 |
DVD-Besprechung - Beverly Hills Chihuahua
Story:
Chloe ist der verwöhnteste Chihuahua der Reichen- und Schönenmetropole Beverly Hills! Die verzogene Hundedame lässt sich jeden Wunsch von den süßen Glubschaugen ablesen. So extrem frönt sie dem totalen Luxus, dass sie dem liebenswerten, aber armen Artgenossen Papi und seinen leidenschaftlichen Versuchen, ihre Aufmerksamkeit zu wecken, keinerlei Beachtung schenkt. Als Chloe bei einem Edeltrip nach Mexiko verloren geht, ist sie vollkommen aufgeschmissen: Kein Designerlabel der Welt kann sie aus ihrer misslichen Lage retten - dafür aber der gewiefte Schäferhund Delgado. Und auch auf Papi kann sich Chloe verlassen: Zusammen mit zwei Hunden, zwei Menschen, einer hinterlistigen Ratte und einem Leguan ist er längst dabei, seine Geliebte zu retten und ihr Herz zu gewinnen.
Meinung zum Film:
Chloe ist das typische "Paris-Hilton-Hündchen". Sie lebt bei ihrem reichen Frauchen Viv (Jamie Lee Curtis) in Beverly Hills, das ihr jeden Wunsch von der Schnauze abliest. Na ja, oder so ähnlich, denn ob ein Chihuahua wirklich den eigenen, dringenden Wunsch hätte, regelmäßig im Schönheitssalon vorbeizuschauen, darf man wohl bezweifeln. Chloe liebt es aber - genau wie die anderen Hunde der Reichen und Schönen. Wen sie da schon viel weniger liebt, ist Papi, der Latino-Chihuahua von Sam (Manolo Cardona), dem aus Südamerika stammenden Gärtner von Viv. Papi hat schon lange ein Auge auf Chloe geworfen, doch sie lässt ihn immer wieder Abblitzen, da er einfach kein Hund ihres Stands ist. Doch dann verreist Viv für ein paar Tage - und ein Abenteuer beginnt, das vieles auf den Kopf stellt ...
Während des Urlaubs soll nämlich Rachel (Piper Perabo), Vivs Nichte auf Haus und Hund aufpassen. Die ist von ihrem Klotz am Bein in Mini-Miniaturform allerdings alles andere als begeistert und findet es zudem lächerlich, wie Chloe verwöhnt wird. Welcher Hund trägt schon Diamanten-Halsbänder? Aber was will man machen, schließlich hat man der Tante den Gefallen versprochen. Dieses Versprechen hält Rachel auch - und so nimmt sie Chloe kurzerhand mit, als sie von ein paar Freundinnen dazu überredet wird, ein Partywochenende im mexikanischen Tijuana zu verbringen. Dumm nur, das Chloe dort im Hotel verloren geht und bald schon in den Fängen fieser Hundekampf-Veranstalter landet. Chloe schafft es allerdings, mit den anderen Hunden zu entkommen und freundet sich mit Delgado an, einem deutschen Schäferhund. Früher war er ein Polizeihund, doch ein Vorfall in seiner Vergangenheit, über den er nicht sprechen möchte, zwang ihn dazu, seine Karriere an den Nagel zu hängen. Während sich Chloe und Delgado also auf dem Weg nach Norden durch Mexiko schlagen, ist Rachel daheim in heller Aufregung und macht sich zusammen mit Sam und Papi auf den Rückweg nach Tijuana, um Chloe zu suchen. Und natürlich gibt es auch noch ein paar spannende Twists, für die das Gaunerpaar Manuel und Chico (eine Ratte und eine Eidechse) sowie Diablo, ein gemeiner Dobermann, den die Hundekampf-Organisatoren auf Chloe angesetzt haben, verantwortlich zeichnen.
"Beverly Hills Chihuahua" ist alles andere als ein Meilenstein der Filmgeschichte. Und schon allein die Tatsache, dass der Film von Regisseur Raja Gosnell inszeniert wurde, der bereits für "Big Mamas Haus" und die beiden "Scooby-Doo"-Realverfilmungen verantwortlich war, dürfte ihr Übriges dazu beigetragen haben, dass der Film bei Kritikern in aller Welt nicht wirklich gnädig aufgenommen wurde. Und klar, BHC präsentiert sich als innovationsloser Hollywood-Mainstream, dessen Storyline bis in Details vorhersehbar bleibt. Das ändert allerdings nichts daran, dass "Beverly Hills Chihuahua" ein durchaus sehr unterhaltsamer Film ist, an dem nicht nur Kinder ihre Freunde haben, sondern bei dem auch die Erwachsenen bei der Stange gehalten werden, ohne direkt gelangweilt einzuschlafen. Die Darsteller - sowohl die tierischen als auch die menschlichen - sind sympathisch, die Locations nett anzusehen und die Inszenierung zeigt sich solide. Und erfreulicherweise bleiben die Minikläffer deutlich weniger nervig, als man vom Kinotrailer her vermutet hätte (selbst wenn natürlich der von Rene Baumann alias DJ BoBo geschriebene Song "Chihuahua" in einer Coverversion vorkommen muss). Ja, sie schaffen es sogar, dem Zuschauer ans Herz zu wachsen. So ist "Beverly Hills Chihuahua" ein harmloser Filmspaß für die ganze Familie, bei dem dank Delgado auch Freunde deutscher Schäferhunde nicht zu kurz kommen.
Digitale Aufarbeitung:
Die technische Qualität von "Beverly Hills Chihuahua" entspricht für eine so aktuelle Produktion leider nur unterstem Mittelmaß. Der Transfer wirkt etwas zu dunkel, die Farben zwar natürlich, aber leicht kraftlos. Am auffälligsten ist jedoch die sehr schwache Schärfe, die es selbst bei Nahaufnahmen noch schafft, jegliche Details zu verschlucken. Unverständlicherweise ist zudem der Bildstand unruhig, was am unteren Bildrand extrem auffällt. Positiv zeigt sich lediglich das minimale Bildrauschen. Der Ton liegt auf Deutsch, Englisch, Niederländisch, Italienisch und Türkisch in Dolby Digital 5.1 vor. Die Dialoge sind in allen Fassungen klar verständlich und auch die Surround-Boxen werden hin und wieder aktiv ins Geschehen mit einbezogen, sodass zwar ein frontlastiger, aber immer noch recht räumlicher Eindruck entsteht.
Als Bonusmaterial gibt es drei Minuten an völlig unlustigen "Pannen vom Dreh", bei denen es sich nicht mal wirklich um eben solche handelt, sondern nur um einen Zusammenschnitt pseudo-witziger Aufnahmen. Des Weiteren liegen drei entfernte Szenen mit einer Gesamtlaufzeit von neuneinhalb Minuten vor. "Die Legende des Chihuahua" ist ein dreiminütiger, ganz witziger Zeichentrick-Clip, in dem die Geschichte der Herkunft des Chihuaha erläutert wird. Zu guter Letzt gibt es auch noch einen Audiokommentar des Regisseurs. Dieser fällt zwar relativ informativ, aber auch sehr trocken und unspannend aus. Auf Hundedouble, Filmtricks und Drehorte geht er genauso ein wie auf Nachaufnahmen, die nach Testvorführungen notwendig wurden. Interessante Themen, aber so emotionslos vorgetragen, dass beim Hörer einfach keine echte Nähe zum Thema entsteht.
Fazit:
"Beverly Hills Chihuahua" ist ein zwar unspektakulärer und recht vorhersehbarer, aber nichtsdestoweniger durchaus unterhaltsamer und lustiger Film für die ganze Familie. Dank der sympathischen Figuren und der netten Inszenierung bleiben auch die Erwachsenen während des Anschauens wach. Die technische Qualität der DVD ist hingegen leider ziemlich bescheiden, die Extras sind ebenfalls nichts Besonderes.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
87:46 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Italienisch Dolby Digital 5.1 |
Niederländisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Hebräisch, Italienisch, Kroatisch, Niederländisch, Serbokratisch, Slowenisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Die Legende des Chihuaha
- Zusätzliche Szenen
- Pannen vom Dreh
- Audiokommentar des Regisseurs
|
|  |
Beverly Hills Chihuahua
Beverly Hills Chihuahua
Hunde-Fun für die ganze Familie
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008 Regie: Raja Gosnell Drehbuch: Analisa LaBianco, Jeffrey Bushell Darsteller: Piper Perabo, Jamie Lee Curtis, Maury Sterling, Manolo Cardona, José María Yazpik
Label :
Disney DVD
Verkaufsstart : 10.09.2009
|