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Blu-ray-Besprechung - Männersache

Story:
Paul Schwabonski (Mario Barth) arbeitet tagsüber in einer Zoohandlung und versucht sich Abends einen Namen als Comedian zu machen. Erste Erfolge kann er aber erst dann erzielen, als er über die Beziehungsprobleme seines besten Freundes Hotte (Dieter Tappert) auf der Bühne redet. Hotte und seine Freundin Susi (Anja Kling) sind darüber natürlich alles andere als begeistert. Doch Paul hält dies nicht davon ab, mit immer neuen Geschichten immer weiter auf der Beliebtheitsskala nach oben zu klettern. Doch den Weg nach oben muss Paul alleine gehen, da Hotte ihm schon recht bald die Freundschaft kündigt.

Meinung zum Film:
„Männersache“ ist der erste Kinofilm von Mario Barth, der einer der erfolgreichsten Comedians Deutschlands ist. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und seine CDs stürmen regelmäßig die Charts und platzieren sich dort an der Spitze. Es gibt sicherlich einige, denen die recht plumpe Sichtweise Barths auf die Beziehungsprobleme zwischen Männern und Frauen zu proletenhaft ist, aber bei den meisten trifft er mit dieser Art Humor voll ins Schwarze. Dies belegen nicht zuletzt die bereits nach kurzer Zeit ausverkauften Shows in den großen deutschen Hallen. Mit „Männersache“ wollte Mario Barth aber offensichtlich keinen reinen Abklatsch seines Comedy-Programms bieten. Zusammen mit seinem Comedy-Kollegen Dieter Tappert, welcher vielen sicherlich besser bekannt ist unter dem Namen seiner Kunstfigur „Paul Panzer“, schrieb er ein Drehbuch, das sich um ein Gleichgewicht zwischen Humor und Inhalt bemüht. Ein wenig könnte man meinen, dass Barth autobiographische Aspekte mit in die Geschichte einfließen ließ, denn auch er nutzt immer wieder Erlebnisse seines namentlich unbekannten besten Freundes und dessen Freundin Chantalle in seinem Programm. Regie bei dem Film führte Gernot Roll, der schon Tom Gerhardt mit „Ballermann 6“ zu einem Auftritt in den Kinocharts verhelfen konnte.  

Wer nun allerdings erwartet, eine ähnlich Witzfrequenz und einen gewohnten Mario Barth zu erleben, wird sicherlich enttäuscht werden. Denn die Figur des Paul Schwabonski ist eine eher tragische Figur, die sich nicht so recht zwischen Freundschaft und Erfolg entscheiden kann. Seine Entfremdung von seinem alten Freund sorgt leider dafür, dass in einigen Momenten in Sachen Comedy immer wieder Ruhe einkehrt. Pauls beginnender Ruhm gründet sich auf den Spruch „Wieso Bauch, Beine, Po? Davon hast du doch genug – mach mal lieber Titten!“, der anschließend ein wenig zum Leitspruch des Films wird. Doch so schnell wie sich der Spruch abnutzt, so schnell tritt auch der Humor immer mehr auf der Stelle. Mario Barth begeistert sein Publikum dadurch, dass er gestenreich und überspitzt den Alltag schildert, in dem sich fast jeder irgendwann in der ein oder anderen Szene selbst wieder finden kann. Bei Paul Schwabonski ist es jedoch so, dass er sich selbst immer mehr der Normalität entzieht und dadurch eher Fremdschämen als Lacher hervorruft. Mit laufender Spielzeit entstehen dadurch immer wieder Längen, da der Humor eindeutig zu kurz kommt, wenn Paul sich immer weiter in die Nesseln setzt.  

Die stärksten Momente hat der Film immer dann, wenn Mario Barth sich so verhalten kann wie auch der Bühne. Etwa in der Szene, in der er kurz vor dem vermeintlichen Höhepunkt seiner Karriere steht und sich auf einer Party volllaufen lässt. Oder wenn er mit Hotte auf dem Dach seines Berliner Mietshauses sitzt und über „Brüllkäfer“ philosophiert. In diesen Szenen sind sowohl der Comedian als auch der Zuschauern in ihrem jeweiligen Element. Dem gegenüber stehen dann aber Momente, in denen Paul großkotzig bei seinem Vater, zu dem er zu allem Überfluss auch noch ein gestörtes Verhältnis hat, seinen neuen Reichtum vorführt oder sich von seinem schmierigen Manager verführen lässt. Komiker wie Otto Waalkes oder Loriot haben es vorgemacht, wie der für sie prägende Humor nahtlos auf die Leinwand übertragen werden kann. Mario Barth hat sich in seinem Film ein wenig davon entfernt und ihm dadurch einiges an Unterhaltungspotential genommen. Was aber durchweg überzeugen kann, ist der wunderbare Soundtrack von der deutschen Swing- und Big-Band-Legende Paul Kuhn.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist in Sachen Detailfülle in Ordnung, ohne dabei jedoch in die Nähe von Referenztitel zu gelangen. Der Kontrast wirkt stellenweise ein wenig zu hoch, was vor allem bei Außenaufnahmen ein wenig für leichte Überstrahlungen von Lichtflächen sorgt. Der deutsche Ton in DTS-HD 5.1 ist durchweg sehr gut zu verstehen, wie beim Inhalt zu vermuten aber nicht mit großen Soundeffekten gesegnet. Für räumliche Effekte sorgen in der Regel die Musikstücke im Film.

Die Extras fallen leider sehr enttäuschend aus. Neben einem Making Of zum Film, bei dem die Beteiligten in erster Linie ein wenig über ihre Erfahrungen bei der Entstehung des Films berichten und einem Beitrag über Mario Barth am Set, gibt es in dieser Sparte nichts zu finden. Beide Beiträge unterhalten in erster Linie durch den Schabernack, den Mario Barth und Dieter Tappert am Set betrieben. Damit sind die Extras bereits nach rund 30 Minuten zu Ende. Dass Mario Barth und Dieter Tappert nicht noch zumindest einen Audiokommentar aufgenommen haben, dürfte für viele eine Enttäuschung sein.

Fazit:
„Männersache“ ist nicht die von vielen erhoffte Bühnenshow im Spielfilmformat geworden. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass Paul Schwabonski sich immer weiter vom eigentlichen Auftreten Mario Barths entfernt und sich dabei die Sympathien des Publikums relativ schnell verspielt. Spaß macht der Film zwar trotzdem, aber eben nicht in dem Maße, wie es an Hand der hervorragenden Barth’schen Bühnenshows erhofft werden durfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
95:18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Mario Barth am Set
  • Darstellerinfos
Männersache - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Männersache
Männersache

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Bauch, Beine, Po - das wäre besser auch hier das A und O!


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2009
Regie:
Gernot Roll, Mario Barth
Drehbuch:
Mario Barth, Dieter Tappert
Darsteller:
Mario Barth, Dieter Tappert, Anja Kling, Michael Gwisdek, Bernd Begemann, Michael Brandner, Katrin Filzen, Uwe Ochsenknecht, Jürgen Vogel, Sido

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
01.10.2009