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DVD-Besprechung - The Optimist
Story:
Klarinettist Max Sarafanov (Rade Serbedzija) lebt mit seinen Kindern Nikita (Reiley McClendon) und Lolita (Leelee Sobieski) in Los Angeles. Seine Frau hat den gebürtigen Ukrainer verlassen, der auch beruflich keine Glückssträhne erwischt hat: Der talentierte Musiker schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch, seit er den Job im örtlichen Orchester verloren hat. Als plötzlich zwei Fremde vor der Tür stehen, geht das Durcheinander erst richtig los: Bo (Shane West) behauptet, Max' unehelicher Sohn zu sein. Während Nikita und Max schnell überzeugt sind und Bo in die Familie aufnehmen, zweifelt Lolita lange an der Identität ihres Halb-Bruders. Zurecht, denn Bo und sein Freund Skip (Eric Balfour) flüchten vor der Polizei, sind aber von der Herzlichkeit der neuen Familie so gefesselt, dass sie die geplante Abfahrt immer weiter hinauszögern. Zudem beginnt Bo, Gefühle für Lolita zu entwickeln und in Max eine wahre Vaterfigur zu sehen.
Meinung zum Film:
"The Optimist" wird im Klappentext der DVD als dem Genre Comedy zugehörig kategorisiert. Eine krasse Fehlentscheidung, denn bei diesem Film handelt es sich auf der einen Seite um eine Familiengeschichte, die dem Zuschauer das Leben der ukrainisch abstammenden Sarafanov-Familie im nordamerikanischen Los Angeles zeigt. Weiter geht es um die Hauptfigur Max (Rade Serbedzija, "Liebesleben"), das Verhältnis zu seinen Kindern Nikita (Reiley McClendon, "Pearl Harbor") und Lolita (Leelee Sobieski, "Eyes Wide Shut"), sowie seiner Affinität zur Klarinette bzw. zur klassischen Musik im Allgemeinen. Weiter ist ein Schwerpunkt dieser vielseitigen Story die Bewahrung kultureller Bräuche, die Max in der Ukraine erlernt, in seiner neuen Heimat bewahren will und zudem an den Nachwuchs weitergeben möchte. Ebenfalls unter das Label einer Familiengeschichte fällt die Storykomponente um Bo (Shane West, "Die Liga der aussergewöhnlichen Gentleman"). Aus der akuten Notsituation, sich und Kumpel Skip (Eric Balfour, "The Texas Chainsaw Massacre") vor der Polizei zu verstecken, reagiert er gedankenschnell und stellt sich bei Max als unehelicher Sohn vor, um in dessen Wohnung unterzukommen. Erweitert wird der Film durch den Lovestory-Plot, bei dem es um die aufkeimende Beziehung zischen Bo und Lolita geht. Zwar regen manche Situationen durchaus zum Schmunzeln an, aber als "Comedy" ist "The Optimist" kaum zutreffend bezeichnet, da der zentrale Aspekt auf der Familiengeschichte liegt und der Film aufgrund seines Facettenreichtums im Comedy-Fach umpassend positioniert ist.
"The Optimist" wurde von Regisseur und Co-Autor Marius Balchunas ("Love in the Big City") solide inszeniert. Ohne experimentelle Spielereien erzählt er mit ausdrucksstarken Bildern und einer klassisch-ruhigen Kameraführung. Zudem tragen die jederzeit glaubhaft agierenden Darsteller zur Authentizität ihrer Figuren bei und schaffen damit die Basis für die außergewöhnliche Story.
Der Film wurde auf drei Filmfestivals gezeigt, unter anderem 2008 in Cannes, wo er leider nicht weiter auffiel. In Deutschland sowie den USA erscheint "The Optimist" als DVD-Premiere ohne jemals den Weg ins Kino gefunden zu haben. Das mag daran liegen, dass die umfangreiche Story zwar interessant und durchaus bewegend ist, die Umsetzung im Film dennoch einige Schwächen aufweist. Die Tatsache, dass Max Bo so rasch in die Familie aufnimmt und nach wenigen Kontrollfragen jegliche Zweifel wegwischt sind, erscheint doch arg konstruiert. Wer nimmt schon so einfach einen Fremden bei sich auf, der behauptet, ein uneheliches Kind zu sein? Bo muss keine Beweise vorlegen – die Tür zur neuen Familie steht sofort weit offen. Hier verhindert dann doch eine gewisse Unglaubwürdigkeit den Einstieg in die Geschichte. Ein Großteil des Films baut sich auf dieser surreal anmutenden Fügung. Sicher durch ähnliche Plots vorbelastet, wartet der Zuschauer nur darauf, den Lügen-Ballon platzen zu sehen.
Dennoch ist aus "The Optimist" einiges zu schöpfen. Die gefühlvolle Familiengeschichte um den herzlichen Max, der stets ein gutes Vorbild für seine Kinder sein möchte und immer positiv optimistisch denkt (daher die deutsche Betitelung, der Originaltitel lautet etwas passender: "The Elder Son"), ist das Ansehen allemal wert. Auch der kulturelle Aspekt bringt interessante Fragen mit sich: Themen wie die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Übertragung fremder Lebensgewohnheiten in die neue Umgebung haben ebenso Platz im Werk, wie auch die vorsichtige Lovestory zwischen Bo und Lolita. Der Wert von Familienzugehörigkeit, kultureller Identität und dem sensiblen Umgang miteinander – all das greift der Film auf.
Digitale Aufarbeitung:
Die gute Bildqualität definiert sich durch eine ordentliche Schärfe und die kontrastreichen Farben. Das wenige Bildrauschen mindert den optisch guten Eindruck nur marginal. Auch auf Tonebene überzeugt diese DVD ebenso. Die englische Originalspur ist wie die deutsche Synchronisation in Dolby Digital 5.1. enthalten. Deutsche Untertitel sind optional verfügbar. Allein die Synchronstimme des 14-jährigen Nikitas ist doch arg unpassend, da sich der Stimmton des Sprechers nach einem wahren Alter um die 30 herum anhört.
In Sachen Extras bietet die DVD kaum erwähnenswertes Material. Außer dem Originaltrailer sind lediglich Texttafeln beigefügt, welche die Filmografien von Shane West, Leelee Sobieski, Rade Serbedzija und Eric Balfour enthalten.
Fazit:
"The Optimist" ist eine sehenswerte herzliche Familiengeschichte, gepaart mit einem eher zweitrangigen Lovestory-Element. Der Film erzählt von familiärer Wärme, kultureller Identität und der Kraft des familiären Zusammenseins. Die solide Inszenierung und die guten Darstellerleistungen machen den Film zur rundum gelungenen DVD-Premiere.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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84:26 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Filmografien (Texttafeln)
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The Optimist
The Elder Son
Sehenswerte Familiengesichte mit guten Darstellern und interessanten Thematiken
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Marius Balchunas Drehbuch: Marius Balchunas, Scott Sturgeon Darsteller: Leelee Sobieski, Shane West, Rade Serbedzija, Eric Balfour, Regina Hall
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.09.2009
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