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DVD-Besprechung - Headless Horseman

Story:
Sieben junge Leute wollen zu einer großen Halloween-Party und auf dem Weg dorthin nehmen sie eine Abkürzung. Sie führt sie in das kleine Nest Wormwood und dort liegt etwas im Argen. Was die Gruppe nicht weiß, ist, dass ein kopfloser Reiter seinen Pakt mit der Hölle erfüllen muss und die sieben Köpfe der Partyfans benötigt, um seinen eigenen Kopf zurück zu erhalten. Von nun an beginnen die Häupter zu rollen.

Meinung zum Film:
Mit „Headless Horseman“ ist nun ein Film auf DVD erschienen, der zu der breiten Masse des filmischen Unfugs zu zählen ist. Selbst Hardcore-Horror-Fans und Trash-Liebhaber werden sich schwer tun, diesem Streifen etwas Positives abzugewinnen. Die Geschichte ist so sehr konstruiert, dass es schon richtig schwer fällt, bestimmte Handlungsstränge für voll zu nehmen. Der Kernfehler ist hier die Verquickung von der Geschichte des kopflosen Reiters mit der eines Inzestclans, der gleich ein ganzes Dorf bevölkert. Niemand von außerhalb der kleinen Stadt will bemerkt haben, dass dort fleißig Blutschande betrieben wird und alle sieben Jahre Menschen spurlos verschwinden. Ob gewollt oder ungewollt tauchen immer wieder komische Momente auf, von denen man wirklich nicht einschätzen kann ob diese Szenen auflockern sollen, oder ob dies dann doch unfreiwillig komisch ist.  

Da steht der Sheriff z.B. vor der schrägen Sippe, die so tut, als könne sie kein Wässerchen trüben und im nächsten Moment haben alle Faustfeuerwaffen in der Hand und ballern auf den Gesetzeshüter. Dann ersetzt der kopflose Reiter sein Haupt mit einem schicken Kürbis, um dann seinen sich wehrenden Opfern auf einem Motorrad aus einer brennenden Scheune zu entkommen. Dies sieht aus wie „Ghost Rider“ für Arme. Allein das Gruppenverhalten der jungen Leute, als der erste ihrer Freunde den Kopf verliert, ist fragwürdig. Anstatt vom Grauen gepackt Hilfe zu holen, gibt es ein paar Tränen und dann wieder nahezu alltägliches Verhalten. Hinzu kommt dann noch diese haarsträubende Idee, dass der Kopfabschneider mit den Dorfbewohnern paktiert und diese Zulieferarbeit leisten. Einige Jugendliche tauchen dann immer wieder schlurfenden Schrittes an die Eingekesselten heran, um diese an der Flucht zu hindern.  

Die deutsche Synchronisation ist ein Griff in die Kiste der akustischen Grausamkeiten und man kann vor dem geistigen Auge sehen, wie vor allem die Sprecherinnen ihre Texte bemüht vom Zettel ablesen. Manchmal reicht eine nette Stimme nun mal nicht aus, sondern sie muss auch schauspielerisch eingesetzt werden. Letzteres fehlt leider fast vollständig. Der baumlange Schauspieler Richard Moll („Harrys wundersames Strafgericht“) ist der einzige, den der Zuschauer für voll nehmen kann und er überzeugt als grantiger Hinterwäldler. Die übrigen Gelegenheitsmimen haben noch viel Arbeit vor sich, wenn sie in diesem Beruf verweilen wollen. Es gibt ein paar nette blutige Effekte, doch die können die übrigen mauen CGI-Effekte nicht sonderlich kaschieren.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist tiptop in Ordnung und ein wenig überrascht es, dass diese nicht gerade gelungene Produktion solch eine Qualität aufweist. Die Farben sind satt und wirken authentisch, wobei der Kontrast ein wenig stärker hätte ausfallen können. Der Ton ist akzeptabel und bei einigen Erschreckszenen werden dann auch die hinteren Boxen eingesetzt.

Das Making Of hat mit knapp 33 Minuten eine ordentliche Laufzeit aufzuweisen. Leider gibt es keine deutschen Untertitel und so muss man schon der englischen Sprache mächtig sein, um die Informationen mitnehmen zu können. Richtig viel verpassen kann man aber nicht, denn es gibt viel Schulterklopfen. Hinzu kommen noch eine Bildergalerie, sowie den Originaltrailer.

Fazit:
Wer „Headless Horseman“ nicht sieht, hat auch nichts verpasst. Die Grusel-Mär von „Sleepy Hollow“ wird derart verwurstet, dass schon nach kurzer Zeit die Sehnsucht auf ein schnelles Ende einsetzt. Die technische Seite hingegen ist vollkommen in Ordnung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
88:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
Headless Horseman - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Headless Horseman - Der kopflose Reiter
Headless Horseman

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Kopflos, ideenlos, trostlos


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Anthony C. Ferrante
Drehbuch:
Zachary Weintraub, Anthony C. Ferrante
Darsteller:
Billy Aaron Brown, Rebecca Mozo, Richard Moll, Arianne Fraser, Trish Coren

Label Deutschland :
3L
Verkaufsstart Deutschland :
22.09.2009