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DVD-Besprechung - It's Alive

Story:
Als Lenore Harker (Bijou Phillips) schwanger wird, pausiert sie ihr Studium und zieht zu ihrem Freund Frank Davis (James Murray) auf's Land. Dort will sie sich auf die Geburt vorbereiten und später weiter studieren. Als verfrüht die Wehen einsetzen, muss die werdende Mutter entbunden werden. Im Kreiß-Saal kommt es kurz nach der Geburt zu blutigen Morden, die narkotisierte Lenore kann sich an nichts erinnern. Mit dem Kind zu Hause angekommen, scheint für die neue Familie der Schrecken überwunden. Doch als sich auch dort Tierkadaver und Leichen stapeln, kommen Lenore schockierende Gedanken: Ist etwa der Sprössling für die Metzeleien verantwortlich...?

Meinung zum Film:
Mit Josef Rusnaks "It's alive" erscheint dieser Tage das Remake eines 1974er Kinohits als Direct-to-DVD-Veröffentlichung. Das Original mit dem deutschen Titel "Die Wiege des Bösen" war als B-Movie so ertragreich, dass Regisseur Larry Cohen zwei weitere Fortsetzungen drehen konnte. 1978 folgte Teil zwei mit dem treffenden Titel "It lives again!" bevor mit "It's alive III - Island of the Alive" von 1987 die Reihe zu Ende gebracht wurde. Doch im modernen Remake-Wahn bleibt wohl nichts im Verborgenen, so dass 2008 die Neuauflage des Stoffes angegangen wurde. Regisseur Josef Rusnak ("The Art of War II: Betrayal") castete für die Hauptrollen Bijou Phillips ("Hostel: Part II") als Mutter Lenore Harker und James Murray ("Primeval"), der als Vater des Kindes Frank Davis agiert. Am Drehbuch war auch der Schöpfer der originalen Filmserie Larry Cohen ("Captivity") beteiligt.  

Leider ist dieser Crew mit "It's alive" nur ein wirklich schlechter Horrorfilm gelungen, dessen schwache Story zu keinem Zeitpunkt überzeugt. Logische Fehler und sinnfreie Verhaltensformen der Figuren nehmen dem Film schließlich jede Glaubwürdigkeit. Kurz nach Lenores Einzug bei Frank beginnen die Wehen, das Kind wird komplette drei Monate zu früh geboren. Für diesen verfrühten Zeitpunkt der Geburt erklärt man das Baby zwar für recht groß, aber scheinbar hält es niemand für fragwürdig, die junge Mutter postwendend nach der Geburt mit dem Neugeborenen nach Hause zu entlassen (zumal im Kreiß-Saal bestialische Morde passieren) und im gesamten Film wird auf diese Frühgeburt nie wieder eingegangen. Viele ähnliche Szenen reißen gleichsam ein bestimmtes Thema an und lassen es unvollendet versickern, so dass das Publikum mehr und mehr am Film zu zweifeln beginnt, da dieser einfach unglaubwürdig und fehlerhaft konstruiert erscheint. Kaum im trauten Heim angekommen, findet die Mutter Tierkadaver und erwischt den Sohn beim Verspeisen eines eigens gefangenen Hasen. Reaktion der Mutter: Kind waschen und nicht drüber reden. Logisch! Wer würde nicht so handeln?  

Nun folgt eine Tötungsszene auf die nächste, inhaltliche Variation oder gar Entwicklung vermisst der Zuschauer und verliert das ohnehin schon geschrumpfte Interesse fast völlig. Der Film schafft es nicht, durch Story oder Inszenierung die notwendige Atmosphäre aufzubauen. Dies soll anscheinend die Tonebene übernehmen, auf der Effekte wie andauerndes Wummern und Kreischen Unsicherheit und Gefahr ausdrücken und beim Zuschauer Angstzustände heraufbeschwören soll. Doch davon weit gefehlt, der Lärm nervt nach kurzer Zeit und stört mehr, als das er seiner narrativen Funktion nachkommt. Das Kind ist lange Zeit nicht zu sehen, nur kurze Bilder von der Hand mit langen krallenartigen Fingernägeln oder Knurr- und Grunzgeräusche sollen das Kopfkino beim Zuschauer auslösen. Dieser fragt sich tatsächlich, wie das Monsterbaby denn aussieht, wird aber auch hier enttäuscht. Es gibt einfach nichts Tolles zu sehen. Weder eine ordentliche Narration, noch gruselige Special Effects. Und letztendlich kommt die finale Auflösung mit einer kuriosen Schlussfolgerung daher, die dem Ganzen das i-Tüpfelchen der Unglaubwürdigkeit aufsetzt. Doch davon wird an dieser Stelle nichts verraten...

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist im krassen Gegensatz zum eigentlichen Film völlig in Ordnung. Schärfe und Kontrast sind einwandfrei und ohne Mängel. Der Sound ist klar und die Schreck-Sequenzen sind mit lauten harschen Tönen versehen, die förmlich aus den Boxen knallen. Das nervt zwar mit der Zeit, ist aber unter Gesichtspunkten der technischen Qualität als gut zu bezeichnen. Die Disc ist mit einer Vielzahl an Tonspuren ausgerüstet: Eine Dolby-Digital-5.1-Spur sowie eine Stereospur in Dolby Digital 2.0 beinhalten die deutsche Sprachfassung, während die Originalfassung (Englisch) als 5.1-Spur anwählbar ist. Deutsche Untertitel können optional hinzugeschaltet werden.  

Als Extras wurden der Disc neben der Standard-Ausstattung aus Trailer und Fotogalerie einige interessante Features mit auf den Weg gegeben: Ein knapp acht-minütiges Interview mit dem Regisseur und die B-Rolle, welche Infos über die Dreharbeiten parat hat.

Fazit:
"It's alive" ist ein schwacher Horrorfilm- der wegen seiner flachen Story kaum Spannung aufbauen kann und dieses durch konventionelle Elemente des Horrorfilms kompensieren will. Einige logische Schnitzer rauben dem zerfahrenen Film dann völlig die Glaubwürdigkeit. Leider überzeugt weder die Story, noch die Inszenierung oder die Darsteller.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
79:59 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • B-Roll
  • Interview mit dem Regisseur
It's Alive - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
It's Alive
It's Alive

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
Schwaches Remake einer erfolgreichen Horrorfilmvorlage aus den 70ern


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2008
Regie:
Josef Rusnak
Drehbuch:
Larry Cohen, Paul Sopocy
Darsteller:
Bijou Phillips, James Murray, Raphaël Coleman, Ty Glaser, Arkie Reece

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
11.12.2009