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Blu-ray-Besprechung - The Untouchables (Special Collector's Edition)

Story:
In den 20er-Jahren eröffnet die staatlich verordnete Prohibition den Gangstern eine neue Einnahmequelle. Einer der ganzen Großen im Geschäft des Alkoholschmuggels ist Al Capone (Robert de Niro), der durch weitereichend verteiltes Schmiergeld weitgehend unbelastet seinen vielfachen kriminellen Geschäften nachgehen kann. Erst als der aus dem Schatzamt abberufene Eliot Ness (Kevin Costner) auf seine Verhaftung angesetzt wird, weht auch dem mächtigen Unterweltboss immer mehr der kalte Wind ins Gesicht. Zusammen mit den Polizisten Jim Malone (Sean Connery) und George Stone (Andy Garcia), sowie dem Buchhalter Oscar Wallace (Charles Martin Smith) lässt Ness gar keine Zweifel aufkommen, dass ihre verschworene Gruppen unbestechlich ist und Capone hinter Gittern sehen will.

Meinung zum Film:
Mit „The Untouchables - Die Unbestechlichen“ hat Regisseur Brian De Palma („Mission: Impossible“) 1987 einen sehr gelungenen Crime-Film geschaffen, der auf den Aufzeichnungen des Capone-Jägers Elliot Ness basiert, diese aber teils recht frei interpretiert. Die rund 2 Stunden Spielzeit vergehen zügig und nur vereinzelte kleinere Längen stören den Erzählfluss ein wenig. An manch anderen Stellen wirkt der Film dafür aber ein klein wenig gehetzt, vor allem was die Vertiefung der einzelnen Charaktere anbetrifft, bleibt es leider nur bei oberflächlichen Details. Als Gangsterfilm kann „The Untouchables“ nicht eingeordnet werden, da die Person des Al Capone und sein Umfeld nur am Rande gezeigt werden. Der Fokus des Films liegt auf den Jägern, die mit allen Mitteln versuchen, den Gejagten hinter Gittern zu bringen. Vier Jahre zuvor hatte sich de Palma mit „Scarface“ noch auf die Seite des Gangsters geschlagen und die kriminellen Machenschaften des kubanischen Immigranten Toni Montana im sonnigen und farbenfrohen Miami gezeigt. Hier schlägt er sich auf die Seite der Justiz und lässt sie in einem dreckigen, von Finsterheit regiertem Chicago der späten 20er-Jahre agieren.   

Die Rolle des Elliot Ness wurde mit dem damals noch unverbrauchten Kevin Costner („Der mit dem Wolf tanzt“) besetzt, der mit dieser Rolle den Durchbruch schaffte. Seine sehr kontrollierte Art, in der er immer wieder seine Wut und seinen Ärger runter schluckt, um ja keine Fehler zu begehen, die Capones Anwälte später nutzen können, um den Gangsterboss freizubekommen, ist sehr eindringlich gespielt. Ein wunderbarer Gegenpol zu ihm ist der jovial-väterlich und gewohnt charmant agierende Sean Connery („James Bond jagt Dr. No“), der den durch nichts mehr zu erschütternden irischen Polizisten Jim Malone spielt. Malone bringt Ness nach und nach bei, dass zwischen der Einhaltung des Gesetzes und dem Übertreten der Kompetenz eine beachtliche Grauzone liegt und man Capone nur dann habhaft werden kann, wenn man diesen Bereich zu seinen Gunsten nutzt. Die Leistung Connerys in dieser Rolle wurde bei der Academy Awards Verleihung im Jahre 1987 gewürdigt, wo er für seine Leistung mit dem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet wurde. Stellenweise wirkt Malone zwar ein klein wenig überzogen cool und väterlich, größtenteils funktioniert er als Gegenpol zum beherrschten Ness aber besten.

Für die passende musikalische Unterlegung sorgte der italienische Vielkomponierer Ennio Morricone („Spiel mir das Lied vom Tod“). Er entschied sich in vielen Momenten für euphorische Klänge, wodurch er die Hochstimmung der Jäger, während sie einen weiteren Coup landen können, wunderbar widerspiegelt. Dadurch wird zwar ein Teil der Spannung neutralisiert, diese aber durch Hochgefühle ersetzt. Zu den großen Momenten des Films zählt sicherlich die große Schießerei in der Union Station von Chicago, wo Ness mit der Festnahme von Capones Buchmacher einen wichtigen Schritt zur Verurteilung Capones machen möchte. Mit der Szene, in der Ness auf der langen Treppe mit dem einen Auge einen Kinderwagen im Blick hat und diesen vor dem Abrutschen bewahren möchte, während er gleichzeitig sein Ziel nicht aus den Augen verliert, zeigt de Palma wieder einmal sein Faible für die Verbeugung großer Szenen der Filmgeschichte. Meist sind es Szenen aus Hitchcock-Filmen, die der Regisseur in seine Werke einbaut. In diesem Fall jedoch geht seine Verbeugung viel weiter zurück, nämlich ins Jahr 1925, wo eine ähnliche Szene im „Panzerkreuzer Potemkin“ schon einmal genutzt wurde.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet eine sehr hohe Detailfülle, die gepaart mit sehr sauber gezeichneten Konturen und dem kompletten Fehlen von analogen Defekten und Verschmutzungen die Auswertung auf Blu-ray-Disc mehr als rechtfertigt. Vor allem die Bilder aus den Häuserschluchten Chicagos und die Aufnahmen bei dem Zugriff an der kanadischen Grenzen sind wunderbar anzusehen. Der deutsche Ton liegt leider weiterhin nur in Dolby Surround vor, eine höherwertige Tonausgaben in Dolby Digital 5.1 EX gibt es neben Englisch nur in Französisch und Italienisch. Allerdings bieten auch diese kaum mehr Effekte oder Brillanz als die deutsche Surround-Variante. Die dts-Spur mit 6.1-Sound in englischer Sprachfassung hat in dieser Sache aber einiges zu bieten. Vor allem die Musik ist hier wunderbar auf die Lautsprecher verteilt worden und liefert dadurch ein wunderbares Räumlichkeitsgefühl. 

In der Extras-Sektion werden einige Hintergrundberichte geboten. „Das Skript, die Darsteller“ beschäftigt sich in rund 18 Minuten mit der Entstehung des Drehbuchs und der Besetzung der zahlreichen Charaktere. Dabei kommen verschiedene Filmschaffende zu Wort, die von ihren Eindrücken bei der Arbeit am Film berichten. In „Die Produktionsgeschichte“ geht es dann in gleicher Weise weiter und in rund 17 Minuten wird über die Kulissen und die Umsetzung einzelner Szene erzählt. Die nächsten rund 15 Minuten sind der Ausrichtung des Films gegönnt und wie die Herangehensweise bei der Umsetzung der jeweiligen Szenen vorgegangen wurde. Es folgen noch ein knapp 6-minütiger, retrospektiver Blick auf den Film und ein ungefähr gleich langer, werbebehafteter Beitrag über die Darstellung der vier Capone-Jäger. Als Abschluss findet sich noch der Trailer zum Film auf der BD.

Fazit:
„The Untouchables - Die Unbestechlichen“ von Regisseur Brian de Palma wird nicht selten kurz nach dem Genre-Primus „Der Pate“ genannt. Der Film schafft es zwar nicht ansatzweise, die Tiefe von Coppolas Meisterwerk zu erreichen, doch in Sachen 20er-Jahre Atmosphäre und spannender Momente braucht er sich keinesfalls vor anderen Beiträge aus dem Genre zu verstecken. Wer nach dem Paten mal die Welt aus Verfolgeraugen sehen möchte, ist hier genau richtig.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
119:27 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS 5.1
DTS 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Das Script, die Besetzung
  • Produktionsgeschichten
  • Neuerfindung eines Genres
  • Der Klassiker
  • Original Featurette: "The Men"
  • Original Kinotrailer
The Untouchables (Special Collector's Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Untouchables - Die Unbestechlichen
The Untouchables

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Klassiker unter den Crime-Filmen, in bestechender Bild-Qualität


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1987
Regie:
Brian De Palma
Drehbuch:
David Mamet (basierend auf dem Buch von Eliot Ness und Oscar Fraley)
Darsteller:
Kevin Costner, Robert De Niro, Sean Connery, Andy Garcia, Charles Martin Smith, Richard Bradford, Jack Kehoe, Brad Sullivan, Billy Drago, Patricia Clarkson, Steven Goldstein

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.10.2009