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Blu-ray-Besprechung - Der Fluch - The Grudge 3

Story:

Max (Gil McKinney) ist Hausmeister in einem Wohnhaus in Chicago. Zusammen mit seiner älteren Schwestern Lisa (Johanna Braddy) und seiner jüngeren, unter Asthma leidenden Schwester Rose (Jadie Hobson) bewohnt er selbst eine Wohnung in dem Gebäude. Keiner von ihnen ahnt, dass ein Fluch auf dem Haus lastet, seitdem vor kurzem Menschen darin gewaltsam ums Leben kamen. Die gerade erst aus Japan angereiste Kayako (Aiko Horiuchi) ist die einzige, die eine Ahnung hat, wie der blutige Fluch beendet werden kann.



Meinung zum Film:
„Der Fluch – The Grudge 3“ ist der neueste Streich in einer Serie von Filmen, die 2002 mit dem japanischen „Ju-on – The Grudge“ ihren internationalen Erfolgslauf startete. Regisseur und Drehbuchautor Takashi Shimizu schuf ein Werk, das um einen simplen Plot herum albtraumhafte Bilder schuf, die in ihrer Intensität selbst hartgesottene Horrorfreunde aufschrecken ließen. Bereits 2004 erschien mit „Der Fluch – The Grudge“ mit Sarah Michelle Gellar („Buffy“) in der Hauptrolle das US-Remake des Films, bei dem Shimizu selbst Regie führte. 2006 kam die Fortsetzung „Der Fluch - The Grudge 2“ in die Kinos, bei dem der japanische Meister der Ju-On-Geister noch einmal auf dem Regiestuhl Platz nahm. Der nun erschienene dritte Teil der Grudge-Remakes schaffte es nicht mehr in die Lichtspielhäuser und feierte seine Premiere im Heimkino. Takashi Shimizu fungierte hierbei nur noch als ausführender Produzent. Für das Drehbuch zeichnet sich der eher unbekannte Brad Keene („The Gravedancers - Ruhe nicht in Frieden“) verantwortlich, die Regie übernahm Toby Wilkins, der mit seinem Debütfilm „Splinters“ durchaus ordentlich Kritiken ernten konnten.  

  Die Stärke der Ju-On-Filme waren stets die bleichen Geister, die wie in Zeitlupe auf ihre Opfer zukrochen und dabei verstörende Geräusche machten. Toby Wilkins hatte scheinbar aber nicht vor, nur einen weiteren Film zu schaffen, der auf dieser Grundlage aufsetzt, da von diesen Gruselmomente nur noch recht wenige im dritten Teil existieren und diese dann auch nur recht kurz zu sehen sind. Mit dem Ergebnis, dass Spannung und Schauer erst gar keine Chance haben, sich zu manifestieren. Erst im Finale gibt es den ein oder anderen Moment, der zumindest für etwas gruselige Atmosphäre sorgen kann, was aber nicht einmal im Ansatz dafür entschädigt, was an spannender Stimmung bis dahin verpasst wurde. Bereits in der ersten Szene, in der zum ersten Mal ein Geist sein Opfer findet, wird klar, dass die Geister-Momente nicht mehr die zentralen Punkte des Films sind. Denn bereits hier wird der Angriff nur mehr angedeutet. Wer hofft, dass die fehlende Gruselstimmung evtl. durch blutige Effekte ein wenig relativiert wird, sollte sich besser nach einem anderen Film umsehen. Denn die FSK-18-im Grunde nur durch eine einzige Szene mit einer kleinen, spitzen Handsäge gerechtfertigt. Der Rest des Filmes geht sicherlich problemlos als FSK-16 durch.  

Wenn denn die Schockmomente nicht greifen, wird der Plot umso entscheidender zum Gelingen des Films. Aber auch hier wird nicht mehr als dünne Hausmannskost geboten. Diese ist auf der einen Seite höchst löchrig, auf der anderen nicht in der Lage, Spannung aufkommen zu lassen. Die meiste Zeit über geht es um die Probleme der Geschwister-Familie. Um die Asthma-Anfälle von Rose, die Abwanderungsgedanken von Lisa oder den drohenden Job-Verlust von Max. Als Lisa zum ersten Mal den Geist des kleinen Jungen im Hausflur sieht, scheint sie keineswegs darüber erstaunt zu sein, dass dieser fast vollkommen nackt mit bleicher Haut am Geländer sitzt. Sie behandelt ihn wie einen gewöhnlichen kleinen Jungen und spricht ihn ruhig an. Rose bekommt bei einem kleineren Zwischenfall zu Beginn einen Asthma-Anfall, im Finale, wo es reichlich Grund für zahlreiche weitere Anfälle gibt, macht die Lunge nicht einmal ansatzweise schlapp. Max dreht zu guter Letzt immer weiter durch, was aber recht billig und ideenlos umgesetzt wurde. Im Grunde fehlt nur noch die Schreibmaschine mit den immer gleichen Worten auf dem eingespannten Blatt. Last but not least hat Kayako ein geeignetes Mittel gegen den Fluch, was für Kenner der Materie ein sehr schlechter Witz ist. Denn wenn eines klar ist, dann dass der „Ju-On“ ein Perpetuum Mobile der Gewalt ist. Autor Brad Kenne und Regisseur Toby Wilkins haben dies entweder nicht verstanden oder bewusst außer Acht gelassen. Künstlerische Freiheit ist sicherlich okay, solange sie der guten Unterhaltung dient. Wirklich gut ist an „Der Fluch – The Grudge 3“ aber leider nichts. Ganz im Gegenteil.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlich guten Eindruck. Details im Vordergrund sind weitgehend gut zu erkennen, lediglich im Hintergrund wirkt die Konturenschärfe nicht immer ganz überzeugend. Teilweise macht sich auch Grobkörnigkeit bemerkbar. Die Farben wirken natürlich, Helligkeit und Kontrast sind gut abgestimmt. Der deutsche Ton in DTS-HD 5.1 ist gut verständlich, kann aber nur teilweise in Sachen Räumlichkeit überzeugen. Über weite Strecken spielt er sich in der Front ab.  

Bei den Extras gibt es rund 4 Minuten nicht verwendeter Szenen, die den Film aber auch nicht besser machen. Es gibt zwei Featuretten, die zusammen rund 15 Minuten Spielzeit haben. Darin geht es zum Einen um die Bedingungen beim Dreh mit einem kleineren Budget und zum Anderen um die Fortsetzung der Grudge-Reihe. Des Weiteren gibt es noch die von Constantin-Film-bekannten Texttafeln mit den knappen Infos zu einzelnen Künstlern.

Fazit:
„Der Fluch – The Grudge 3“ ist eine Direct-to-BD-Produktion, die kaum auf Gegenliebe bei den Horrorfreunden stoßen dürfte. Spannungsarmut, eine löchrige, langatmige Geschichte und eine radikale Kürzung von Geisterauftritten sorgen dafür, dass anstatt der Nerven nur die Geduld des Zuschauers auf die Probe gestellt wird. Man sollte sich besser noch einmal das Original aus dem Jahre 2002 ansehen, das selbst beim x-ten Mal ansehen noch gruseliger sein dürfte als dieser müde Aufguss.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
90:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Featurette: Tokyagoaria
  • Featurette: Der Fluch wird fortgesetzt
  • Darstellerinfos
  • Trailer
Der Fluch - The Grudge 3 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Fluch - The Grudge 3
The Grudge 3

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Herz für Geister-Kinder


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009
Regie:
Toby Wilkins
Drehbuch:
Brad Keene (basierend auf den Filmen von Takashi Shimizu)
Darsteller:
Johanna Braddy, Gil McKinney, Jadie Hobson, Aiko Horiuchi, Shawnee Smith, Matthew Knight, Beau Mirchoff

Label Deutschland :
Constantin Film
Verleihstart Deutschland :
08.10.2009
Verkaufsstart Deutschland :
22.10.2009

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
08.10.2009
Verkaufsstart Schweiz :
22.10.2009