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Kino-Besprechung - Away We Go
Story:
Burt (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph) sind ein glückliches Paar irgendwo Mitte 30. Als Verona schwanger wird, glauben beide sich auf die Hilfe von Burts Eltern verlassen zu können. Doch als die ihren bevorstehenden zweijährigen Europa-Aufenthalt ankündigen, müssen sich die zukünftigen Eltern mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Umfeld ihr Kind aufwachsen soll. Kurzum machen sich Burt und Verona auf die Reise quer durch die USA um an verschiednen Stationen Freunde und Verwandte zu treffen. Bei diesen Besuchen wollen sie herausfinden, wo – und bei wem – die geeignetste Umgebung für die Familiengründung zu finden ist. Dieser Roadtrip führt die beiden zu skurrilen Orten und eigentümlichen Leuten, die man so "besonders" überhaupt nicht in Erinnerung hatte.
Meinung zum Film:
Mit "Away We Go" bringt "American Beauty"-Regisseur Sam Mendes kurz nach seinem inhaltsschweren Werk "Zeiten des Aufruhrs" einen leichteren Film in die Kinos. Der Film setzt sich ausgiebig mit der Frage auseinander, die sich wohl jedes Paar stellt, das Nachwuchs erwartet oder plant: Wo kann man ein Kind aufwachsen lassen? Burt (John Krasinski, "The Office") und Verona (Maya Rudolph, "Robert Altman's Last Radio Show") versuchen genau dies herauszufinden, in dem sie ein paar Leute besuchen, von denen sie glauben, das Familienleben erlernen zu können. Dieser Road Trip wird für den Zuschauer ein ums andere Mal unterhaltsam, für das Paar enden die Besuche allerdings meist verunsichernd. Sam Mendes hat sich bereits während der Post Production von "Zeiten des Aufruhrs" für das Drehbuch des Autorenpaars Dave Eggers und Vendela Vida begeistert gezeigt und schnell entschieden, es verfilmen zu wollen. Nach eigenen Aussagen sollte dies vom schweren Inhalt des Vorgängerfilms ablenken und eine ganze andere Geschichte erzählen, obwohl es sich im Zentrum ebenfalls um ein Paar dreht, welches das Zusammenleben überdenkt und die zukünftige Lebensausrichtung plant.
Mendes zeigt, etwas überspitzt, die modernen Formen der amerikanischen Gesellschaft bzw. der modernen amerikanischen Familie, indem er diese in den diversen Paaren, die Burt und Verona besuchen, widerspiegelt. Die Autoren zaubern wunderbare Charaktere in die Geschichte, die allesamt Burt und Verona in ihrer Entscheidung nach dem künftigen Heimatort auf ihre eigene ganz spezielle Art und Weise beeinflussen. Mehr oder weniger gut miteinander auskommende Paare, alternative Lebenseinstellungen, den Wert der Gesundheit und das Vorhandensein von Liebe als Voraussetzung für die Gemeinsamkeit. Mit dergleichen Vorbilder sehen sich Burt und Verona auf ihrer Reise konfrontiert.
Der sehr schön gefilmte und gekonnt inszenierte "Away we go" vereint Elemente des Roadmovies, der Komödie aber auch des Familienfilms. Diesen Spagat bekommt Regisseur Mendes hervorragend hin. Dennoch ist der Film kaum mit dessen früheren Werken gleichzusetzen. Dazu fehlt "Away we go" das starke Drama-Element, welches beispielsweise American Beauty durch den Gesellschaftsquerschnitt so besonders machte. "Away we go" schreitet von einer Station zu anderen, zeigt uns mit jedem Halt ein Bild moderner Familienstrukturen. Mehr schafft der Filme nicht, aber auch nicht weniger – ein Film, der sich für einen unterhaltsamen Kinoabend eignet und weit entfernt von albernem Humor angesiedelt ist, aber leider nicht wirklich mitreißend wirkt. "Away we go" bietet viele lustige Momente, jederzeit getragen von den gut spielenden Hauptdarstellern John Krasinski und Maya Rudolph. Aber auch die Schauspieler in den Nebenrollen, hatten spürbar große Lust auf die Arbeit: Als Beispiel sei die Figur der LN (Maggie Gyllenhaal, "The Dark Knight") genannt, die den zukünftigen Eltern einen alternativen Lebensstil näher bringen möchte und diese kuriose Figur einfach herrlich ausfüllt. Nach den vielen Stationen ihrer Reise steht nun eine finale Entscheidung aus: Was nehmen Burt und Verona aus all den Unterhaltungen mit? Der Schluss ist passend zum Film konstruiert und formt als Summe der Erfahrungen ein sehr stimmiges Ende für die Protagonisten.
Fazit:
"Away we go" ist einerseits eine leichte Komödie, die viele unterhaltsame Situationen parat hält, welche des Öfteren zum schmunzeln anregen. Dennoch unterliegt die Geschichte einem ernsten, anspruchsvollen Grundtenor: Der durchaus wichtigen Frage, in welchem (familiären) Umfeld ein Kind aufwachsen soll. Sam Mendes versteht es, ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen unterhaltsamen Passagen und inhaltlichen Abschnitten herzustellen.
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Away We Go – Auf nach Irgendwo
Away We Go
Unterhaltsame Tragikomödie mit Roadmovie-Element
Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA/UK, 2009 Regie: Sam Mendes Drehbuch: Dave Eggers, Vendela Vida Darsteller: John Krasinski, Maya Rudolph, Carmen Ejogo, Catherine O'Hara, Jeff Daniels, Maggie Gyllenhaal
Verleiher:
Tobis
Kinostart : 15.10.2009
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