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DVD-Besprechung - Kontakt

Story:
Novak (Petar Mircevski) hat schon eine schwierige Familie. Sein Halbbruder Janko (Nikola Kojo) sitzt im Gefängnis und Zana (Lanina Mitevska), die Schwester seiner Gattin, lebt in einer Nervenheilanstalt. Als beide ihre jeweilige Einrichtung verlassen dürfen, kommt Novak eine prima Idee, wie er sich um beide nicht weiter kümmern muss. Janko soll Zanas Haus reparieren und dabei auf sie aufpassen. Gleichzeitig hat Janko keine Zeit für kriminelle Aktivitäten. Doch es passiert etwas unerwartetes, denn die beiden so unterschiedlichen Menschen nähern sich einander an. Auf ihre ganz besondere Art.

Meinung zum Film:
„Kontakt“ ist ein einfühlsames Beziehungsdrama, das von der Unterschiedlichkeit der beiden Protagonisten lebt. Die junge Zana hat eine lange Zeit in einer Nervenklinik verbracht und sie darf nicht mehr auffällig werden, um dann evtl. für eine noch längere Zeit therapiert zu werden. Der schwergewichtige Hüne Janko wird aus dem Gefängnis entlassen und muss ebenfalls deutlich kürzer treten. Ein gemeinsamer Verwandter bringt die beiden zusammen und besticht Janko mit Geld, damit er sich um Zana kümmert. Der Beginn ist klassisch und die zwei nähern sich zunächst nur sehr langsam und mitunter auch schmerzvoll an. Eine leise humorige Note begleitet die beiden und sehr zögerlich erkennen sie und der Zuschauer, dass es mehr Gemeinsamkeiten gibt, als man zunächst annehmen konnte.  

Janko ist zwar handwerklich geschickt, aber aus seinem Talent hat er nie etwas Richtiges geschafft. Stattdessen geriet er auf die kriminelle Schiene, die ihn letztlich ins Gefängnis brachte. Hier verschaffte er sich dann durch sein gewalttätiges Wesen Respekt und auch die Wärter machten einen Bogen um ihn. Er akzeptierte diese gesellschaftliche Isolation, doch der Film zeigt, dass er sich das genaue Gegenteil wünscht. Und dies geschieht tatsächlich während der Reparatur von Zanas Haus, welches sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Da die Arbeiten umfangreich sind, kommen sich die beiden Tag für Tag näher, ohne es zunächst selbst zu bemerken. Die Geschichte ist sehr einfühlsam und für den Zuschauer nachvollziehbar. Beide Charaktere haben ihre Ecken und Kanten, doch sie gewinnen zügig das Herz des Zuschauers.  

Die Geschichte spielt in Mazedonien, einem Land, das einen Umbruch hinter sich gebracht hat, doch die gesellschaftlichen Veränderungen, die auch auf die beiden Hauptdarsteller Einfluss hatten, bleiben im Hintergrund. Der Mensch an sich spielt hier die erste Geige. Und als solche reden sie wie es ihnen passt, losgelöst von jeglicher Etikette. Umrahmt von einer melancholischen Filmmusik necken sich Janko und Zana immer mal wieder bis hin zu einem starken Finale, welches schwer auf die Tränendrüse drückt. Doch selbst hier bleibt die Geschichte nicht stehen, sondern entwickelt noch einmal die Energie zu einer anrührenden Wendung.

Digitale Aufarbeitung:
Die Farben des Bildes sind natürlich und sorgen für eine realistische Optik. Viele Bilddetails sind gut erkennbar, nur ein permanentes Bildrauschen verhindert eine bessere Einschätzung. Der Ton bietet klar verständliche Dialoge, doch das war es dann auch schon. Für die Filmgattung an sich spielt dies aber in diesem Fall keine negative Rolle.

Als Extras gibt es ein Interview mit dem Regisseur von rund 15 Minuten. Es werden einige Hintergrundinformationen geboten und nicht einfach nur werbende Sprüche präsentiert. Weiterhin gibt es noch den Trailer.

Fazit:
„Kontakt“ ist ein leicht bekömmliches Beziehungsdrama, das nicht in höheren Sphären schwebt, sondern vollkommen bodenständig bleibt. Die Charaktere finden recht schnell den Zugang zum Zuschauer und der stete Humor macht das Geschehen umso unterhaltsamer.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
93:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Mazedonisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Interview mit Regisseur Sergej Stanojkovski
  • Trailer
Kontakt - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kontakt
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Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ein schöner Film, passend zur Herbststimmung


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland/Mazedonien, 2005
Regie:
Sergej Stanojkovski
Drehbuch:
Gordan Mihic
Darsteller:
Nikola Kojo, Labina Mitevska, Petar Mircevski, Vladimir Endrovski, Emil Ruben

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
09.10.2009