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DVD-Besprechung - M - Eine Stadt sucht einen Mörder
Story:
Ein Serienkiller (Peter Lorre) sorgt für Angst und Schrecken in einer deutschen Stadt, Anfang der 30er-Jahre. Seine Opfer sind Kinder, was nicht nur die Polizei unter der Leitung von Kriminalkommissar Karl Lohmann (Otto Wernicke) auf den Plan ruft, sondern zusätzlich auch die kriminellen Organisationen der Stadt. Denn durch die verschärften Kontrollen werden zum Einen die eigenen Geschäfte deutlich erschwert, zum Anderen möchte der Kopf der Organisation, der Schränker (Gustaf Gründgens) damit auch deutlich machen, dass man mit derartigen Kriminellen nicht auf eine Stufe gestellt werden möchte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Kindermörder im immer engeren Fahndungsnetz gefasst wird. Die Frage ist nur, wer zuerst den Zugriff macht.
Meinung zum Film:
„M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ gehört zu den bedeutendsten Filmen der deutschen Geschichte. Zusammen mit seiner Ehefrau Thea von Harbou („Dr. Mabuse, der Spieler“) schrieb Regisseur Fritz Lang („Metropolis“) das Drehbuch zum Film. Einmal näher betrachtet machen sich im Drehbuch die immer stärker werdenden Einflüsse des aufkommenden Nationalsozialismus bemerkbar, weswegen der Film ein Abbild der Zeit ist, in welcher er entstand. Das organisierte Verbrechen, das sich als legitime Gegenmacht zum Staatsapparat aufführt und Recht und Ordnung nur dadurch gewahrt sieht, indem man selbst dafür sorgt, ist nichts anderes als ein Spiegelbild der Verhältnisse in der Weimarer Republik, in der die Nationalsozialisten die immer weiter geschwächte Staatsmacht herausforderte. Der Film endet damit, dass eine Mutter sagt „Man muss eben noch besser auf die Kinder Acht geben…Ihr!“, was als Appell an die Bevölkerung gemünzt war, noch besser auf seine noch junge Republik Acht zu geben, damit sie nicht schon in jungen Jahren dem Untergang geweiht ist.
Der damalige Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda in Spe, Joseph Goebbels schien diese Verknüpfung jedoch nicht ganz zu verstehen oder einordnen zu können, denn er vermerkte nach Sichtung des Films „Fabelhaft! Gegen die Humanitätsduselei. Für Todesstrafe! Gut gemacht. Lang wird einmal unser Regisseur.“ Dies wurde durch die Nazis allerdings später korrigiert, indem unter ihrem Regime der Film verboten und nur als Ausschnitt im antisemitischen Propagandafilm „Der ewige Jude“ für Propagandazwecke missbraucht wurde. Von der damaligen Presse wurde der Film auch sehr kritisch aufgenommen. Während die eine Seite meinte, Lang würde mit seinem Beitrag für die Todesstrafe werben, sah eine Gegenpartei vor allem die Figur des Mörders als bedenklich an, da dieser zu viel Mitgefühl beim Publikum hervorrufen würde. Eine Reaktion, die Fritz Lang aber genau so gewollt haben dürfte. Denn er machte es dem Zuschauer nicht so leicht, ihm die Gewissensfrage abzunehmen. Er präsentierte unterschiedliche Perspektiven, mit denen sich jeder selbst nach dem Ende des Films auseinandersetzen muss, um zu entscheiden, welche Ansicht nun die für ihn passende ist.
Aber selbst wenn die historischen Aspekte vollkommen außer Acht gelassen werden, bietet „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ auch heute noch unter die Haut gehende Thriller-Spannung. Immer wenn Peter Lorre („Der Mann, der zuviel wusste“) auf dem Bildschirm zu sehen ist, macht sich eine unheimliche Atmosphäre breit. Das gepfiffene „In der Halle des Bergkönigs“ aus Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suite“, welches das einzige Musikstück im gesamten Film ist, wird sehr schnell zum Synonym für Gefahr. Die herausragende darstellerische Leistung von Lorre, der mit starker Mimik und variabler Stimm- und Tonlage die unterschiedlichen Stufen des Wahnsinns zeigt, erzeugt auch noch heute Gänsehaut. Sein Auftreten reicht vom verschüchterten, zutiefst verängstigten Mann, über den kühlen, seinen Trieben folgenden Kinderverführer bis hin zum Angeklagten, der mit weit aufgerissenen Augen und dem Wahnsinn in der Stimme um Gnade bettelt. Das Tempo im Film wird von der ersten Einstellung an bis zum großen Finale stetig vorangetrieben. Zu Beginn werden eher ruhig die einzelnen Fraktionen vorgestellt und in Position gebracht. Doch spätestens mit der Szene, wo der Mörder mit einem Kreide-M auf dem Mantel markiert in ein Bürogebäude flüchtet, wird der Film zu einem atemberaubenden Thriller. Auch wenn „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ nach heutigen Maßstäben gemessen dramaturgisch vielleicht die ein oder andere kleinere Schwäche haben mag, versteht er es noch immer in seinen Bann zu ziehen. Der Films ist zeitlos gelungen und wird sicherlich noch weitere Generationen begeistern.
Digitale Aufarbeitung:
Bild- und Tonmaterial wurden 1:1 von der alten, restaurierten Universum-DVD aus der „UFA Klassiker Edition“ übernommen. Somit handelt es sich auch hier um die Langfassung des Film mit Szenen, die auf Video und lange Zeit auch im Kino nicht zu sehen waren. Die Schärfe ist gut, analoge Defekte sind nur gelegentlich und nicht störend zu erkennen, lediglich durchgängige, leichte Kontrastschwankungen fallen gelegentlich minimal störend ins Bild. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 lässt deutlich Rauschen und Störungen vernehmen. Gemessen am Alter des Films ist es aber sicherlich problematisch, hier ein besser Ergebnis zu erzielen, ohne die Tonspur in ihrem Charakter zu beschädigen. Die oftmals kritisierte sterile Aufmachung der Tonspur ist in dieser Art von Fritz Lang gewollt als Stilmittel eingesetzt und keinesfalls ein Problem bei der digitalen Aufbereitung.
Als einziges Extra gibt es ein Portrait über Regielegende Fritz Lang, das auch auf der Universum-DVD zu finden war, mit einer Laufzeit von rund 2 Minuten aber relativ kurz ausfällt.
Fazit:
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist einer der ganze großen, bedeutenden Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Fritz Lang hat es geschafft, einen zeitlosen Thriller zu schaffen, der auch in der heutigen Zeit noch für spannende Unterhaltung sorgt. Der Film ist geprägt vom damals immer stärker werdenden Nationalsozialismus und bietet somit ein sehr gelungenes Bildnis der damaligen Zeit. In einer gut sortierten Film-Sammlung sollte dieser Klassiker auf gar keinen Fall fehlen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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105:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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M - Eine Stadt sucht einen Mörder
M - Eine Stadt sucht einen Mörder
Einer der bedeutendsten Klassiker der deutschen Filmgeschichte - ein Meisterwerk
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1931 Regie: Fritz Lang Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang Darsteller: Peter Lorre, Otto Wernicke, Gustaf Gründgens, Theodor Loos, Theo Lingen, Ellen Widmann, Friedrich Gnaß, Fritz Odemar
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 16.10.2009
Vertrieb :
Impuls Home Entertainment
Verkaufsstart : 16.10.2009
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