Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Eastern Double Feature Vol. 6
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
Das TodesspielEine ganz heiße NummerDas Haus der Geheimnisse

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.897 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Eastern Double Feature Vol. 6

Story:
Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin:
Cheng flieht vor den Avancen der pummeligen Chao Choi und begibt sich als Schüler in den nahe gelegenen Shaolintempel. Während seine Eltern ihn gerne mit Chao Choi verheiraten würden, liebt er die attraktive Mai Ling. Im Tempel durchläuft er eine harte Schule, ist aber unzufrieden mit den Lehrmethoden seiner Meister, die den Schülern zunächst kein konkretes Kampftraining gestatten. Weiteres Konfliktpotential birgt das ungebührliche Verhalten des ehemaligen Schülers "Langhaar", der pausenlos seine ehemaligen Meister herausfordert und wahllos Schüler überfällt, ohne dass ihm die Mönche Einhalt gebieten.

Die Belagerung der Shaolin:
Der japanische Meister Wuwechimatao (Yu Rong Guang) wurde in seiner Heimat von einem Engländer (Dale Cook) gedemütigt und reist nach China, um dort seinen Kampfstil zu perfektionieren. Auf seiner Überfahrt gerät er jedoch in die Fänge japanischer Piraten. Bei dem Überfall auf ein Küstendorf rettet er zwar ein junges Mädchen, das ihn fortan unterstützt, gilt aber trotzdem als verhasster Japaner und muss aufgrund ständiger Anfeindungen untertauchen. Ausgerechnet die zunächst extrem misstrauische, ältere Schwester des Mädchens, Cui Gu (Cynthia Khan), soll als seine Meisterin fungieren und ihn die "Hundefaust" lehren. Aber auch die Piraten treiben sich weiter in der Gegend herum und haben es auf die Krone von Tin Han abgesehen.

Meinung zum Film:
Nach der Veröffentlichung von zehn Ausgaben der "Eastern Classics" durch MiG folgten in der Zwischenzeit bereits fünf Ausgaben der Nachfolgereihe "Eastern Double Feature", diesmal unter dem Sublabel "Mr. Banker Films" im Vertrieb von Sunfilm. Konzeptionell blieb aber alles beim alten und so bietet auch die vorliegende Veröffentlichung "Vol. 6" gleich zwei Titel zum kleinen Preis. Der erste Titel, "Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin", ist ein später Nachzügler der klassischen Shaolin-Filme, und wurde von Hua Shan ("Ti Lung - Das blutige Schwert der Rache") im Jahr 1985 gedreht. Bei "Die Belagerung der Shaolin" spielen hingegen die Shaolin, trotz des irreführenden Titels, eine eher untergeordnete Rolle. Der Film ist eine Produktion aus dem Jahr 1992 und hat mit der attraktiven, weiblichen Kung-Fu-Ikone Cynthia Khan ("Red Force") und dem chinesischen Darsteller Yu Rong Guang ("Iron Monkey") gleich zwei bekannte Gesichter mit hochkarätigen Martial-Arts-Fähigkeiten zu bieten.  

"Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin" bietet mit seiner klassischen Shaolin-Thematik zunächst nichts wirklich Neues, entpuppt sich aber recht schnell als stark comedylastiges Genrewerk. Im Mittelpunkt stehen nämlich die neuen Schüler des Tempels, die sich aber ganz im Gegensatz zu den strengen Regeln des Tempels eher wie eine Horde schlecht erzogener Kleinkinder aufführen. Es handelt sich hier zeitweise wirklich um das Shaolin-Pendant zu "Police Academy" und der Film verliert sich zunehmend in Albernheiten. Diese unterstreichen noch den episodischen Charakter des Films, der streng genommen überhaupt keine echte Hintergrundgeschichte zu bieten hat. Erst nach rund einer Stunde verdüstert sich die Grundstimmung des Films und auch die eher geringe Zahl der Kämpfe steigt etwas. Der "Langhaarige" beginnt jetzt zunehmend Schüler zu attackieren und schwer zu verletzen, um seine Herausforderung zu untermauern. In der Folge durchläuft Cheng genreüblich diverse mehr oder weniger spektakuläre Trainingssequenzen, um sich auf den unausweichlichen Showdown vorzubereiten. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg und leider sind die leicht unrealistischen Kämpfe im klassischen Stil choreographisch nicht gerade auf der Höhe der Zeit und machen nie den Eindruck einer ernsthaften Auseinandersetzung, sondern wirken eher wie ein einstudiertes Miteinander beider Kämpfer.  

"Die Belagerung der Shaolin" hat zwar, wie so oft in chinesischen Produktionen, böse Japaner zu bieten, aber ausgerechnet die Hauptfigur, ebenfalls ein Japaner, stellt hier den Sympathieträger dar und transportiert dadurch den gesamten Film durchziehende Signale im Sinne der Völkerverständigung. Der gesamte Stil des Films ist sehr comedylastig, die gut aufgelegten Darsteller sorgen aber dafür, dass der Film nicht in Albernheiten ausartet und außerdem bietet die dramaturgisch zufriedenstellende Story mit ihrer Piratenthematik auch durchaus ernstere Untertöne. Die Kämpfe sind zwar nicht unbedingt zahlreich und auch nicht wirklich spektakulär, lassen aber deutlich das überdurchschnittliche Talent der Kämpfer erkennen und sind zudem gut choreographiert sowie sehr flott in Szene gesetzt. Die dabei hervorgerufenen Schäden am Inventar erinnern dabei schon fast an Werke mit Bud Spencer. Leider gibt es aber von Cynthia Khan nicht so viele Kämpfe zu sehen, da sie sich den Bildschirm gleich mit zwei männlichen Mitstreitern teilen muss. Und die Shaolinmönche treten erst gegen Ende des Films in Aktion, spielen jedoch keine wirklich tragende Rolle für den Film.

Digitale Aufarbeitung:
Beide Filme werden als "Digital Remastered" beworben und in der Tat bewegt sich diese Veröffentlichung, trotz des niedrigen Preises, deutlich über Wühltischniveau. Trotzdem sollten bei diesen relativ alten Nischentiteln auch keine Wunder erwartet werden. "Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin" im Widescreenformat bietet eine ordentliche Schärfe und ist größtenteils frei von Defekten oder Verschmutzungen. Allerdings wirken die Farben zwar natürlich, aber etwas blass, der Kontrast ist nicht immer optimal, die Kompression macht sich gelegentlich bemerkbar und bei schnellen Bewegungen kommt es zu leichten Unschärfeeffekten. "Die Belagerung der Shaolin" ist zwar der Film neueren Datums, kann aber bei der Bildqualität nicht ganz mithalten und präsentiert sich im eher ungewohnten Vollbild. Das Bild wird von einigen kleineren Verschmutzungen und Beschädigungen begleitet, überstrahlt deutlich, die Schärfe ist höchstens durchschnittlich und die Kompression macht sich ebenfalls bemerkbar. Der Monoton beider Titel verfügt über eine gute Verständlichkeit und ist ausgewogen abgemischt. Die deutschen Synchronisationen sind älteren Datums und dadurch ebenfalls von ordentlicher Qualität. Bisher bei deutschen Veröffentlichungen fehlende Sequenzen wurden wieder eingefügt und untertitelt. Zudem gibt es jeweils optionale, durchgehende englische Untertitel.

Der Bonusbereich ist eher schmal ausgefallen und bietet lediglich den Originaltrailer und den deutschen Trailer zu "Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin" sowie den deutschen Trailer zu "Die Belagerung der Shaolin". Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
Das "Eastern Double Feature Vol. 6" bietet zwei technisch ordentlich aufbereitete Eastern neueren Datums zum kleinen Preis. "Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin" leidet vor allem unter dramaturgischen Mängeln und zerfällt in eine sehr alberne, erste und eine ziemlich ernste, zweite Hälfte. "Die Belagerung der Shaolin" ist hingegen, trotz der lange Zeit außen vor bleibenden, titelgebenden Mönche, deutlich unterhaltsamer inszeniert und bietet interessante Kämpfe mit zwei Stars des Genres, weshalb insgesamt für Genrefreunde guten Gewissens eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin:
96:31 Minuten

Die Belagerung der Shaolin:
81:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Kantonesisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Mandarin
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Englisch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer und Deutscher Trailer zu "Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin"
  • Deutscher Trailer zu "Die Belagerung der Shaolin"
Eastern Double Feature Vol. 6 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Tödliche Vermächtnis der Shaolin / Die Belagerung der Shaolin
Shao Lin gu di zi / Wu Lin sheng dou shi

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Eine gute und eine durchschnittliche Produktion für Freunde des Easterns zum kleinen Preis


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong, 1985 / 1992
Regie:
Hua Shan, Cheung Siu Wai
Darsteller:
Yu Rong Guang, Cynthia Khan, Dale Cook, Yu Hui, Yang Li Qing

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
30.09.2009