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Blu-ray-Besprechung - Clive Barker's Book of Blood

Story:
Schriftstellerin Mary Florescu (Sophie Ward) ist Fachfrau für übernatürliche Phänomene. Für ihr neues Buch zieht es sie zusammen mit ihrem langjährigen Assistenten Paul Blair (Reg Fuller) in ein verlassenes Haus, in dem ein junges Mädchen angeblich von Geistern auf brutale Weise ermordet wurde. Der junge Student Simon McNeal (Jonas Armstrong) schließt sich dem Duo an, da er laut eigener Aussage über die Fähigkeit verfügt, das Schicksal von Menschen lesen zu können. Während Mary von dem smarten jungen Mann überzeugt ist, hält Kollege Paul Blair ihn für einen Scharlatan. Als unerklärlichen Phänomene im Haus ihren Lauf nehmen, werden die Spannungen zwischen den Dreien immer mehr zu einem Problem.

Meinung zum Film:
„Clive Barker’s Book of Blood“ basiert auf der erfolgreichen Roman-Reihe „Die Bücher des Blutes“ vom britischen Kultautor Clive Barker. Aus den Kurzgeschichten der Bücher entstanden in der Vergangenheit bereits Filme wie „Hellraiser“, „Rawhead Rex“ oder „Midnight Meat Train“. Das besondere an „Clive Barkers’s Book of Blood“ ist, dass sich dieser der Einleitung der Serie annimmt, in der beschrieben wird, wie die Geschichten der Bücher in unsere Welt gelangten. Auch die Geschehnisse aus dem Epilog „Auf der Jerusalem Street“ aus dem sechsten „Buch des Blutes“ wird im Film verarbeitet und als Rahmenhandlung um die eigentliche Prolog-Story verwendet.  

Verfilmungen von Clive Barker fielen bislang vor allem immer dadurch auf, dass der Blutgehalt darin relativ hoch war. Und auch „Book of Blood“ scheint zu Beginn in eine ähnliche Kerbe zu schlagen. Doch nachdem die ersten, auf Haut geschriebene Bücher des Blutes gezeigt werden und eine junge Frau nicht nur sprichwörtlich ihr Gesicht verliert, scheinen den Produzenten die Mittel für den roten Saft ausgegangen sein. Fortan geht es nur noch relativ blutleer vonstatten und vom üblichen Barker-Charme ist auch nicht mehr viel zu erleben. Das Verhältnis zwischen Mary und Simon erinnert zwar ein klein wenig an „Hellraiser“, wo sich Clare Higgins ebenfalls mit steigender Begeisterung jüngeren Liebhabern hingab und auch der Dachboden in „Book of Blood“ erinnert ein klein wenig an die Kulisse, in der Pinhead im ersten Hellraiser-Film bevorzugt aus der Hölle in unsere Welt eintrat, das war es dann aber auch schon mit Parallelen und Barker-Charme. Vor allem in Sachen Horror, Spannung und Atmosphäre bleibt „Clive Barkers Book of Blood“ weit hinter den anderen Barker-Verfilmungen zurück.

Die meiste Zeit über spielt sich der Film in dem alten Spukhaus ab, in dem dann aber mehr die Missstimmungen untereinander thematisiert werden als geisterhafte Erscheinungen. Außer ein, zwei kurzer (Cheap-)Schocks gibt es kaum etwas Nennenswertes, das die Pulsfrequenz mal ein wenig anheben kann. Gezeigt werden dafür Marys Gelüste nach Simon, die immer größer werden, während Blair immer misstrauischer wird und die wenigen, aber keinesfalls dramatischen Phänomene als Werk von Simon auslegt. Dieser wiederum gibt sich so mysteriös wie nur möglich und spielt mit allen. Versuchsweise auch mit dem Publikum, was allerdings leider gründlich misslingt. Denn letzten Endes dürfte es nur die Wenigsten interessieren, was in dem Haus nun tatsächlich vor sich geht. Die Meisten dürften damit beschäftigt sein, der Versuchung zu widerstehen, die Stop-Taste auf der Fernbedienung zu bedienen. Den abgesehen von den vergleichsweise kurzen Szenen, die auf „Auf der Jerusalem Street“ basieren, ist „Clive Barker’s Book of Blood“ ein langatmiger, spannungsarmer Gruselthriller, der lediglich die Geduld des Publikums auf die Probe stellt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild entspricht nicht unbedingt dem Standard, den man sich von einer Blu-ray-Disc erhofft. Lediglich bei Außenaufnahmen, die bei Tageslicht gemacht wurden, ist der Eindruck noch durchschnittlich gut und es gibt die ein oder andere feine Textur zu erkennen. Sobald das Szenario aber in Räumen mit künstlichem Licht oder gar im Dunkeln spielt, erreichen die Details maximal die Ausgeprägtheit einer guten DVD mit ordentlichem Upscaling. Zudem gehen in dunklen Flächen Details oftmals verloren, das Schwarz erscheint durch einen zu hohen Kontrast eher wie Grau und die Farben wirken recht blass. Der deutsche Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 kann in Sachen Musik hinsichtlich der Dynamik und der Räumlichkeit punkten. Vom Score aber einmal abgesehen, spielt sich der Rest meist in der Front ab. Nur bei gezielten, kurzen Schockmomente wird auch gezielt auf den Effektkanälen für Stimmung gesorgt.  

Als Extra gibt es neben dem Trailer noch ein rund 19-minütiges Making Of, in dem ein paar Aufnahmen vom Dreh gezeigt werden und die Beteiligten berichten, wie sie den Film und die Geschichte bewerten, und was sie darin erkennen.

Fazit:
„Clive Barker’s Book of Blood“ basiert auf dem Prolog und dem Epilog der sechs „Bücher des Blutes“ von Clive Barker. Allerdings schafft er es kaum die Qualität der geschriebenen Geschichten zu erreichen und strapaziert die Geduld des Zuschauers mit einer langatmigen, spannungsarmen Geisterhausgeschichte, die lediglich zu Beginn und am Ende ein klein wenig Unterhaltungspotential besitzt.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
100:09 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
Clive Barker's Book of Blood - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Clive Barker's Book of Blood
Book of Blood

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Langatmiger Gruselfilm ohne Spannung, weit entfernt von der Qualität anderer Clive-Barker-Verfilmungen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2008
Regie:
John Harrison
Drehbuch:
John Harrison, Darin Silverman (basierend auf Kurzgeschichten von Clive Barker)
Darsteller:
Sophie Ward, Jonas Armstrong, Paul Blair, Clive Russell, Simon Bamford, Romana Abercromby

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
16.10.2009