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Blu-ray-Besprechung - Der Fluch der 2 Schwestern

Story:
Nach dem Tod ihrer Mutter musste sich Teenagerin Anna (Emily Browning) einer stationären Therapie unterziehen, aus der sie nun entlassen wurde. In ihrem zu Hause warten aber nicht nur ihr Vater (David Strathairn) und ihre Schwester Alex (Arielle Kebbel) auf sie, sondern auch Rachel (Elizabeth Banks), die neue Frau an der Seite ihres Vaters. Das Verhältnis zwischen Anna und Rachel ist sehr angespannt, da Anna der festen Überzeugung ist, dass Rachel für den Tod ihrer Mutter verantwortlich ist. Sie beginnt Nachforschungen anzustellen und kommt dabei einer grausamen Wahrheit auf die Spur.

Meinung zum Film:
„Der Fluch der 2 Schwestern“ ist das US-Remake des gefeierten südkoreanischen Gruselklassikers „A tale of two sisters“. Doch die Drehbuchautoren Craig Rosenberg („Half Light“), Doug Miro („Prince of Persia: The Sands of Time“) und Carlo Bernard („Prince of Persia: The Sands of Time“) haben das Original nicht einfach nur 1:1 in die westliche Welt verlegt, sondern eine etwas andere Herangehensweise an die Geschichte gewählt. Das südkoreanische Original war sehr auf die künstlerische, cinematographische Aussagekraft bedacht, während es teilweise sehr schwer war, der Story zu folgen. Am Ende war dabei schematisch der Plot zu erkennen, um das ganze Bild der Geschichte zu erhalten, mussten aber zwangsläufig die Symbolik und die Geschehnisse teils recht mühselig zu einem großen Ganzen zusammen gesetzt werden. In der US-Version nahmen die Drehbuchautoren dem Zuschauer diese Arbeit ab und schufen aus dem Original-Plot ein Gruselmärchen, das mit fortlaufender Spielzeit immer mehr in seinen Bann zieht.

Regie bei dem Film führten die Spielfilm-Neulinge Charles und Thomas Guard, die sich in der Werbeszene aber bereits einen sehr guten Namen gemacht hatten. So ist es auch kein Wunder, dass der Film ein optisch ansprechende Sprache besitzt, die sich dann aber auch nicht zu sehr in den Vordergrund drängt und der Geschichte das Hauptaugenmerk lässt. Wer die Story bereits vom Original kennt weiß, dass die Inszenierung sehr viel Sorgfalt benötigt, damit diese bis zum Ende funktioniert. Weitgehend hat dies auch geklappt, allerdings gibt es zu Beginn eine Szene, die nicht ganz optimal inszeniert wurde, was letzten Ende dazu führen kann, dass die große Überraschung am Ende des Films dem ein oder anderen bereits schon vorab offenbar werden könnte. Und das wäre schade, denn diese Überraschung im Finale ist einer der großen Momente im Film. Was im Original zum Ende hin mehr angedeutet als tatsächlich gezeigt wird, wird im Remake detailliert und lückenlos aufgeklärt. Dazu wurden sehr gute Ergänzungen gemacht, die das gesamte Konstrukt auf ein sehr gutes Fundament stellen.

Die große Spannung des Films ergibt sich daraus, dass Anna auf der einen Seite Visionen von Ermordeten hat, während auf der anderen Seite ihre Stiefmutter in Spe ihr zu verstehen gibt, dass sie ein Auge auf ihr Verhalten wirft. Allerdings ist Stiefmutter Rachel im Remake bei weitem nicht so hart und düster, wie es ihr Gegenpart im Original war. Sie wirkt über weite Strecken deutlich ruhiger, was insgesamt aber passender erscheint, da die Zurückhaltung von Annas Vater dadurch deutlich glaubwürdiger erscheint. Doch umso tiefer Anna beginnt in Rachels Vergangenheit zu wühlen, umso harscher wird auch deren Tonfall. Im US-Remake fällt die Inszenierung des Psycho-Duells zwischen Anna und Rachel deutlich mehr mit Thriller-Elementen aus, während im Original die überwiegende Grundstimmung noch sehr von einem Familiendrama geprägt schien. Die US-Version setzt deutlich mehr auf gruselige Mystery-Thriller-Elemente, während der südkoreanische Vorläufer viel mehr zu schockierenden Dramamomenten neigte. Beide Versionen besitzen eine ganz eigene Faszination. Welche davon nun die bessere ist, hängt einzig und allein von den persönlichen Sehgewohnheiten ab. Wer es düster, ernst und undurchsichtig mag, bleibt beim Original. Wer auf mehr auf unheilschwangere Mystery-Stimmung und einen in der Spannung stetig ansteigenden Plot setzt, ist ganz sicher beim US-Remake besser aufgehoben.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist einer Blu-ray-Veröffentlichung würdig. Fein ausgearbeitete Details, natürliche, kräftige Farben und Konturenschärfe umgarnen das Auge, während Helligkeit und Kontrast so abgestimmt sind, dass stets guter Durchblick gewährt ist. Der deutsche Dolby-Digital-5.1-Sound sorgt für die passende, raumfüllende Atmosphäre und in den entscheidenden Momente verstärkt er mit kräftigen Tönen den Schockmoment.

Die Extras fallen recht überschaubar aus. Den Beginn macht ein rund 19-minütiges Making Of. Hier wird zu Beginn ein wenig auf die Unterschiede zum Original eingegangen und wie man die Umsetzung anging. Anschließend folgen hierin noch Berichte über die Dreharbeiten, wo neben ein gegenseitigem Gelobe auch das ein oder andere interessante Detail über die Entstehung zu erfahren ist. Es folgen noch vier nicht verwendeter Szenen, die aber kaum etwas neues zu bieten haben, sowie ein alternatives Ende, das aber mehr eine Variation als eine alternativen Ausgang darstellt.

Fazit:
„Der Fluch der 2 Schwestern“ ist feinstes Mystery-Grusel-Kino mit einem überraschenden Ende. Wo das südkoreanische Original sich mit seinen Erklärungen am Ende noch eher vage verhielt, wird hier ein verständliches Bild gezeichnet, das um sinnvolle Punkte bereichert wurde. Wer gruselige Mystery-Thriller mag, sollte sich die Abenteuer dieser zwei Schwestern keinesfalls entgehen lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
87:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby True HD 5.1
Dolby True HD 5.1
Englische Audiodeskription
für Sehbehinderte

Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Das Geheimnis des Fluchs der zwei Schwestern
  • Entfernte Szenen
  • Alternatives Ende
Der Fluch der 2 Schwestern - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Fluch der 2 Schwestern
The Uninvited

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein gut gemachter Mystery-Thriller mit überraschendem Ende


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Kanada / Deutschland, 2009
Regie:
Charles Guard, Thomas Guard
Drehbuch:
Craig Rosenberg, Doug Miro, Carlo Bernard (basierend auf dem Original-Drehbuch von Ji-woon Kim)
Darsteller:
Emily Browning, Arielle Kebbel, Elizabeth Banks, David Strathairn, Maya Massar, Kevin McNulty, Jesse Moss, Heather Doerksen

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verleihstart Deutschland :
29.09.2009
Verkaufsstart Deutschland :
23.10.2009

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
29.09.2009
Verkaufsstart Schweiz :
23.10.2009