrestaurateur. Léo ist sogar derart beliebt, dass er in Kürze nach Hongkong aufbrechen wird, um dort mit seinem Team eine berühmte Dschunke wieder flottzumachen. Da der Trip knapp zwei Jahre dauern soll, soll Anne-Marie mitkommen ... doch da gibt es einen kleinen Haken.

Anne-Maries Mann weiß nämlich noch nichts von seinem "Unglück" und den Trennungsgelüsten seiner Frau. Wie das allerdings immer so ist, fällt Anne-Marie der finale Schritt doch schwerer, als sie eigentlich vermuten würde - und so ringt sie sich nur langsam (und unter starkem Drängen von Léo) endlich dazu durch, sich auch offiziell von ihrem Mann zu trennen. Ein Abschiedsbrief soll Gilbert über die Trennungsgründe aufklären ... zu dumm nur, dass das Schreiben seinen Empfänger nie erreichen wird, denn Gilbert stirbt zur gleichen Zeit unerwartet bei einem Autounfall. Während bereits das ganze Dorf in hellem Aufruhr ist und nach der Witwe sucht, textet die immer noch munter bei Léo an ihrem Trennungsbrief. Schließlich erfährt sie doch vom Schicksal Gilberts und ist darüber weder erschüttert noch erfreut. Eigentlich könnte das Leben jetzt ja ganz einfach für Anne-Marie sein, doch ihr Glück mit Léo wird erst mal unbewusst von Gilberts Familie vereitelt. Die reist nämlich kurzerhand an, um der "untröstlichen Witwe" seelischen und moralischen Beistand zu leisten und verfolgt sie auf Schritt und Tritt, sodass Anne-Marie bald weniger persönlichen Freiraum hat als zu der Zeit, als ihr Mann noch gelebt hat ...

Nach dem erfolgreichen "Sie sind ein schöner Mann" ist Isabelle Mergaults neuer Film leider weniger überzeugend. Zu wenig ausgefeilt zeigt sich das Drehbuch, zu platt sind die Dialoge, die fast immer darauf ausgerichtet zu sein scheinen, in dummem Klamauk zu enden, und zu speziell ist die Zielgruppe dieses Films, der sich wohl an in der Midlife-Crisis befindliche Frauenrunden richtet, bei denen es vor dem Anschauen schon sehr feucht-fröhlich zugegangen sein muss. Zwar lässt auch "Endlich Witwe" in Ansätzen den typischen Charme französischer Komödien durchblicken - der Lebemann Léo ist beispielsweise das Sinnbild des herzlich-ruppigen Franzosen - doch insgesamt bietet das Drehbuch eine sehr lahme, sehr unspektakuläre und sehr oberflächliche Story, an die sich in ein paar Monaten kaum noch jemand erinnern dürfte.

Digitale Aufarbeitung:
Wirklich überzeugen kann die technische Seite der DVD nicht. Die Farben sind zwar natürlich, die Schärfe könnte aber deutlich besser sein und das Hintergrundrauschen nimmt teilweise sehr unangenehme Ausmaße an. Auch die Kompression macht sich immer wieder durch unerfreuliche Artefaktbildung bemerkbar. Der Ton liegt auf Deutsch und Französisch in Dolby Digital 5.1 vor und bietet klar verständliche Dialoge. Mehr sollte man bei diesem Genre wohl auch nicht erwarten.

Als Bonusmaterial gibt es den Trailer zum Film, drei Minuten an entfallenen Szenen sowie ein 26-minütiges Making of, das zwar einen halbwegs interessanten Blick hinter die Kulissen bietet, aber keine nennenswerten Informationen über den Film liefert. Hier bekommt man eher das Gefühl, eine Mischung aus B-Roll und Praktikanten-Kamera vor sich zu haben.

Fazit:
"Endlich Witwe" ist eine seichte Komödie, die leider den Großteil des typischen französischen Charmes vermissen lässt und stattdessen eine klamauküberfrachtete Story ohne viel Tiefgang bietet. Die technische Qualität der DVD ist lediglich befriedigend, das Bonusmaterial zeigt sich ebenfalls unspektakulär.

Technische Daten (Schweizer Version):
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
93:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making of
  • Entfallene Szenen
Endlich Witwe - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Endlich Witwe
Enfin veuve

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Seichte Komödie mit Schwerpunkt auf Klamauk


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2007
Regie:
Isabelle Mergault
Drehbuch:
Jean-Pierre Hasson, Isabelle Mergault
Darsteller:
Michèle Laroque, Jacques Gamblin, Wladimir Yordanoff, Tom Morton, Valérie Mairesse

Label Deutschland :
Alamode Film
Verkaufsstart Deutschland :
28.08.2009